Wie "Aha-Erlebnisse" die Integration fördern

Julia Herrnböck, 16. November 2012, 05:30
  • Das Zusammenleben verbessern und die Integration stärken - das sind die Ziele der Frauenbeauftragten.
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    foto: apa/herbert p. oczeret

    Das Zusammenleben verbessern und die Integration stärken - das sind die Ziele der Frauenbeauftragten.

Frauenbeauftragte sollen in den muslimischen Glaubensgemeinschaften als Ansprechpartner und Vermittler agieren. In einer Schulung erfahren sie von Länderkunde bis Geschichte Wichtiges über Österreich - vor allem über Frauenrechte und Gleichberechtigung

Wien - Echte "Aha-Erlebnisse" habe es ausgelöst, als die 18 Musliminnen bei einem Stadtspaziergang durch Wien viel über die Rolle der Frau in der österreichischen Geschichte erfahren hätten. Sie bilden den zweiten Jahrgang, der über ein Projekt des Außenministeriums zu Frauenbeauftragten in ihren Moschee-Vereinen ausgebildet wird.

"Zu hören, dass bis in die 1970er-Jahre Frauenrechte zum Teil nicht vorhanden waren - etwa, weil der Ehemann über die Berufstätigkeit entscheiden durfte -, ist ein wichtiger Schritt für Integration", sagt Amina Baghajati, die bereits im Vorjahr die Ausbildung begleitet hat und selbst als Frauenbeauftragte agiert. 

Emanzipation und Kopftuch

Mehr darüber zu wissen, wie sich Frauen in Österreich Emanzipation erkämpft haben und dass aufgrund dieser Errungenschaft das Kopftuch abgelehnt wird, helfe zu verstehen, warum die Debatte über Migration nun mal so läuft, wie sie läuft. "Unsere Diskussionen sind ein wichtiges Reflexions-Element", sagt Baghajati. Ziel des Programms ist es, die Frauen in ihren Glaubensgemeinschaften zu stärken und in ihrer Funktion als "Integrationslotsen" zu motivieren.

Die Teilnehmerinnen, die aus allen Bundesländern nach Wien gekommen sind, um die einwöchige Schulung mitzumachen, sollen als Multiplikatoren dienen. Deswegen wurde auch die Gruppe der 30 Musliminnen, die im Vorjahr an der Ausbildung teilgenommen haben, dazugeladen.

Ehrenamtliche Arbeit

Ihr Engagement, etwa in Schulen oder Kindergärten, ist ehrenamtlich. Viele hätten erst im Gespräch mit den anderen Frauen gespiegelt bekommen, was sie leisten, und eine echte Aufwertung erfahren. Wie beispielsweise Arzu Erdem, Religionslehrerin, die seit Jahren in Salzburg als Stadtteilmutter arbeitet und in diesem Jahr an dem Programm teilgenommen hat: "Es gibt Hoffnung zu sehen, dass etwas passiert und auch schon einiges erreicht wurde. Wir müssen dranbleiben."

Die Ausbildung zur Frauenbeauftragten ist, als einer von vier Projektpfeilern, eingebettet in das Projekt "Dialog- und Integrationsschulung für Imame, Seelsorgerinnen und Moscheevereine" und wird vom Europäischen Integrationsfonds kofinanziert.

Diplome werden verliehen

Am Freitag bekommen die neuen Frauenbeauftragten und die diesjährigen Dialoglotsen, die ihre Ausbildung ebenfalls abgeschlossen haben, ihre Diplome im Marmorsaal des Außenministeriums verliehen. Die Imame, die im Zuge des Programms für einige Jahre aus der Türkei nach Österreich kommen und vorher einen Kurs in Landeskunde absolvieren, sind bereits seit dem Frühjahr im Einsatz.

Interkulturelle Erziehung, Konfliktmanagement, Familien- und Eherecht stehen in allen Teilprojekten im Fokus. Dieses Jahr wurde zusätzlich der Aspekt Medienlandschaft und Rhetorik eingebaut. "Es geht um Grundfragen der Religions- versus Meinungsfreiheit, um österreichspezifische Berichterstattung zum Thema Migration und Integration", erklärt Flora Springer, Projektleiterin im Außenministerium.

Auch die Frauen wurden geschult, als Schnittstelle zwischen ihren Glaubensgemeinschaften und den Medien zu handeln. "Es ist wichtig, die Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen", sagt Arzu Erdem aus Salzburg. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 16.11.2012)

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Wie kommen diese Imame hierher-wurde gefragt

Sie sind Beamte der mächtigen und finanzstarken, türkischen Religionsbehörde.
Der Etat dieser Behörde ist nach dem der Militärs der höchste Posten im türkischen Staatshaushalt.
Die Imame wirken in de Moscheevereinen.
Die Integrationslotsinnen arbeiten eng mit den Vereinen zusammen.
Welche gewinnbringenden aha -Erlebnisse von diesen Profiteurinnen der Islamisierung anderen muslimischen Frauen vermittelt wird,wäre interessant gewesen zu erfahren.

umgekehrt wär natürlich auch möglich, österreichischen nichtmuslimen ein "aha-erlebnis" zu vermitteln, indem man z.b. zeigt, dass nicht alle Muslimas strenggläube kopftuchträgerinnen sind.
und mit entsprechenden fotos zu artikeln könnte man da ja mal in den medien anfangen.

denn wenn's um männliche österreichische Muslime geht, zeigt man ja - aus gutem grund - auch nicht immer nur männer mit vollbart und taqiyah ...

Traurig, aber wahr! Um diesen Eindruck zu bekommen, müsste man sich nur etwas umhören und sehen... Aber ganz zurecht wird ein Nicht-Fundamentalistischer Muslime sagen: "was kann ich für die Idioten?"
Das kapieren aber zu viele Menschen nicht. Zu viele hätten gerne wieder Armbinden, um gleich zu sehen, mit wem ise es zu tun haben...

Ich finde das alles in allem eine gute Initiative (und ja, durchaus auch wert, Steuergeld dafuer zu verwenden).

"Wie "Aha-Erlebnisse" die Integration fördern"

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umgekehrt wär natürlich auch möglich, österreichischen nichtmuslimen ein "aha-erlebnis" zu vermitteln, indem man z.b. zeigt, dass nicht alle Muslimas strenggläube kopftuchträgerinnen sind.
und mit entsprechenden fotos zu artikeln könnte man da ja mal in den medien anfangen.

http://theolounge.files.wordpress.com/2008/07/m... flickr.jpg

http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.11... -papst.jpg

http://www.gloupe.com/dots/view/38275

http://www.kn-online.de/Schleswig... EKD-Synode

schließlich tragen ja auch nicht alle österreichischen Muslime einen vollbart ....

"Mehr darüber zu wissen, wie sich Frauen in Österreich Emanzipation erkämpft haben und dass aufgrund dieser Errungenschaft das Kopftuch abgelehnt wird, helfe zu verstehen, warum die Debatte über Migration nun mal so läuft, wie sie läuft."

Finde ich wichtig und gut!

"Die Imame, die im Zuge des Programms für einige Jahre aus der Türkei nach Österreich kommen und vorher einen Kurs in Landeskunde absolvieren, sind bereits seit dem Frühjahr im Einsatz."

Mich würde - im Zuge der "Qualitätskontrolle" - interessieren, wie dieser "Kurs in Landeskunde" aussieht.
Und warum man Imame aus der Türkei importieren muss - bedeutet dass, dass man in Österreich keine Imame für dieses Programm finden konnte? Es gibt doch hier eine staatlich approbierte ReligionslehrerInnenausbildung für Muslime, und da findet sich gar überhaupt niemand?
Das wäre dann doch eher bedenklich.

Bzw., warum müssen es Imame sein? Es gibt mittlerweile doch einige - hier ausgebildete - islamische Religionslehrerinnen.

Alles ein bissl seltsam.

ein imam und ein religionslehrer

sind halt nicht dasselbe. gsd werden wenigstens die relilehrer hier ausgebildet

Also, zusammenfassend gibt es "Seelsorgerinnen" und "Frauenbeauftragte" sowie die Teilnehmerinnen - wenn ich den Artikel richtig verstehe also alle weiblich.

Das Engagement der Frauen welche als "Frauenbeauftragte" fungieren ist "ehrenamtlich".

Die Teilnehmerinnen opfern wohl auch kostenlos ihre Freizeit?

Aber die Imame - zwangsläufig alle männlich - werden extra eingeflogen. Wer zahlt das? Das Außenministerium? Kriegen diese weitere finanzielle Unterstützung? Wenn ja, von wem? Und, warum verflixt nochmal, brauchst es dazu unbedingt Imame? Da werden doch wieder nur die Strukturen reproduziert - ganz oben, als religiöse Instanz, muss unbedingt ein männlicher Imam stehen, verstehe ich das richtig?

Wer zahlt das? Nun da Religion an sich sakrosankt ist und immer auf öffentliche Gelder zählen kann (vertraglich zugesichert auf alle Ewigkeit), wohl wir alle!!!!

Also weil in den 70er-Jahren untragbare Zustände herrschten, ist es schon ein bisserl ok, selber noch 40 Jahre hinten zu sein? Oder wie läuft das Argument?

Aha. Hier haben wir den misanthropischen "Glas-halb-leer" Typen.

Versuchen Sie´s mal konstruktiv:
- wenn binnen 40 Jahren in der Sache hier ein Fortschritt zu erzielen war, dann wird das bei euch genau so klappen-
oder
mehr die empathische Version:
- seht, auch wir kochen nur mit wasser, so wie ihr, und was wir geschafft haben, schafft ihr daher auch-

nein, es geht darum zu zeigen, dass sich etwas ändern kann und dass das nicht ganz von alleine geht.

Sagt wer?

Sie nicht...

...wie man liest.
Fenster auf, bisserl frische Luft in den Kopf lassen!

Nein, du hast es nicht verstanden. Es geht darum, dass man versteht, dass wir auch unsere Traditionen geändert haben, dass das geht und es in dem Bereich besser wurde.

Das geht nicht aus dem Artikel hervor. Da steht im Gegenteil explizit, dass es darum geht, die Frauen in ihrem konservativen religiösen Weltbild zu stärken und am besten bereits bei Kindergartenkinder damit zu beginnen.

da steht " die Frauen in ihren Glaubensgemeinschaften zu stärken " - nirgendwo steht was von Stärkung des konservativen religiösen Weltbildes.

Im Ernst jetzt? Wollen Sie behaupten, dass die islamischen Glaubensgemeinschaften ein progressives aufgeklärtes Weltbild fördern?

islamischen Glaubensgemeinschaften ein progressives aufgeklärtes Weltbild

Nun, sollten die das doch nicht tun, dann befinden sie sich in bester Gesellschaft mit anderen Opinion Leaders die das auch nicht tun:

Wirtschaft und Banken,
Neoliberalisten,
die gemäßigte Rechte (die extreme erwähne ich gar nicht)
Ihr Wohnungsvermieter,
Ihr Arbeitgeber,
usw.

Somit wären die islamischen Verbände ja ohnehin bester Mainstream.

Baghajati und Frauenrechte, Kopf -> Tisch, das ist etwa so grotesk, wie wenn ein katholischer Priester über Kindererziehung redet.

Wenn es um Integration geht warum zeigt man immer eine dame mit einen Kopftuch via tv oder hier auf einem Bild?

nun
ich kann nicht für alle sprechen
aber die türkinnen in meinem bezirk sehen eben mehrheitlich so aus.
gefällt mir nicht - hat aber unsere (stadt)politik eben so entschieden.

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