Sidos Rückkehr hat "nichts mit Quotengeilheit zu tun"

15. November 2012, 20:00
  • Der Arm des Anstoßes: Sidos Schlag und die Folgen waren Thema im Stiftungsrat.
    foto: universal

    Der Arm des Anstoßes: Sidos Schlag und die Folgen waren Thema im Stiftungsrat.

  • Zustimmung gab es im Stiftungsrat für Zechners TV-Programmschema 2013. Mehr Geld, wie gefordert, bekommt die TV-Direktorin dafür nicht.
    foto: apa/neubauer

    Zustimmung gab es im Stiftungsrat für Zechners TV-Programmschema 2013. Mehr Geld, wie gefordert, bekommt die TV-Direktorin dafür nicht.

Nicht gerade Bildungsauftrag, aber doch wichtig für die Fans findet TV-Direktorin Zechner, dass Sido on air Gewalt verurteilte - Mit den "Staatskünstlern" will sie über Grenzen von Satire reden - Ihr TV-Schema 2013 brachte sie durch, mehr Geld bekommt sie nicht

Wien - Sido prügelt Dominic Heinzl nach der "Großen Chance", Kathrin Zechner wirft ihn aus der Show: Gewalt sei indiskutabel. Zwei Wochen darauf ist er zurück, sie hätten sich ausgesprochen, Sido erklärt vor 800.000 Zuschauern, Gewalt sei keine Lösung.

Aufreger Sido

Von Fehlern in der Kommunikation wollten ORF-Stiftungsräte die TV-Direktorin reden gehört haben. ORF-Chef Alexander Wrabetz verneint das; Zechner sieht "immer Optimierung möglich". Nein, Bildungsauftrag war Sidos Bekenntnis nicht. Seine Rückkehr habe aber "nichts mit Quotengeilheit zu tun": Die Folge ohne Sido habe sogar mehr Publikum gehabt - aber, zugegeben, weniger Junge.

Wie weit "Staatskünstler" gehen können

Aufreger zwei: Die Anti-Korruptions-Pickerl der "Staatskünstler" für Kärnten. Mit Florian Scheuba, Thomas Maurer, Robert Palfrader will Zechner reden, "wie weit Satire gehen kann". Das beruhigte offenbar Kärntens Stiftungsrat. Die Räte seien sich der Bedeutung von Satire für die Unabhängigkeit bewusst, betont sie.

Rathaus-Nähe "Einbildung"

Unabhängigkeit sehen die ORF-Redakteure in Gefahr, wenn Radiodirektor Karl Amons Vorschlag Edgar Weinzettl aus dem Studio Wien Innenpolitikchef im Radio wird. Ihm wird rote Rathaus-Nähe nachgesagt. "Einbildung", nennt das Amon.

Programmschema 2013 durch

Zechners TV-Programmschema 2013 nahm der Stiftungsrat an. Der Grüne Wilfried Embacher stimmte dagegen - als Signal gegen Regierungslastigkeit der ZiB. Vier von fünf Betriebsräten enthielten sich, weil die TV-Info mit dem bestehenden Personal keine verlängerte und trimediale ZiB 20 stemmen könne. Kollege Robert Ziegler kennt trimediales Arbeiten aus dem Landesstudio Niederösterreich und stimmte zu. Finanzdirektor Richard Grasl versprach extra Geld für die Infosendung. Für das TV-Programm gibt es 2013 so viel wie 2012 - Zechner forderte bis zu 80 Millionen mehr.

2013 plant der ORF positive Ergebnisse. Aber noch vor der Wahl müsse die weitere Abgeltung von Gebührenbefreiungen durch den Bund fixiert sein. Schon bald will Wrabetz kommunizieren, was der ORF sonst streichen muss. Eine Resolution für die Refundierung der Kosten der Gebührenbefreiung in voller Höhe und ohne programmliche Auflagen hat der Stiftungsrat Donnerstag beschlossen. (fid, DER STANDARD, 16.11.2012)

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Also ich

bin dem Sido dankbar.
Und wenn er seine musikalische Laufbahn ganz aufgibt, errichte ich ihm in meiner Wohnung einen Schrein.

Der Satire Grenzen aufzeigen? Lustig, Frau Zechner!

wieso? hat satire für sie keine grenzen??

für mich schon .. abgesehen mal davon, dass diese noch nicht erreicht sind.

Der ORF unter Wrabetz

erinnert mich immer mehr an das Österr. Nationalteam unter Constantini.

solange zur darstellung der hiesigen verhältnisse zu ofcsarek, kottal nicht frau mangold zur verkörperung von frau z. engagiert wird bleiben die arbeitsplätze der staatskünstler wohl erhalten

Aber wo denn?

Wie kann man nur auf eine solche Idee kommen? Es ist alles ethisch (durch die Entschuldigung) reiflich erwogen und rechtlich kler abgesichert: die Strafe, noch einmal im ORF auftreten zu müssen ist keinesfalls eine Unverhältnismäßige. Sie ist angemessen und gerade noch nicht menschenrechtswidrig.

Auf Quotengeilheit setzt der ORF,

weil ihn die Werbefirmen dafür gut bezahlen.
Denn: je höher die Einschaltquote, desto mehr wird die unsägliche minutenlange Werbung gesehen - und bezahlt.
Wie anders ist es sonst zu verstehen, dass ein fader, aber legendärer Club 2 nicht reformiert, sondern eingestellt wird, dass Frau Stöckl als Talkdame auftreten darf, und dass inzwischen nervige Quizsendungen, "Volks"musikshows sowie Pülcher und andere Filmchen dieses Niveaus weiterhin das Hauptabendprogramm dominieren dürfen. Und das nicht nur am Wochenende.
Nichts gegen Quiz, Schmonzette oder Show. Aber inzwischen geht das fast jeden Abend so. Niveau am Tiefpunkt. Und das wird durch Weglassen des Club 2 (statt ihn zu entstauben, auch mit neuen Moderatoren) nur noch verschärft

das Volk will einfach Leute sehen mit denen es sich identifizieren kann ....

Die Dorfposse

1. Akt: Brüll und Prügel...
2. Akt: Lehrmutter ORF urteilt,- der böser Junge muss gehen.
3. Akt: Lehrmutter ORF macht das Gegenteil wegen Beliebtheit des bösen Burli´s
4. Akt: die Lehrerin sagt der Burli war eh nie so richtig beliebt,...deshalb hat man Ihn zurückgeholt??

Das Publikum stöhnt......die Kinder stöhnen......
Und alle dürfen dafür sogar zahlen...

Da meldet sich ja bereits jemand freiwillig für den U-Ausschuss. Ob diesmal der Sessel besetzt wird?

Erbärmlich!!!

Die Sido-Rückholung schamlos zu verteidigen und dann auch noch auf Zuruf des Kärntner FPK-Stiftungsrates die "Staatskünstler" zum "Gespräch" vorladen: erbärmlicher geht es nicht mehr.

All jene, die die "Arbeit" Zechners als TV-Direktorin auch jetzt noch positiv beurteilen, wollen offensichtlich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich nachhaltig zerstören.

Kann sich diese Zeckner bitte endlich schleichen?

Nicht, dass ich etwa GIS-Gebühren zahlen würde, aber da regt man sich als Gratiskonsument ja auch auf.

*hust*, Lüge?

Sorry, habts Ihrs noch alle?

Man kann zur Zechner stehen, wie man will, aber sich übers Alter lustig machen ist schon sehr grenzwertig!
Gehts noch?

Zitat aus dem Landespressedienst 2009:

Der Kärntner Paradeunternehmer Siggi Neuschitzer wurde 2009 zum neuen ORF Stiftungsrat ernannt.

"Für Kärnten ist es von großer Wichtigkeit, dass nun mit Neuschitzer ein erfahrener und erfolgreicher Touristiker im ORF Stiftungsrat die Interessen des Landes vertritt. Neuschitzer bringt auch umfassendes Wissen über die nationale und internationale Medienlandschaft sowie PR Know-how mit", so der Landeshauptmann. Neuschitzer werde sein ganzes Fachwissen und seine Kompetenz in unternehmerischer und touristischer Hinsicht einbringen und am Wiener Parkett bestens bestehen, ist sich Dörfler sicher.
***Dem ist nichts hinzuzufügen***

Der Stiftungsrat ist Leitungsorgan des ORF und wird für vier Jahre bestellt.

Satire darf alles, Fau Zechner ... für Zensur bitte nach z.b. China auswandern!

Zensur: Hubsi Kramar Aufrtitt vor dem Opernball 2000

Zitat aus oe24.at:"Den wohl gruseligsten Auftritt lieferte Hubsi Kramar, Schauspieler, Regisseur und Autor, sowie Mitinitiator der Kulturstätte Kabelwerk. 2000 verkleidete er sich als Hitler und schockierte so die Ballbesucher mit einem täuschend echten Kostüm. In dem Aufzug provozierte er auch die damalige FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, in dem er ein Tänzchen mit ihr wagen wollte. "Hitler lebt für die Österreicher," schließt er aus den Ereignissen. "Sie lieben und sie fürchten ihn und sie wissen nicht, ob sie davon laufen oder sich freuen sollen, wenn ich als Hitler durch die Straßen gehe." Aufgrund dieser Aktion wurde der Kabarretist unsanft vom Ball entfernt"

Sidos Rückkehr hat "nichts mit Quotengeilheit zu tun"

Frau Zechner, womit sonst?

Sie verstehen das einfach nicht. Das Credo heutzutage ist nicht mehr den jungen Menschen gehaltvolle und niveauvolle Unterhaltung zu bieten. Wir müssen die jungen Leute dort abholen wo sie sind (auch wenn wir sie vorher dorthin gebracht haben).

Ich fürchte Sie irren, ich verstehe das sogar sehr gut, aber das, was mir fehlt, ist die wieder aufstrebende Komponente ... muss man sich permanent im Sumpf bewegen, oder ist der Gedanke sich zu Höherem emporzuschwingen grundlegend falsch? Wenn dem so sein sollte, dann "Gute Nacht, Menschheit!" ....

Leicht erklärt

Mit Geilheit nach mehr Zusehern :-D

Was ist denn "Quotengeilheit"???? :-D

Es ist noch nicht Quotengeilheit, wenn ein Sender erkennt, dass er sich mit der fristlosen Entfernung des einzigen Protagonisten, der die Zuschauer interessiert, ins eigene Knie geschossen hat. Das war nichts weiter als eine Notbremse, sonst hätte Zechner "Die große Chance" mangels Zuseher gleich einstellen können.

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