ÖVP sieht Hundstorfer-Modell kritisch

15. November 2012, 18:39

Trägerorganisationen nur zum Teil mit Vorschlag zufrieden - Mikl-Leitner erteilt Modell Absage

Die ÖVP steht auch dem adaptierten Sozialjahr-Modell von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) äußerst kritisch gegenüber. ÖVP-Generalsekretär Johannes Rauch sprach am Donnerstag in einer Aussendung von einem "Hüftschuss, der unausgegoren und unabgesprochen vorgelegt" worden sei. Die Trägerorganisationen waren teils zufrieden, teils aber weiterhin skeptisch. Für die Caritas etwa ist Hundstorfers Modell ein "brauchbarer Kompromiss", die Lebenshilfe sieht hingegen noch viele offene Fragen.

Rauch wiederholte das VP-Argument, dass ein bezahltes Sozialjahr ein "Schlag ins Gesicht" für Ehrenamtliche wäre, die sich freiwillig und ohne Bezahlung engagieren. Außerdem fragte er, "woher plötzlich die 8.000 Freiwilligen kommen sollen, immerhin mehr als beim ersten Entwurf". Er hoffe, dass Hundstorfers Berechnungen nicht auf eine höhere Arbeitslosigkeit bauen, so der VP-Generalsekretär.

Auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kann sich mit dem Modell für ein freiwilliges Sozialjahr von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) nicht anfreunden. Er habe die Plätze zwar von 6.500 auf 8.000 aufgestockt, "das sind aber immer noch 1.700 Personen zu wenig" im Vergleich zu jetzt, so die Ministerin im "Ö1-Mittagsjournal". Leistungskürzungen wären die Folge, bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Katastrophenschutz und der Kinderbetreuung wären Leistungskürzungen somit zwangsläufig nötig.

Zugleich glaubt Mikl-Leitner nicht, dass Personal in diesem Umfang bereitgestellt werden kann. Sie schätze Hundstorfer sehr, sagte sie, aber "diese Anzahl wird er nie bekommen". Das freiwillige Sozialjahr würde schließlich in starker Konkurrenz mit der freien Wirtschaft und dem Berufsheer stehen. Zudem, meint die Ressortchefin, baue das Modell auf der Hoffnung von großer Arbeitslosigkeit auf. Die vom Sozialministerium dargestellten Kosten, die auch volkswirtschaftliche Verluste beinhalten, lässt sie ebenfalls nicht gelten. Natürlich müsse man die Zahlen noch im Detail prüfen, "auf den ersten Blick erscheinen meinen Experten diese Zahlen aber äußerst dubios", hielt sie fest.

"Esprit" könnte verloren gehen

Caritas-Präsident Franz Küberl ist überzeugt, dass mit Hundstorfers Modell "ein guter Teil der Lücke, die der Wegfall der Zivildiener bringen würde, kompensiert werden könnte". Allerdings bestehe bei dem nun vorgeschlagenen Lohnarbeitsmodell die Gefahr, dass "der Esprit in Verlust geraten könnte". Beim Zivildienst würden junge Männer nämlich Zivilcourage und soziales Bewusstsein entwickeln.

"Weitgehend ausgeräumt" sind die bisherigen Bedenken des ASBÖ durch die vorgenommenen Adaptierungen. So begrüßte Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller u.a. die Erhöhung der Plätze auf 8.000 oder die Abrechnung und Zuweisung durch eine eigene Agentur. "Mit etwas gutem Willen müsste jede Organisation mit diesem Modell leben können", meinte er.

Das ist aber offenbar nicht der Fall. Denn Lebenshilfe und Hilfswerk zeigten sich auch vom adaptierten Modell wenig angetan. Die Lebenshilfe - drittgrößter Anbieter für Zivildienst - sieht immer noch "viele Fragen offen". So forderte Generalsekretär Albert Brandstätter, dass die Qualität des Sozialen Jahres der des jetzigen Zivildienstes entsprechen müsste. "Es darf für die Träger angesichts sich verknappender öffentlicher Mittel nicht teurer werden."

Das Hilfswerk blieb "skeptisch". Geschäftsführer Walter Marschitz rechnet damit, dass das "Bezahlte Soziale Jahr" teurer würde als der Zivildienst und erachtet es als nach wie vor offen, dass alle Bereiche ausreichend Personal bekämen - wenngleich die Erhöhung der Personenanzahl auf 8.000 positiv sei. Aus seiner Sicht wäre es "wahrscheinlich sinnvoller", den Zivildienst, sollte er wegfallen, durch reguläre Arbeitsverhältnisse und forcierte Freiwilligentätigkeit zu ersetzen.

Zufrieden ist der ÖGB. Denn mit Hundstorfers Sozialem Jahr würden endlich Entlohnungen auf Kollektivvertragsbasis bezahlt - und nicht nur "ein besseres Taschengeld" wie beim Zivildienst. Derzeit seien viele junge Menschen, die sich sozial engagieren wollen, auf Unterstützung durch die Eltern angewiesen, merkte Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, in einer Aussendung an. (APA, 15.11.2012)

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Kritisieren dürfen sie eh...

... die ÖVP darf sogar Wünsche äußern!

Aber sie dürfen sich auch schon mal darauf einstellen, dass diese Zwangsarbeit in Ö. fallen wird!

Das ist vielleicht manchen "Unternehmern" ein Dorn im Auge, aber es ist nun mal so. Wer schlecht wirtschaftet, braucht das nicht mit Sklavenarbeit kaschieren!!!

Immer wenn man glaubt dümmer geht's nicht mehr, kommt der Rauch von der ÖVP daher. Einmal mehr eine blöde Argumentation. Da dürfte ja gar niemand mehr ehrenamtlich etwas machen. Ich frage mich, wie diese Figur überhaupt durch unser Schulssystem gekommen ist.

Schauen Sie mal nach, wie lange dieser Typ studiert hat!

Oh du scheinheilige ÖVP!

Ich sehe die ÖVP auch kritisch.

Squaw Langnase und Häuptling Schwarzer Rauch,

... das Duo Infernale der ÖVP, muss ja gegen Vorschlag sein, welcher nicht vom schwarzen Stamm kommt. Und schön brav Rapport bei Häuptling Breitscheitel im St.Pöltner Tipi erstatten!

Allein schon wegen der saudummen ÖVP-"Argumente" werde ich für ein Freiwilligenheer stimmen.

Wobei es schon interessant ist: Die ÖVP kann sich nicht vorstellen, dass es pro Jahr 8000 Menschen zwischen 18 und Pension gibt, die ein freiwilliges soziales Jahr machen.
Da geht die ÖVP offenbar von ihrer eigenen Klientel aus, die Gutes nur dann tut, wenn sie dazu gezwungen wird. Und da auch nur die Männer, denn die Frauen sollen zuhause auf ihre Göttergatten waren und inzwischen Betten beziehen und Kartoffeln schälen.
Zum Glück gibt es aber in diesem Land genügend sozial engagierte Menschen, die nicht geistig im 19. Jahrhundert steckengeblieben sind und denen man das soziale Gewissen auch nicht per staatlicher Weisung anbefehlen muss.

..., denn die Frauen sollen zuhause auf ihre Göttergatten waren und inzwischen Betten beziehen und Kartoffeln schälen.

Sprechen Sie gerade die ÖVP Superwomen an?

http://www.youtube.com/watch?v=cmHyEFFhQQY

da hat sich die övp niederösterreich aber bemüht ..

dass ihre freiwilligen-lobhudelei und "vereint" in niederösterreich und andere aktionen die vor einem jahr noch groß gelaufen sind, ganz still und heimlich wieder unter den teppich gekehrt werden ..

damals hieß es noch, wie wichtig, wie super und wie toll nicht die niederösterreicherInnen wären, wieviele hunder tausend nicht in vereinen organisiert sind und soooo viel freiwillige soziale arbeit leisten .. und plötzlich sind ein paar tausend im jahr ein problem?

die övp ist an lächerlichkeit nicht zu überbieten ..

"mehr privat weniger staat" .. aber wohl nicht, wenn es auf kosten eines als notwendig eingebildeten militärapparates und machtpfründe geht ..

küberl ..

fähigkeiten wie soziale kompetenz, persönlichkeitsbildung usw. sind nicht die aufgabe von staatlichen zwangsdiensten ..

wozu gibt es (pflicht)schule? wozu gibt es erziehungsbeauftragte eltern?

mit küberl'schen argumenten könnte jede form von arbeitslager wieder eingeführt werden, da sie ja wertvolle bestandteile der persönlichkeitsbildung für die mitglieder unserer gesellschaft wären ..

aber er macht sich wieder lieber zum hampelmann und lückenbüsser einer versagenden gesellschaft und staatlicher strukturen .. aber hier liegt bereits ein systemfehler vor und der sollte behoben werden ..

wer soziale verantwortung nicht lernt, da hat das bildungssystem und die gesellschaft versagt ..

ich habe null Probleme damit,

dass ein freiwilliges Sozialjahr entlohnt wird.
Warum soll ich das jemanden neidig sein? Ich selbst bin seit 2 Jahren ehrenamtlich tätig und ich habe mich dafür entschieden,weil ich einen Ausgleich zu meinenm stressigen Beruf haben wollte und weil es mir schlicht und einfach Freude macht.

warum die ÖVP und leider auch viele im Forum hier dieses Argument immer wieder anführen verstehe ich nicht. Das ist Unsinn! Ich habe mich auch nie als Sklave gefühltt oder Ähnliches. Und wenn man den Zivis bei der Arbeit im pflegeheim beobachtet, spürt und sieht man wieviel Freude ihnen das macht.
Wieso will man das kaputtreden?

durchführen!

es fallen u a auch jene ZiVis weg, die bei irgendwelchen Hilfsorganisationen einerweits herumsitzen und mit dem Smartphone spielen oder andererseits Tätigkeiten durchführen, die weit jenseits der einlassungsfahrlässigkeit sinn. Kein Verlust!

Genau die schützt ja die VP weil die meist von der JVP sind . Da rennt doch im Hintergrund ein Riesenprogramm zur Kundenbindung

Küberl macht sich um den Esprit Sorgen

Hat der Mann sonst keine Sorgen? Hier geht es offensichtlich nur mehr darum einfach den Mund aufzumachen auch wenn noch so viel heiße Luft herauskommt.

"Beim Zivildienst würden junge Männer nämlich Zivilcourage und soziales Bewusstsein entwickeln."

würde auch jungen Frauen nicht schaden...

richtig, und ausserdem:

das ist auch ein schwerwiegendes Argument gegen den Wehrdienst

Die ÖVP sollte lieber die

Machenschaften der Regierung Schüssel kritisch beleuchten und das auch öffentlich bekennen. Vorschläge vorurteilslos zu diskutieren, dazu ist die ÖVP weder in dieser sozialpolitischen Sache, noch in der Bildungsfrage in der Lage. Durch ihrem ständig und in allen Facetten bekundeten Widerwillen zu Veränderungen zu kommen, gibt diese Partei ein trauriges Bild ab.
Kaum gibt es eine Stimme der Zustimmung, schon erfolgt vom Parteichef wieder eine Einschränkung. Wie soll Österreich mit dieser Partei eigentlich weiterkommen? Diese Frage stellt sich immer öfter und man findet keine Antworten!

achso, damit sich die unbezahlten freiwilligen also nicht so schlecht fühlen, muss man unbedingt an einem System von zwangsverpflichteten, prekär bezahlten jungen Zivildienern festhalten, anstatt ein fair entlohntes soziales Jahr einzuführen. Unglaublich schäbige und zynische Argumentation von VP-Rauch!

vielleicht hat die ÖVP einfach Angst,

dass dann die Rettung zu früh eintreffen könnte

Soviel zu Leistung muss sich lohnen..

Beim gewöhnlichen Arbeiter, geschweige denn Zivildiener handelt es sich ja auch um keine Leistungsträger ...

Die WAHREN Leistungsträger befinden sich im ÖVP-Klub; einer träger als der andere...

..und vergessen Sie nicht auf die Verteilungsgerechtigkeit! Schließlich ist die ÖVP von allen Parteien die Nummer 1, wenn es um Verteilung geht - ganz gerecht natürlich..

volkspartei:

sympathisch, fortschrittlich, reformbereit!

egal ob schuldebatte oder wehrdienst: mit unseren christlich sozialen gehts rucki zucki vorwaerts: ins 19. jahrhundert!

In der Partei der Lobbyisten, Schmiergeldverteiler und des Erbadels kann sich eben niemand mehr vorstellen, dass man sein Geld mit den eigenen Händen und Füßen buchstäblich verdienen muss :-P

Oder wie es der niederösterreichische Fürst Erwin I einmal sinngemäß ausdrückte: ich bin doppelter Akademiker, wenn ich Edelmann mich nicht so für unser Bundesland tagtäglich aufopfern täte, dann würde ich in der Privatwirtschaft locker doppelt soviel abcashen *~*

...ÖVP sieht Modell kritisch...

das glaube ich gerne, so wie die fürs Heer trommeln.

1. kommt der Vorschlag ja von der "anderen" Partei, also samma dagegen.

2. ist ja alles, was von den Sozis kommt, schlecht.

Jahrzehntelang wurde der Zividienst von den "richtigen" Männern v. a. ÖVP verhöhnt und verlacht, gelinde gesagt.
Das mag sich geändert haben, aber ich werde den Eindruck nicht los, daß eine Klientel mit ihren Posten (was machma dann mit den vielen Offizieren und Schreibtischangestellten im jetzigen Heer) bewahrt und geschützt werden soll.

Schreibtischdienst könnten ja die Offiziere selbst machen. Den ganzen Tag im Casino herumzusitzen muss ja auf Dauer ohnehin langweilig sein.So könnte man viele Schreibtischangestellte einsparen.

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