Post baut Rund-um-die-Uhr-Service aus

16. November 2012, 12:26
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Wirtschaftlich ist die Post AG gut unterwegs, seit Jahresbeginn hat das Unternehmen 226 Mitarbeiter weniger

Wien - Die Österreichische Post baut ihr Rund-um-die-Uhr-Service deutlich aus. Neben der Ausweitung des Angebots an Selbstbedienungsfoyers wird es künftig auch SB-Filialen geben. Das erste Pilotprojekt wurde im 23. Wiener Gemeindebezirk (Willergasse 11) gestartet. Die Filialen sollen insbesondere am Land zum Einsatz kommen, etwa in Orten, in denen sich kein Post-Partner gefunden hat. Wie viele Selbstbedienungsämter errichtet werden, steht noch nicht fest.

In den Filialen werden Frankierautomaten sowie Abgabeboxen und Paketwände stehen, in denen die Kunden ihre Pakete selbst verpacken, frankieren und aufgeben können. Mit dem "Gelben Zettel Neu", der einen Barstrichcode enthält, können Zustellstücke aus den Abgabeboxen geholt werden. In Stoßzeiten werden Mitarbeiter der Post helfend zur Seite stehen, sonst kommt die Filiale ohne Personal aus. Die Ausrüstung kostet pro Geschäftsstelle rund 15.000 Euro und wurde von der Post selbst entwickelt. Die Bedienung erfolgt sehr einfach und ist menügeführt. Der Kunde erhält eine Quittung für die Aufgabe des Poststückes, egal ob Brief oder Paket.

Die Umstellung der bestehenden Filialen auf das neue Design schreite voran. Bisher wurden 55 Ämter umgebaut und deren Sortiment deutlich reduziert.

Gewinnprämie für die Mitarbeiter

Zu den ersten neun Monaten des heurigen Jahres meinte Pölzl, diese seien "sehr zufriedenstellend verlaufen", insbesondere das Paketgeschäft in Österreich habe deutlich zugelegt. "Und das in einem sehr schwierigen Umfeld", so Postchef Georg Pölzl mit Verweis auf die Gewinnwarnung von UPS und einem negativen Ergebnis der Deutschen Post im dritten Quartal. "2012 wird ein gutes Jahr", betonte der Postchef.

Gute Nachrichten hat Pölzl auch für die Mitarbeiter. Als eines der ganz wenigen börsenotierten Unternehmen schüttet die Post an ihre Beschäftigten eine Gewinnprämie aus, im Vorjahr lag sie im Schnitt bei 725 Euro pro Person, dieser Wert werde heuer auf jeden Fall wieder erreicht werden, erklärte Pölzl am Freitag vor Journalisten. Insgesamt schüttet die Post knapp zehn Prozent des Betriebsergebnisses (Ebit) an die Mitarbeiter aus.

Und auch die Aktionäre dürfen sich freuen. Die Dividende bleibe weiter "attraktiv", versprach Pölzl. Zahl wollte er sich keine entlocken lassen, aber er rechnete lächelnd vor: "Im vergangenen Jahr betrug die Dividende 1,70 Euro je Aktie, im Jahr davor waren es 1,60 Euro und noch ein Jahr davor 1,50 Euro." Der Staatsanteil an der Post beträgt knapp 53 Prozent.

Nach wie vor etwas schleppend verläuft der Wechsel von Postlern zu Polizei und Justiz. Rund 30 Postler sind im dritten Quartal gewechselt. Pölzl hofft auch Einsatzmöglichkeiten auch in anderen Bereichen, etwa Schulen.

Wie jedes Jahr erinnert die Post daran, die Briefe und Pakete für den Weihnachtsabend rechtzeitig aufzugeben. Deadline für Pakete innerhalb Österreichs ist der 18. Dezember, bei Briefen ist es der 19. Dezember. EMS-Sendungen müssen bis zum 20. Dezember bei der Post abgegeben werden. Für ein Standard-Paket innerhalb Europas gilt der 3. Dezember als letzter Aufgabetag.

Ergebnis und Umsatz steigen

Wirtschaftlich ist die Post AG ist weiterhin sehr gut unterwegs. In den ersten neuen Monaten wurde das Betriebsergebnis (Ebit) um 14,7 Prozent auf 125,6 Millionen Euro angehoben, der Umsatz legte leicht um 0,8 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro zu. In der Division Brief, Werbepost und Filialen gab es mit 1,09 Milliarden Euro einen stagnierenden Umsatz, die Division Paket und Logistik konnte ein Plus von 2,3 Prozent auf 632,0 Millionen Euro einfahren. Der Free Cashflow vor Akquisitionen verzeichnete einen Zuwachs von 18,5 Prozent auf 131,1 Millionen Euro. Der Ausblick für das Jahr 2012 wurde bestätigt, der Umsatz werde leicht anziehen und die Ebitda-Marge weiterhin bei 10 bis 12 Prozent erwartet.

"Die Wachstumskomponente wurde durch Expansionsschritte in Polen, Bulgarien und Rumänien gestärkt, während die Profitabilität durch die Abgabe der Tochtergesellschaften in Benelux verbessert wurde. Das Thema Kundenorientierung wird kontinuierlich durch Selbstbedienungslösungen forciert. Finanziell wird auch weiterhin darauf geachtet, die operativen Cashflows umsichtig und zielgerichtet für nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen sowie Zukunftsinvestitionen einzusetzen. Gleichzeitig wird konsequent an einer noch stärkeren Kundenorientierung gearbeitet", kommentierte Post-Chef Georg Pölzl die Geschäftszahlen von Jänner bis September 2012.

1.900 Geschäftsstellen

Insgesamt verfügt die Post mittlerweile über 1.900 Geschäftsstellen, 1.308 von ihnen werden von Post-Partnern betreut. Der Personalstand reduzierte sich im Jahresvergleich um 226 Personen auf 23.260 Mitarbeiter - davon 19.691 in Österreich. Gleichzeitig legte der Personalaufwand um 1,5 Prozent zu. Zugelegt haben auch die Rückstellungen, was mit dem niedrigen Zinsniveau begründet wurde. "Es war aufgrund des international niedrigen Zinsniveaus zunächst im ersten Quartal und nun nochmals im dritten Quartal erforderlich, den Diskontierungszinssatz für bestehende verzinsliche Rückstellungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte zu senken. Dies führte zu einem erhöhten Rückstellungsbedarf von in Summe 17,7 Millionen Euro. Im Betrachtungszeitraum wurden auch diverse Rückstellungen für Personal-Unterauslastung oder Personalwechsel in den Bundesdienst dotiert. Insgesamt blieben die Rückstellungen für Unterauslastung in der Bilanz der Österreichischen Post seit Jahresanfang 2012 mit nunmehr 239,4 Millionen Euro weitgehend konstant", so die Post AG in einer Aussendung.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet Pözl eine leicht positive Umsatzentwicklung. Das Marktumfeld im Brief- und Paketgeschäft werde weiterhin sowohl vom gedämpften konjunkturellen Umfeld als auch von den strukturellen Veränderungen der Post-und Logistikbranche geprägt sein. Durch die elektronische Substitution sei bei adressierten Briefen nach wie vor von einem Mengenrückgang auszugehen, während der zunehmende Internethandel für Wachstum bei den Paketmengen sorgt. Für das Jahr 2012 sind Anlageninvestitionen (CAPEX) in der Größenordnung von etwa 90 Millionen Euro vorgesehen. (APA, 16.11.2012)

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