Weinviertler Runde zur alten Windmühle

  • Über einen makabren Galgenhügel geht's zu  jenem Bauwerk, das bis heute das Stadtwappen von Retz schmückt.
    foto: standard/robert newald

    Über einen makabren Galgenhügel geht's zu jenem Bauwerk, das bis heute das Stadtwappen von Retz schmückt.

  • Gesamtgehzeit 3¾ bis 4 Stunden, Höhendifferenz 250 m. Zeitweise 
geöffnete  Heurige in Hofern und bei der Windmühle. ÖK25V Blatt 4312-Ost
 (Retz), 1:25.000
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    Gesamtgehzeit 3¾ bis 4 Stunden, Höhendifferenz 250 m.
    Zeitweise geöffnete Heurige in Hofern und bei der Windmühle.
    ÖK25V Blatt 4312-Ost (Retz), 1:25.000

Von der Windmühle in Retz aus genießt man einen wunderbaren Blick über das nördliche Weinviertel und einen Teil des südmährischen Gebietes

Der heute dicht bewaldete Höhenzug nördlich der Weinviertler Stadt Retz war einst kahl, weshalb man auf einem exponierten Punkt Anfang des 18. Jahrhundert einen Galgen errichtete, der - als Abschreckung? - schon von weitem erblickt werden konnte. Es ist nicht bekannt, wie viele arme Sünder dort ihren letzten Schnaufer taten, aber der Ort wirkt immer noch makaber.

Der Retzer Galgen bestand ursprünglich aus drei gemauerten Säulen, von denen eine verschwunden und wahrscheinlich zur Gewinnung von Baumaterial abgetragen worden ist. Der Wald, der heute die düstere Stätte umgibt, entstand erst ab 1872, ein Gedenkstein mitten im Forst erinnert an die wichtige und landschaftsverändernde Aufforstung, die darauf angebrachte Tafel ist aber schon seit langem verschwunden.

Wappen der Stadt

An der Route liegt auch die berühmte Windmühle, die das Wappen der Stadt ziert. Sie entstand im 16. Jahrhundert als Holzbau und wurde 1850 durch einen Steinbau ersetzt. In Betrieb war sie bis zum Jahre 1927, seither steht sie unter Denkmalschutz. Eine in der Nähe stehende zweite Windmühle dient längst anderen Zwecken. Von der Mühle und den darüberliegenden freien Flächen genießt man einen wunderbaren Blick über das nördliche Weinviertel und einen Teil des südmährischen Gebietes.

Die Runde ist wenig anstrengend, schon wegen der relativ geringen Höhenunterschiede. Die Markierung weist allerdings Lücken auf, man muss aufpassen, um nicht den richtigen Weg zu verfehlen. Die Bahnlinie Retz-Drosendorf, mit welcher man die Tour abkürzen könnte, ist nur noch an Wochenenden in der Saison als Museumsbahn in Betrieb.

Die Route

Von der Kirche in Retz geht es ein Stück die Fladnitzer straße entlang, dann nach rechts in die Lange Zeile. An deren oberem Ende beginnt eine grüne Markierung, welche bald die Bahn quert. Kurz darauf erreicht man eine Weggabel und wählt den linken Ast - es fehlen Wegweiser und Markierungen -, um nach einem Aufstieg eine Hochfläche zu erreichen. In einem weiten Linksbogen gelangt man zur grün markierten Abzweigung nach links zum Galgen. Gehzeit 1¾ Stunden.

Ein kurzes Stück zurück und weiter auf der grünen Markierung, die leicht hinab zum rot markierten Weitwanderweg führt. Diesem nach links folgend geht es hinab nach Hofern. Vorsicht: Ein Wegweiser am Waldrand "Hofern- Retz", der nach Westen zeigt, ist falsch. Gehzeit ab Galgen eine Dreiviertelstunde.

Unmittelbar vor der Bahn hält man sich links und quert die Gleise erst nach einem (temporären) Heurigen nach rechts. Auf dem asphaltierten Güterweg wandert man über den wenig ausgeprägten Parapluieberg zur Windmühle und zurück nach Retz. Gehzeit ab Hofern 1¼ bis 1½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, 17.11.2012)

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