Pariser Verkehrsbetriebe lehnten Kampagne gegen Islamophobie ab

Stark politische Tendenz dürfte Ausschlag gegeben haben

Paris - Die Pariser Verkehrsbetriebe lehnen eine Plakataktion gegen Islamfeindlichkeit auf Metro-Bahnsteigen ab. Der religiöse und politische Charakter der Kampagne "Wir sind die Nation" der Vereinigung gegen Islamophobie sei nicht vereinbar mit dem öffentlichen Auftrag der Verkehrsbetriebe, hieß es laut Kathpress in französischen Medien am Donnerstag.

Die Kampagne soll im November in ganz Frankreich laufen. Sie ziele darauf ab, Vorurteile und islamfeindliche Einstellungen zu entlarven und die Menschen zusammenzubringen, anstatt sie zu spalten, so die Organisation.

Ein Plakat der Kampagne zeigt in Anspielung an ein 1791 entstandenes Bild des Malers Jacques-Louis David den "Ballhausschwur" in Versailles, die Gründungsveranstaltung der Französischen Revolution von 1789. Für die Kampagne wurden verschiedene Menschen in der Menge, die sich zum Ballhausschwur sammeln, mit religiösen Elementen ausgestattet: Sie tragen unter anderem ein islamisches Kopftuch, einen Turban, Hut und Schläfenlocken, eine Soutane und ein Kreuz.

Die Verkehrsbetriebe begründeten ihre Ablehnung damit, dass sie im öffentlichen Dienst stünden und daher religiöse Neutralität zu wahren hätten. Die Kampagne habe durch die religiösen Symbole allerdings einen "unleugbar konfessionellen" Charakter. Zudem widerspreche der Slogan "Wir sind die Nation" auch der Verpflichtung zur politischen Neutralität.

Nach Zahlen der Vereinigung gegen Islamophobie verzeichnet Frankreich seit einem Jahr einen Anstieg von islamfeindlichen Taten um 58 Prozent; der französische Islamrat spricht von 34 Prozent. (APA, 15.11.2012)

Share if you care
2 Postings
hm

diese schwachköpfe checken den unterschied zwischen religionskritik und irgendeiner angst einfach nicht, weil sie aus ihrem eigenartig radikalem weltbild net rauskönnen

jeden tag ein bisschen mehr...

und wer zahlt solche aktionen ?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.