Kein neues Haus für russische Milliardärin Baturina in Kitzbühel

15. November 2012, 19:48
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Gericht und Land entscheiden gegen Kauf der Russin

Innsbruck - Der aktuelle Villenkauf der russischen Unternehmerin und Ehefrau des ehemaligen russischen Bürgermeisters Juri Luschkow, Jelena Baturina, in Aurach im Tiroler Bezirk Kitzbühel musste rückgängig gemacht werden. Der Verwaltungsgerichtshof bestätigte das, was das Land Tirol bereits geurteilt hatte: Öffentliches Interesse liege beim aktuellen Kauf der Unternehmerin nicht vor. Zumal weder Baturina noch ihre Familie in Aurach gemeldet seien. Diese hielte sich ohnehin nur im Urlaub in Kitzbühel auf, heißt es.

Investment in die Region versprochen

Seit Jahren beschäftigt die russische Milliardärin mit ihren Immobilienkäufen die Tiroler Landesgrundverkehrskommission. Als EU-Ausländerin braucht Baturina bei einem Hauskauf deren Zustimmung. 2009 konnte ihr Tiroler Anwalt Emilio Stock erst im zweiten Anlauf nachweisen, dass sehr wohl öffentliches Interesse bestehe, Baturina beziehungsweise ihre Tourismusgesellschaft in Tirol ein zehn Millionen Euro teures Haus kaufen zu lassen.

Zuvor hatte sich die Gemeinde gegen einen Freizeitwohnsitz für die Russin ausgesprochen. Dann wurde aus "wirtschaftlichen und kulturellen" Gründen doch für Baturina entschieden. Die Russin hatte versprochen, finanziell in die Region zu investieren.

Tiroler Investitionen

Die reichste Frau Russlands hat sich schon Jahre zuvor in Tirol eingekauft. 2006 hatte Baturinas Saphros Stiftung den Golfklub Eichenheim gekauft und um 25 Millionen Euro renovieren lassen. Ebenso das Grand Hotel Tirolia, das Baturinas Firma Inteco 2009 um rund 35 Millionen Euro umbauen ließ.

Als die Villa in der Kochau für Baturina vor rund einem Jahr plötzlich zu wenig Privatsphäre aufwies, sollte also ein neues Luxusdomizil gekauft werden. Es musste mittlerweile wieder an die holländischen Ex-Besitzer zurückverkauft werden, für Baturina sollen aber Pfandrechte an der Liegenschaft eingetragen worden sein. (Verena Langegger, DER STANDARD, 16.11.2012)

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