Weidmann gegen zu schnelle Bankenunion

16. November 2012, 08:20
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Zur Lösung der Krise sei eine Bankenunion das falsche Mittel, schreibt der Präsident der deutschen Bundesbank

Frankfurt am Main/Wien - Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor einer unausgegorenen Bankenunion gewarnt. "Bei der Einführung der Bankenunion muss Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen", schrieb Weidmann in einem Gastkommentar für das "Handelsblatt". Richtig ausgestaltet stärke eine Bankenunion eine stabilitätsorientierte Währungsunion. "Zur Lösung der gegenwärtigen Krise ist sie aber das falsche Mittel", schrieb Weidmann.

Gegen Ansiedlung bei EZB

Zudem stellte er sich gegen die geplante Ansiedlung der gemeinsamen Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Es drohten Interessenkonflikte, die das primäre Ziel Preisstabilität gefährdeten.

Der Bundesbank-Präsident forderte, dass die Bankenunion durch einen gemeinsamen Abwicklungs- und Restrukturierungsmechanismus ergänzt wird. Die Mittel, die für die Sanierung oder Abwicklung benötigt würden, müssten von einem finanziell ausreichend ausgestatteten Fonds aufgebracht werden, den die beaufsichtigten Banken finanzieren. Nur in Ausnahmefällen dürfte auf das Geld der Steuerzahler zurückgegriffen werden, schrieb Weidmann. (APA, 16.11.2012)

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