Rosenbauer setzt mehr um, strudelt aber beim Ertrag

16. November 2012, 09:02

Der Feuerwehrausrüster leidet unter dem Sparzwang der öffentlichen Hand, die Auftragsbücher sind aber voll

Wien/Linz - Der börsenotierte Feuerwehrspezialist Rosenbauer aus Oberösterreich hat in den ersten neun Monaten 2012 mehr umgesetzt, der Gewinn ist aber abgesackt. Für heuer das Gesamtjahr peilt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von mehr als 600 Millionen Euro (2011: 542 Millionen) und ein Ergebnis von über 40 Millionen Euro an, trotz schwierigen Marktumfelds und "vorübergehender Mehraufwendungen durch Produktanläufe und das hohe Volumen in der Fertigung", wie der Konzern am Freitag ad hoc mitteilte. Die Ebit-Marge werde aber mit sechs bis sieben Prozent schwächer ausfallen als im Vorjahr (7,7 Prozent).

Standorte USA und Schweiz erfolgreich

In den ersten Monaten 2012 setzte Rosenbauer 430,2 Millionen Euro um, um 17 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Plus kam vor allem durch internationale Lieferungen der Rosenbauer International AG zustande, die nach wie vor gut ausgelastet sei. Zudem hätten auch die Standorte in den USA sowie in der Schweiz ihren Umsatz gesteigert. In Spanien und Deutschland musste Rosenbauer hingegen Federn lassen, wie aus dem Finanzbericht hervorgeht. Das größte Segment Österreich legte zu.

Auf Ertragsseite strudelt Rosenbauer weiterhin. Das operative Ergebnis (Ebit) sackte in den ersten drei Quartalen um 12 Prozent auf 20,5 Millionen Euro ab, das Vorsteuerergebnis schrumpfte um 16 Prozent auf 20,4 Millionen Euro und der Gewinn ging ebenso um 16 Prozent auf 15,9 Millionen Euro ab. Damit lag Rosenbauer sowohl bei Umsatz als auch beim Ertrag unter den Erwartungen der von der APA befragten Analysten.

Rückläufig waren auch die Margen. Die Ebit-Marge betrug in der Neunmonatsperiode nur noch 4,8 Prozent nach 6,3 Prozent. Zurückzuführen sei das auf erhöhte Anlaufkosten für die Einführung des neuen Feuerwehrautos US-Chassis Commander.

Auftragsbestand über Vorjahresniveau

Nach wie vor leidet Rosenbauer - wie auch seine Konkurrenten - am schuldenkrisenbedingten Sparzwang der Kommunen, vor alle in Europa und in den USA. Heuer konnten die Oberösterreicher ihre Kostenerhöhungen an den Fertigungsstandorten nicht in vollem Umfang auf die Preise überwälzen, heißt es in der Pflichtmitteilung. Die Auftragseingang in den ersten drei Quartalen ging um 12 Prozent auf 400,6 Millionen Euro zurück, der Auftragsbestand per 30. September lag mit 676,0 Millionen Euro aber deutlich über dem Vorjahresniveau (478,0 Mio. Euro). Damit seit die Kapazitätsauslastung für die nächsten 12 Monate gesichert. Um das hohe Auftragsvolumen abzuarbeiten, will Rosenbauer vor allem an den Standorten in Österreich und Deutschland seine Kapazitäten erweitern und zusätzlich 30 Mio. Euro investieren.

Im dritten Quartal steigerte Rosenbauer seinen Umsatz auf 159,5 Mio. Euro nach 131,8 Mio. Euro. Das Ebit ging auf 8,7 Millionen Euro nach 9,2 Millionen Euro zurück und das Periodenergebnis betrug 6,4 Millionen nach 7,6 Millionen Euro.

Rosenbauer beschäftigte Ende September 2.353 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es 2.112 Personen gewesen. Zusätzlich arbeiteten 270 Leiharbeiter für den Feuerwehrausrüster. (APA, 16.11.2012)

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