Sidos Rückkehr hat "nichts mit Quotengeilheit zu tun"

  • Der Arm des Anstoßes: Sidos Schlag und die Folgen waren Thema im Stiftungsrat.
    foto: universal

    Der Arm des Anstoßes: Sidos Schlag und die Folgen waren Thema im Stiftungsrat.

  • Zustimmung gab es im Stiftungsrat für Zechners TV-Programmschema 2013. Mehr Geld, wie gefordert, bekommt die TV-Direktorin dafür nicht.
    foto: apa/neubauer

    Zustimmung gab es im Stiftungsrat für Zechners TV-Programmschema 2013. Mehr Geld, wie gefordert, bekommt die TV-Direktorin dafür nicht.

Nicht gerade Bildungsauftrag, aber doch wichtig für die Fans findet TV-Direktorin Zechner, dass Sido on air Gewalt verurteilte - Mit den "Staatskünstlern" will sie über Grenzen von Satire reden - Ihr TV-Schema 2013 brachte sie durch, mehr Geld bekommt sie nicht

Wien - Sido prügelt Dominic Heinzl nach der "Großen Chance", Kathrin Zechner wirft ihn aus der Show: Gewalt sei indiskutabel. Zwei Wochen darauf ist er zurück, sie hätten sich ausgesprochen, Sido erklärt vor 800.000 Zuschauern, Gewalt sei keine Lösung.

Aufreger Sido

Von Fehlern in der Kommunikation wollten ORF-Stiftungsräte die TV-Direktorin reden gehört haben. ORF-Chef Alexander Wrabetz verneint das; Zechner sieht "immer Optimierung möglich". Nein, Bildungsauftrag war Sidos Bekenntnis nicht. Seine Rückkehr habe aber "nichts mit Quotengeilheit zu tun": Die Folge ohne Sido habe sogar mehr Publikum gehabt - aber, zugegeben, weniger Junge.

Wie weit "Staatskünstler" gehen können

Aufreger zwei: Die Anti-Korruptions-Pickerl der "Staatskünstler" für Kärnten. Mit Florian Scheuba, Thomas Maurer, Robert Palfrader will Zechner reden, "wie weit Satire gehen kann". Das beruhigte offenbar Kärntens Stiftungsrat. Die Räte seien sich der Bedeutung von Satire für die Unabhängigkeit bewusst, betont sie.

Rathaus-Nähe "Einbildung"

Unabhängigkeit sehen die ORF-Redakteure in Gefahr, wenn Radiodirektor Karl Amons Vorschlag Edgar Weinzettl aus dem Studio Wien Innenpolitikchef im Radio wird. Ihm wird rote Rathaus-Nähe nachgesagt. "Einbildung", nennt das Amon.

Programmschema 2013 durch

Zechners TV-Programmschema 2013 nahm der Stiftungsrat an. Der Grüne Wilfried Embacher stimmte dagegen - als Signal gegen Regierungslastigkeit der ZiB. Vier von fünf Betriebsräten enthielten sich, weil die TV-Info mit dem bestehenden Personal keine verlängerte und trimediale ZiB 20 stemmen könne. Kollege Robert Ziegler kennt trimediales Arbeiten aus dem Landesstudio Niederösterreich und stimmte zu. Finanzdirektor Richard Grasl versprach extra Geld für die Infosendung. Für das TV-Programm gibt es 2013 so viel wie 2012 - Zechner forderte bis zu 80 Millionen mehr.

2013 plant der ORF positive Ergebnisse. Aber noch vor der Wahl müsse die weitere Abgeltung von Gebührenbefreiungen durch den Bund fixiert sein. Schon bald will Wrabetz kommunizieren, was der ORF sonst streichen muss. Eine Resolution für die Refundierung der Kosten der Gebührenbefreiung in voller Höhe und ohne programmliche Auflagen hat der Stiftungsrat Donnerstag beschlossen. (fid, DER STANDARD, 16.11.2012)

Share if you care