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Das Angebot an Ganztagsschulen soll rasch ausgebaut werden, darüber herrscht weitgehend Konsens. Zwei große Bremser gibt es dennoch: Das ist zum einen die ÖVP, zum anderen sind das die Lehrer. Beide sind unwillig, aus unterschiedlichen Gründen.
Die ÖVP kommt in dieser Frage über ihre ideologischen Schranken nicht hinaus, sie ist in ihrem altmodischen Denken gefangen. Vizekanzler Michael Spindelegger musste erst aus dem Schmollwinkel geholt werden, stimmte dem Ausbau aber schließlich zu - mit Bedingungen. Unverständlich ist, warum Spindelegger der Nachmittagsbetreuung, also der Aufbewahrung der Kinder mehr abgewinnen kann als einem verschränkten Unterricht, bei dem sich über den Tag verteilt Unterricht, Sport, Lernen, Freizeit, Aufgaben und Kurse abwechseln. Das Modell eines verschränkten Unterrichts ist jenem des geblockten Unterrichts am Vormittag und der beaufsichtigten Aufbewahrung am Nachmittag so haushoch überlegen, dass es darüber eigentlich gar keine Diskussion geben sollte.
Es gibt sie dennoch. Die ÖVP führt sie, weil sie noch dem Modell nachhängt, dass die Mutti zu Hause bleibt und am Nachmittag mit den Kindern Aufgaben macht und den Buben zum Fußball und das Mädchen zum Ballett führt.
Auch die Lehrer führen diese Diskussion - aus blankem Eigeninteresse. Viele begreifen ihren Job als Halbtagsjob, wollen am Nachmittag nach Hause gehen und nicht in der Schule unterrichten. Das stellt die Eigeninteressen über alles andere, über das Wohl der Kinder, das nimmt den Jugendlichen Chancen, das nimmt auch der Gesellschaft viele Chancen. Es gibt Lehrer, die glauben, die Schule hat für sie da zu sein, nicht für die Schüler. Darum wäre es absurd, den Lehrern ein Vetorecht beim Ausbau zur Ganztagsschule einzuräumen. Das wäre das Ende des Projekts.
Dass Lehrer auch berechtigte Ansprüche und Forderungen haben, ist allerdings ebenso unbestritten. Natürlich brauchen sie in der Schule ein entsprechendes Umfeld, sie brauchen Platz und adäquate Arbeitsplätze und eine vernünftige Bezahlung. Dafür hat die Politik zu sorgen.
Das Bild der Lehrer wird sich hoffentlich bald ändern - vom Halbtagsjob mit einem Übermaß an Freizeit hin zu einem ganzwertigen, verantwortungsvollen und allseits geschätzten Beruf. Dazu wird es auch ein neues Lehrerdienstrecht brauchen. Auch dafür hat die Politik zu sorgen - zur Not auch gegen den Willen der (jetzigen) Lehrer. (Michael Völker, DER STANDARD, 16.11.2012)
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Klar, dass alles auf die Person Frank Stronachs zugespitzt ist. Wegen eines Herrn Lugar, einer Frau Schenk oder eines Herrn Markowitz würde man die Liste nicht wählen
<Sarkasmus>
- 8h/Tag Anwesenheitspflicht im Redaktionsbüro für Journalisten
- Davon mindestens 6h am Telefon/ im Chat mit Lesern
- Absicherung der Anwesenheit durch (elektronische) Zeitstempelsysteme
- wenn sie schon anwesend sind könnten sie zusätzlich die Hotline für den Vertrieb übernehmen
- Absenkung der Einkommen auf Lehrerniveau
- Verkleinerung der Arbeitsflächen auf selbiges
- Abschaffung überflüssiger vom Arbeitgeber gestellter Ausstattung wie Computer etc
- Verbot, diese Ausstattung am Arbeitsplatz durch selbst beschaffte zu ersetzen
</Sarkasmus>
Was zum Geier?
Organisation und Ausstattung der Schulen und Redaktionsbüros sind für solche Forderungen nicht tragfähig, die Bedingungen und Nebentätigkeiten für Akademiker unzumutbar.
ich unterrichte an einer ganztagesvolksschule. finde das konzept auch richtig und bin gerne dort. aber nach einem langen tag bist du platt. im büro kann man sich mal 10 minuten zurücknehmen, abschalten oder was auch immer, mit einem haufen kindern hast du da keine chance. irgendwas ist immer. und in den fast 15 jahren meiner lehrtätigkeit muss ich feststellen, dass von der gesellschaft und den eltern immer mehr erziehungsarbeit von der schule erwartet wird. das wiederum geht klar zu lasten anderer inhalte. aber ich schwafel am thema vorbei, lange rede kurzer sinn, die besten der besten wird es zu der kohle und bei den arbeitsbedingungen nicht spielen.
Das Angebot an Nachmittagsbetreuungen und Horten ist so groß,dass jedes Kind,das eine Betreuung braucht,auch eine bekommt. Hinter der Ganztagsschule geht es primär nicht um die Eltern und Kinder ( wie gesagt,es gibt jetzt schon genügend Möglichkeiten sein Kind bei Bedarf unterzubringen), es geht darum ein neues lehrerdienstrecht durch zusetzen und da wird man sich damit leichter tun,wenn der Lehrer ohnedies schon den ganzen Tag in der Schule sitzt. Denkt die Unterrichtsministerin eigentlich jemals daran,wie sich die Kinder fühlen? Nein,die sind ihr sicher sch....egal! Statt spielen im Hof, darf sich das Kind nun ein paar Stunden mehr von nun noch mehr ausgebrannten und angefressenen Lehrern anbrüllen lassen.
Im Hof spielen können sie in der Schule auch, eine betonierte Fläche gibt es sicher.
Wenn man Statistiken glaubt, verbringen Kinder Stunden pro Tag mit Computerspielen und Fernsehen.
In der Ganztagsschule können Kinder die Freizeit sinnvoll verbringen und auch lernen, den Computer sinnvoll als Informations- und Lernmittel einzusetzen.
Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Kinder nicht in fünf oder sechs Stunden - fast ohne Unterbrechung - neues Wissen aufnehmen sollen. Es ist doch nahezu unmöglich, diese Konzentration aufzubringen. Die Stunden über den ganzen Tag zu verteilen, ist doch sinnvoller. Und dazwischen jeden Tag eine Turnstunde. Es ist auch mehr Zeit, um z.B. Schwimmen und Eislaufen, richtigen Sportplatz zu gehen.
Ich bin vor fast 30 Jahren in die Reichsapfelgasse gegangen weil meine Mutter noch studiert hat. Wir hatten verschränkten Unterricht mit Spiel-, Musik-, Tanzstunden und sogar Kochen in der 1. Klasse. Unser Lehrer saß bei den Aufgabenstunden in der Klasse und hat seine Vorbereitungen erledigt. Wir konnten ihn bei Problemen fragen und erhat allen geholfen. Kinder mit Migrationshintergrund haben alle positiv abgeschlossen. Zugegeben es waren nicht viele, da sich die Frau Direktor die Kinder aussuchen konnte. Aber heute kann ich sagen es war trotz der Länge des Schultages eine wunderschöne Zeit.
sie sind einfach nicht dafür eingerichtet. Das sind nur Klassen vielleicht ein Turnsaal (der aber auch am Nachmittag belegt ist) und ein zu betonierter Pausenhof.
Ganztagsschule muss man auch baulich dafür vorbereiten aber diese Schulen gibt es noch nicht ausreichend.
sich einmal eine Durchschnitts-Schule von innen anzuschauen. Mini Klassen, keine Aufenthaltsräume, keine Rückzugsmöglichleiten, keine Möglichkeit für ein zivilisiertes Mittagessen, oft nicht einmal ein Turnsaal, völlig unzureichende Lärmschutzmaßnahmen etc. In solche "Baracken" wollen sie Kinder den ganzen Tag über sperren??
Ja, ich bin Lehrer. Ja, ich würde wie sehr viele meiner Kollegen sofort mit einer Ganztagsschule arbeiten, auch ohne großartige Gehaltsanhebungen. Aber nicht unter unmenschlichen Bedingungen. Und da muss Geld in die Hand genommen werden, und zwar endlich mal richtig viel! Und wenn dann auch noch jeder Lehrer einen eigenen Arbeitsplatz bekommt, sind alle glücklich.
Wenn die Mehrheit der Österreicher für das Zukunftskonzept Ganztagsschule ist, da gesellschaftliche Veränderungen und international positive Erfahrungswerte pro tiefgreifende Reformen sprechen, kann eine oft verkrustete und rückschrittlich orientierte Lehrerschaft und ihre auf Eigeninteressen konzentrierte Gewerkschaft nicht das Rad der Weiterentwicklung blockieren. Das Vetorecht der Lehrer gegen Ganztagsschulen wäre hier grotesk!
Nicht die Verteidigung des bequemen Halbtag-Jobs hat hier Priorität - sondern das Wohl der Schüler in einem für den Lern-/Lehrerfolg optimierten Schulumfeld - wo auch der Lehrerschaft notwendige Ressourcen wie Laptop/Schreibtisch/Stauraum etc. für Schülerbetreuung/Korrekturen/Vorbereitung zur Verfügung stehen.
Anstelle von einer Berufsgruppe zu fordern, sie möge endlich alle eigenen Wünsche zurückstellen und sich selbstlos für die Rundumversorgung des Nachwuchses im Land zur Verfügung stellen, könnten Sie mit gutem Beispiel vorangehen!
Da die Sklaverei schon länger abgeschafft ist und daher das reine Anschaffen nicht mehr hilft, muss man sich an der restlichen Wirtschaft ein Beispiel nehmen:
Wenn ich etwas haben will, muß ich bereit sein, dafür zu bezahlen.
Geiz mag geil sein, aber sicher kein Geschäftsmodell, mit dem man irgendetwas Positives erreicht.
Natürlich sollen PädagogInnen+Direktion an den jeweiligen Standorten, die auf Ganztagsschule umgestellt/ausgebaut werden, in die Detailplanung mit einbezogen werden. Diese Beiträge sollen jedoch aufzeigen - WIE das Projekt optimal UMGESETZT - nicht wie es VERHINDERT werden kann! Das hat nichts mit Sklaverei zu tun.
Tatsache ist - dass unser derzeitiges Schulsystem chronisch veraltet ist und der Ganztagsschule die Zukunft gehört!
Anstelle immer von anderen zu fordern, sie mögen endlich dies und das tun, können Sie es ja selbst versuchen. Die Lehrer haben kein Monopol auf die Nachmittagsbetreuung.
Wenn also hinreichend Nachfrage vorhanden ist, kann jeder kommen und seine Leistungen anbieten.
Bei entsprechenden Anreizen wird das sicherlich ein erfolgreiches Unternehmen.
Es geht hier nicht primär um das Wohlbefinden der Lehrerschaft und ihrer RETRO-Gewerkschaft - sondern um die erfolgreiche Zukunft unserer Kinder. Lehrer in der Ganztagsschule ist - wie der Name schon sagt - ein wichtiger Ganztags-Job - keine Teilzeitarbeit - wie im heutigen System noch weit verbreitet!
Ich arbeite in einem interessanten, anspruchsvollen Ganztagsberuf mit 40 WSen und habe einen erfolgreichen Arbeitstag hinter mir.
Es wird für Sie vermutlich nicht begreifbar sein: Auch Lehrer, die nur vormittags unterrichten, haben einen Ganztagsberuf, wobei ein Teil der Arbeit eben zuhause erledigt wird.
Wenn Sie für Ihren Nachwuchs eine Betreuung benötigen, wird es Ihnen nicht viel nützen, hier herumzuflegeln. Auf bloßes Anschaffen reagiert niemand mehr, schon gar nicht, wenn man gewerkschaftlich gut vertreten ist. Angesichts der demographischen Entwicklung wird es immer schwieriger, für diesen anstrengenden Beruf - ich stelle mir vor, Sie wären der Vater eines Schulkinds - motivierte Lehrer zu finden. Da braucht es positive Anreize.
Angesichts der angeblich paradiesischen Verhältnisse für Lehrer (Halbtagsjob, Ferien noch und nöcher, beste Jobaussichten wegen Pensionierungswelle) verwundert es schon, dass ein eklatanter Lehrermangel herrscht.
Das Bashing in den Medien (auch in "Qualitätszeitungen") und Foren tragen auch nicht zu einem größeren Zustrom bei.
Aufruf an alle, die sich über die Weigerung der Lehrer aufregen, sich ohne entsprechende Gegenleistung zu Mehrarbeit verpflichten zu lassen: Geht hin und macht es besser!
in den ballungsräumen können sie jede frei werdende stelle mit 10 bewerbern nachbesetzen solange es sich nicht um naturwissenschaften handelt... schnell mal die pädak für handarbeit, religion, turnen, geographie ect. absolviert und dann mit vitamin b oder parteibuch kommt schon was, garantiert ! müssten aber lehrer wie jeder fussballtainer in konkurenz treten und erfolge vorweisen dann wärs ganz schnell still um die gewerkschaftslehrer. zur zeit sitzen die erfolgstrainer zuhause (mutti macht´s möglich)...
Es gibt in Wien einen eklatanten Lehrermangel an Grundschulen, im Vorjahr fehlten Lehrkräfte für 100 Volksschulklassen.
(siehe auch den kalmierenden Beitrag http://derstandard.at/131500634... ramatisch)
Es fehlen hinten und vorne Zusatzlehrer.
Wenn eine Schule bei diversen Lesetests zu gut abschneidet, werden die noch vorhandenen Stützlehrer sofort abgezogen.
Es werden eben alle Schulen und Schüler auf gleiches Niveau gebracht.
ob Ganztagsschule ja oder nein.
Die Notwedigkeit liegt zuerst bei den Eltern, dann von den Möglichkeiten und zuletzt bei den Lehrern.
Wie und in welcher Form, das sind Varianten. jede hat estwas für sich.
Zu entscheiden haben es als direkt betroffenen und Obsorgeverpflichtete die Eltern!.
Sicher, es ist auch ein Unterschied ob Stadt oder Land. Vernünftig sollte auch auch aus diesem Gesichtspunkt(en) entschieden werden
Hier werden leider immer 2 Anforderungen vermischt:
Die Aufgabe der Schule ist es, die Kinder auszubilden und nicht, sie zu hüten.
Da ein großer Bedarf besteht, die Kinder auch über die Schule hinaus zu betreuen, sollte dafür die Infrastruktur geschaffen werden. Zahlen sollen die, die davon profitieren. (Themenbereich: Angebot, Nachfrage, Preis)
Am billigsten ist es natürlich, die Schule über den ganzen Tag zu strecken und die zusätzlich entstehende Arbeit den LehrerInnen als ohnehin in ihrer Arbeitszeit zu verrichtende Tätigkeit zu übertragen.
Ob dies dann die wünschenswerte gute Betreuung bringt, darf bezweifelt werden.
Ich wundere mich immer wieder, wieviele Leute in großer Inbrunst mit Hass und Neid auf ihre Lehrer zurückblicken.
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