Menschen piepsen

15. November 2012, 19:36

"Black or White" von Giesche/Hermsdorf beim Freischwimmer-Festival

"Ich möchte, dass alles langsamer wird", sagt eine der zwei Figuren in Black or White von Alexander-Maximilian Giesche und Lina Hermsdorf. Die Produktion war beim Freischwimmer-Festival im Brut Wien zu Gast. Giesche/Hermsdorf befassen sich mit dem Zuviel an Daten und Materialien, von denen Menschen heute erdrückt werden: ein anrührendes choreografisches Plädoyer für Entschleunigung.

Erschöpft glucksen die Figuren mit Schlumpfstimme, die blickdichte Sturzhelme tragen. Vor weißen Wänden wirken sie wie steife Außerirdische, die sich ungerührt zwanzig Popsongs anhören, jeweils nur schnell angerissen. Für ein ganzes Lied bleibt eben keine Zeit. Die beiden Performer sprechen über einen Aktiencomputer, der einmal 17 Sekunden stillstand, oder ein Flugzeug, das (scheinbar) in das Gebäude der EZB fliegt.

Stiller Horror im Kleinformat - gescheit, witzig und sinnlich. (afze, DER STANDARD, 16.11.2012)

Freischwimmer-Festival, Brut Wien.
Bis 17. 11.

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.