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"Ich möchte, dass alles langsamer wird", sagt eine der zwei Figuren in Black or White von Alexander-Maximilian Giesche und Lina Hermsdorf. Die Produktion war beim Freischwimmer-Festival im Brut Wien zu Gast. Giesche/Hermsdorf befassen sich mit dem Zuviel an Daten und Materialien, von denen Menschen heute erdrückt werden: ein anrührendes choreografisches Plädoyer für Entschleunigung.
Erschöpft glucksen die Figuren mit Schlumpfstimme, die blickdichte Sturzhelme tragen. Vor weißen Wänden wirken sie wie steife Außerirdische, die sich ungerührt zwanzig Popsongs anhören, jeweils nur schnell angerissen. Für ein ganzes Lied bleibt eben keine Zeit. Die beiden Performer sprechen über einen Aktiencomputer, der einmal 17 Sekunden stillstand, oder ein Flugzeug, das (scheinbar) in das Gebäude der EZB fliegt.
Stiller Horror im Kleinformat - gescheit, witzig und sinnlich. (afze, DER STANDARD, 16.11.2012)
Freischwimmer-Festival, Brut Wien.
Bis 17. 11.
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