Burkina Fasos Staatschef trifft Vertreter von Islamisten und Tuareg

Staatschef von Burkina Faso vermittelt im Konflikt in Mali

Bamako/Ouagadougou (APA/AFP) - Burkina Fasos Präsident Blaise Compaore trifft am Freitag erstmals mit Vertretern der Islamistengruppe Ansar Dine und der Tuareg-Rebellen zusammen. Das Treffen mit beiden Delegationen werde zu Mittag stattfinden, erklärte die Präsidentschaft in Ouagadougou am Donnerstag. Burkina Faso vermittelt seit Monaten in dem Konflikt um die Besetzung der Nordhälfte Malis durch islamistische Gruppen und bemüht sich darum, Islamisten und Tuareg-Rebellen zusammen zu bringen. Die geplanten Gespräche markieren einen Fortschritt im Bemühen um eine politische Lösung.

Die Tuareg-Rebellen hatten am Mittwoch von Paris aus ihre Bereitschaft angekündigt, in den kommenden Tagen "formelle Gespräche" mit Ansar Dine zu beginnen. Die Islamisten machten ihrerseits Zugeständnisse, indem sie erklärten, nicht im gesamten Land das islamische Recht der Scharia einführen zu wollen. Sie seien außerdem dazu bereit, dabei zu helfen, die nördliche Region vom "Terrorismus" zu befreien.

In Mali hatten Soldaten Ende März die Regierung in Bamako gestürzt, woraufhin Tuareg-Rebellen und Islamisten in wenigen Tagen den gesamten Norden unter ihre Kontrolle brachten. Seitdem vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen aus den größten Städten und riefen die Scharia aus. Nachbarländer und westliche Staaten befürchten, dass Nordmali zu einem Rückzugsgebiet für islamische Terroristen werden könnte. Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS beschloss jüngst die Entsendung einer 3.300 Mann umfassenden Eingreiftruppe in das Krisenland.

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