Schnellbahn um Wien wird ausgebaut

16. November 2012, 09:28
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Verhandlungen mit ÖBB kurz vor dem Abschluss - Auch neues Parkraumbewirtschaftungsmodell in Planung

Wien - Die Ausweitung des Parkpickerls in Wien hat eine Reihe von Pendlern aus dem Umland auf Züge umsteigen lassen. Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou kündigte nun einen Ausbau im städtischen S-Bahn-Netz an. Die Verhandlungen mit den ÖBB über den neuen "Verkehrsdienstevertrag" sind im Finale. Dieser werde "vieles an Verbesserungen" beinhalten. "Es geht hier um Verlängerungen von Linien auf dem bestehenden Schienennetz", sagte Vassilakou.

Auf Details wollte sich die Ressortchefin noch nicht einlassen. Hier müsse man noch warten, "bis alles fixiert ist". Die ÖBB wollen die neuen Fahrpläne für Wien, Niederösterreich und das Burgenland am kommenden Montag der Öffentlichkeit präsentieren. Dichtere Frequenzen dürften sich in der Bundeshauptstadt allerdings in Grenzen halten. "Da innerhalb Wiens die Stammstrecke bereits überlastet ist, gibt es kaum noch Potenziale für Taktverdichtungen", gab Vassilakou zu bedenken.

Parkgaragen erweitern

Für Pendler will die Verkehrsstadträtin auch Kapazitäten in Parkgaragen bei Öffi-Stationen freischaufeln. Diese würden derzeit oft von Anrainern verstellt, da diese "draufgekommen sind, dass der Monatspreis für einen Abstellplatz in einer P&R-Anlage wesentlich günstiger ist als alles andere, was in der Stadt angeboten wird. Das hat die P&R-Anlagen von jenem Zweck entfremdet, für den sie errichtet wurden."

Man arbeite hier gerade an einer Lösung. Außerdem will die Stadt "kurzfristig Areale ausfindig machen, die Pendler für das Abstellen von Autos nutzen können" und die mittelfristig auch mit Parkdecks überbaut werden könnten.

Neues Parkraumbewirtschaftungsmodell

Neuigkeiten soll es bald auch in Bezug auf ein neues Parkraumbewirtschaftungsmodell geben. Bei einem Treffen am Freitagnachmittag ist vereinbart worden, dass Vassilakou und die ÖVP-Bezirksvorsteher von Hietzing, Währing und Döbling gemeinsam an einer Lösung arbeiten werden. 

Ob es beim künftigen Pickerl oder Parkschein auf eine Preisstaffelung - also je näher zum Zentrum, desto teurer - hinauslaufe, wollte die Ressortchefin nicht bestätigen. Nur soviel: "Zonenmodelle sind sehr wohl Thema. Ideen dazu sind von mehreren Seiten eingebracht worden - von den Grünen, der SPÖ, dem ÖAMTC und den Verkehrsexperten." Sie wolle aber nichts vorwegnehmen.

Akuter Handlungsbedarf

Nach wie vor akuten Handlungsbedarf ortet Vassilakou indes in jenen ÖVP-geführten Bezirken entlang des West-Gürtels, die noch kein Parkpickerl haben. "Meine Haltung hat sich nicht geändert: Ich meine, dass wir die entstandene Verdrängung am Besten in den Griff kriegen, wen wir die Bewirtschaftung auf den 18. und auf Teile des 13. und 19. Bezirks ausweiten." Das geht freilich nur mit Zustimmung der Bezirke.

Besonders unter Druck steht Währing, wo sich Vorsteher Karl Homole weiter gegen ein Pickerl wehrt - wenn auch nicht mehr ganz so vehement. Er kann sich mittlerweile vorstellen, unter Umständen eine weitere Anrainerbefragung durchzuführen.

Theoretisch könnten SPÖ und Grüne bereits Mitte Dezember im Bezirksparlament dank gemeinsamer Mandatsmehrheit die Einführung von Parkgebühren beschließen und Homole so überstimmen. Ob sie für eine derartige Vorgangsweise plädiere, wollte Vassilakou nicht kommentieren. "Das Allerletzte, was ich tue, ist, mich in irgendwelche Bezirkskompetenzen einzumischen. " Die aktuelle Situation im 18. Bezirk verlange nach der Einführung des Pickerls - jedoch: "Ob man sich dem anschließt oder nicht, muss jeder Bezirksrat für sich entscheiden." (APA/Thomas Rieder, 16.11.2012)

  • Die ÖBB wollen die neuen Schnellbahn-Fahrpläne am Montag der Öffentlichkeit präsentieren.
    foto: heribert corn

    Die ÖBB wollen die neuen Schnellbahn-Fahrpläne am Montag der Öffentlichkeit präsentieren.

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