Niki streicht Flüge nach Belgrad, Bukarest, Sofia

Claudia Ruff
15. November 2012, 18:25
  • Air-Berlin-Partner Etihad macht offenbar Druck. Der Sparkurs der deutschen Airline wird weiter verschärft. Das trifft auch Wien.
    foto: standard/flughafen münchen

    Air-Berlin-Partner Etihad macht offenbar Druck. Der Sparkurs der deutschen Airline wird weiter verschärft. Das trifft auch Wien.

Damit ist die AUA wieder Monopol-Anbieter. Preissteigerungen sind zu erwarten

Gute Nachrichten für die AUA, schlechte für die Passagiere: Niki streicht ab dem Sommer 2013 die Flüge nach Sofia, Belgrad und Bukarest. Damit ist die AUA wieder Monopol-Anbieter. Die Kunden werden mit Preissteigerungen rechnen müssen.

Wien - Air Berlin verschärft den Sparkurs, und das trifft auch die Tochter Niki. Ab dem Sommerflugplan 2013 werden die Flugverbindungen von Wien nach Sofia, Belgrad und Bukarest nicht mehr direkt ab Wien angeboten, sondern nach Berlin verlagert. Das gab Air-Berlin-Netzwerkchef Wolfgang Prock-Schauer am Donnerstag bekannt.

Niki lieferte sich auf diesen Strecken bisher mit der AUA einen erbitterten Preiskampf. Sofia war bei Niki ab 55 Euro, Belgrad und Bukarest ab 49 Euro buchbar. Offenkundig hat Niki mit diesen Preisen auf diesen Osteuropa-Strecken kein Geld verdient.

Bisher flog Niki 18-mal wöchentlich nach Sofia. Neben der AUA fliegt derzeit einmal wöchentlich auch Bulgaria Air nach Sofia. Ebenfalls 18-mal pro Woche flog Niki nach Bukarest. Neben der AUA bietet Tarom zweimal wöchentlich einen Flug ab Wien. Nach Belgrad flog Niki zwölfmal wöchentlich. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Preise deutlich anziehen werden. Das war nach der Pleite von SkyEurope ebenso der Fall.

Die Niki-Flotte bleibt mit 23 Flugzeugen unverändert, wird aber auf eine reine Airbus-Flotte vereinheitlicht. Damit wird das Sitzangebot auf bestehenden Strecken durch die Fokussierung auf Airbus erhöht.

Mehr touristische Routen

Gleichzeitig wird das Streckennetz ab Wien im Sommer 2013 auf touristische Routen vergrößert. In Griechenland wird Kalamata, Karpathos, Kavala, Lesbos und Volos neu angeflogen. Bestehende Frequenzen nach Ägypten, Spanien und die Türkei werden verstärkt. Das wäre eine Ergänzung zur AUA, die ihr touristisches Geschäft stark reduzierte.

Air Berlin bereitete ihre 9000 Mitarbeiter auf harte Schritte vor. "Wir werden an schwierigen Maßnahmen nicht vorbeikommen", sagte Konzernchef Hartmut Mehdorn am Donnerstag. Er ließ durchblicken, dass ein Jobabbau Teil der Pläne sein werde. Dem Vernehmen nach sollen 2013 900 Stellen gestrichen werden und damit ein Zehntel der Belegschaft ihren Job verlieren. Es gebe "keine Tabus", um 2012 wie geplant wieder schwarze Zahlen einzufliegen, sagte Mehdorn. Um Geld in die Kassen zu bekommen, wird auch das Vielfliegerprogramm Topbonus mehrheitlich an einen Investor verkauft. Topbonus zählt drei Mio. Mitglieder.

Massive Einschnitte

230 Mio. Euro werden heuer durch die Ausdünnung des Streckennetzes und die Verkleinerung der Flotte eingespart. Das reicht aber angesichts steigender Kerosinkosten und der Wirtschaftstalfahrt auf wichtigen Air-Berlin-Märkten wie Spanien nicht aus.

Air Berlin hat Schulden von 850 Mio. Euro angehäuft und schreibt seit 2008 Verluste. Der Einstieg von Etihad hat der Airline im Vorjahr das Überleben gesichert. Etihad aus Abu Dhabi sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Mio. Dollar zur Verfügung. Davon waren heuer zur Jahresmitte 200 Mio. Euro verbraucht. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 16.11.2012)

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"Um Geld in die Kassen zu bekommen, wird auch das Vielfliegerprogramm Topbonus mehrheitlich an einen Investor verkauft."

Wie kann ein Bonusprogramm an einen Investor verkauft werden?

Schade um die Embraers

Für mich waren und sind die E90 und E95 die elegantesten Flugzeugtypen, die es im Moment gibt - auch fliegen damit ist sehr angenehm.

Fly niki sollte nicht im morgengrauen von bukarest nach wien fliegen, wer fliegt da mit? besser ein flug pro tag und nicht drei oder zwei. jetzt aber sichtlich zu spaet

And the winner is ...

... AUA
AUA hat Nikki paroli geboten und sie auf diesen Strecken konsequent unterboten (red ticket). Das Ziel war sie zum Aufgeben der Strecken zu zwingen, was nunmehr gelungen ist. Mit der LH als Mutter ergo Financier hat die AUA einfach den längeren Atem gehabt dieses Spiel zu spielen. Mit den billigen Tickets waren die Strecken für die AUA ebenfalls defizitär. Nur, im Gegensatz zur LH, pfeift Air Berlin aus dem letzten Loch und kann sich defizitäre Strecken nicht (mehr) leisten.

... mit voller Hose (= 500.000 € Subvention durch die Republik) ist leicht stinken.

Da wurden aber mehr Schulden übernommen !

jaja, immer dieselbe Geschichte.

Die anderen Financiers nicht vergessen: Die österreichischen Steuerzahler!

wenn man sich hier die postings ansieht, dann koennte man glauben, wien wuerde von der welt abgeschnitten. passagiere die diese 3 destinationen fliegen sind bei OS/LH fast ausnahmslos anschlusspaxe und bei niki waren es zu 80 % passagiere, die andernfalls mit dem auto fahren wuerden. bleiben (wenn ueberhaupt) grade mal 20 % die jetzt weinen "muessen" und wenn hier ein poster meint, er fliegt jetzt aus protest von diesen staedten ueber MUC nach VIE kann ich nur sagen - sie haben wohl viel zeit. wen juckt es ob man 50 bzw 80-90 minuten in diesem oder jenem bomber sitzt?? von service kann hier und dort keine rede sein und geschaeftsreisende bekommen ihr ticket ohnehin bezahlt.

ich weiss nicht was "gays-come-first" bedeuten soll ...

auch moechte ich mich nicht ueber das "Fuer und Wider" zwischen OS, LH und HG auslassen. Fuer die Destinationen die ich persoenlich brauche (Mailand und Hamburg) bin ich froh, dass es Nikki (Airberlin) und Ryanair gibt - wenn ich an OS (LH) angewiesen waere muesste ich ueberlegen mich wieder ins Auto zu setzen, obwohl das oekologisch gesehen ein Mist waere.

Der LH muss man wenigstens zugestehen, dass die Inlamndsfluege super funktioniren.

interessanter inhaltlicher bezug - sie beginnen mit meinem "nick-name", schreiben niki mit "kk" - erwaehnen destinationen wie milano und hamburg (obwohl es um oststrecken geht), behaupten ryanair wuerde nach milano fliegen (eher bergamo und auch das nicht von wien) geben uns noch einen exkurs uerbers nicht umweltfreundliche auto auf besagten strecken und enden mit gut funktionierenden inlandsdiensten der LH (wien bezug???).
wuerde es schlicht mit "themaverfehlung" qualifizieren. danke setzen.

Entschuldigung...

aber gewisse "besonders witzige nick-name" fordern mich geradezu zu aehnlich witzigen Bemerkungen geradezu heraus - es ist aber sicher nicht persoenlich gemeint.

Nur zur Information - Bergamo wird als mailaender Flughafen gefuehrt und liegt auch vom Stadtzentrum naeher als Malpensa (das liegt bei Varese). So legt auch Bratislava zu Wien aehnlich weit wie Bergamo.

Ich habe auch weniger die im Artikel genannten Destinationen von Wien angesprochen sondern im Allgemeinen das Preis-Leistungsverhaeltnis der "Billigflieger" zur "konventionellen AUA". Auch die im Artikel genannte pleitegegangene Sky-Europe hat keinen "Wien-Bezug".

Auch was die Inlandsfluege betrifft - hier hat die AUA gegenueber der Lufthansa noch ziemlichen nachholbedarf

und wie kommen die ganzen berufsbettler und neffentrickser jetzt nach wien?

>Damit ist die AUA wieder Monopol-Anbieter.<

wettbewerb a la EU..............

Das war blutigster Wettbewerb auf diesen Strecken und jetzt steht halt der Gewinner fest.

voll durchblick! respekt!

Das ist eben die andere Seite

des freien Marktes. Bringt eine Destination keinen Gewinn, wird sie eingestellt. Oder hätte man jetzt gerne eine EU Förderung für Niki?

was hat die EU damit zu tun?

ihre logik möcht ich haben.

Gutes Management

Zuerst bietet man die Strecken zum Spottpreis an, ist nicht kostendeckend und dann spart man sie gleich ein. Manchmal frag ich mich ob die Manager auch mit Ihrem Geld so umgehen. Wien - Sofia fliegen ich sehr oft und ich kann mich nicht erinnern, das der Fliege je leer war. Im Gegenteil eher gab es Probleme das man Flugplätze bekommt.

den markt, denn airlines wie airberling erzeugt haben, gibts eigentlich nicht. gehen die mit den preisen rauf, fliegen diese leute nicht mehr bzw. steigen die berufsflieger dann gleich auf airlines mit besserem streckennetz um (bonusmeilen). airberlin hat auch mit den angeblich vollen fliegern auf dieser strecke keinen gewinn gemacht, warum sollten sie dort weiterfliegen? die haben halt gehofft, genügend akzeptanz darüber zu bekommen und dass der markt sich zu ihren gunsten verändert - was nicht wirklich der fall war. kaum jemand sagt "ich flieg mit airberlin weil die so sind soviel besser", sondern nur wegen dem knödl.

ich bin gerne mit airberlin/nikki geflogen

das service war besser, das sitzplatzangebot ebenso. und ich kann mich ebenfalls nicht erinnern, dass die flieger nicht voll waren.

und anstatt diese linien gleich einzustellen wäre eine möglichkeit, statt um € 49 eben um € 79 anzubieten.

@AUA: eine kontrolle der große vom handgebäck wäre sehr wünschenswert......

unter 100euro ist sicher nicht rentabel...

und weit über 100 wird für diese Klientel unleistbar...
ihre Preisbeispiele spielen daher keine Rolle

ich bin sowohl mit nikki als auch mit airberlin regelmäßig kontrolliert worden bzgl. handgepäck, und das ist auch gut so, was da teilweise in den headovers verstaut wird ist ja gemeingefährlich.

sie wissen außerdem schon, dass nur wenige plätze um €49 verkauft werden, oder? da bringts auch wenig, wenn dann diese plätze €79 kosten. da sind wohl ganz andere summen im spiel um die es sich auf diesen strecken nicht ausgeht.

In Griechenland wird Kalamata, Karpathos, Kavala, Lesbos und Volos neu angeflogen.

also weitere gegenden, die man meiden muss.

sorry, liebe griechen: euer land wird mir schön langsam zu klein für einen urlaub.
(denn urlaub heisst: möglichst wenig ösis, sonst könnt ich ja gleich zu hause bleiben!)

außerdem sollte es heißen: werden neu angeflogen.

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