Frau aus Wien bei Bratislava verbrannt: Angeklagter überraschend enthaftet

15. November 2012, 15:12
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Gericht sah nach Zeugenaussagen keinen dringenden Tatverdacht mehr gegeben

Wien/Bratislava - Spektakuläre Wende im Mordprozess um die auf einem Acker östlich von Bratislava verbrannte Shqiponje A.: Der 45-jährige Lebensgefährte der Frau, der diese laut Anklage am 16. Oktober 2010 bei lebendigem Leib angezündet haben soll, ist am Donnerstagnachmittag auf freien Fuß gesetzt worden. Das Gericht gab nach der Einvernahme zahlreicher Zeugen einem Enthaftungsantrag von Verteidiger Nikolaus Rast Folge.

Einige Zeugen hatten ihre bisherigen, den Angeklagten belastenden Angaben relativiert. So wichen ein Lokalbesitzer und dessen Kellnerin doch recht deutlich von der Behauptung des Staatsanwalts ab, der 45-Jährige habe den beiden suggeriert, am Tag des Verschwindens seiner Freundin zeitig bei ihnen im Lokal gewesen zu sein, um sich so ein falsches Alibi zu verschaffen.

Auch Arbeitskollege dementierte

Ein Arbeitskollege, dem der angeklagte Baumeister angekündigt haben soll, er werde Shqiponje A. töten und sie "verschwinden lassen", stellte im Zeugenstand fest, er habe diese Äußerung nicht ernst genommen.

Für das Schwurgericht (Vorsitz: Andreas Böhm) war damit kein dringender Tatverdacht mehr gegeben, der die Aufrechterhaltung der U-Haft gerechtfertigt hätte. Die Familie der Getöteten soll angeblich Kontakt zur Schlepper-Mafia gehabt haben. Außerdem soll Shqiponje A. dem Vernehmen nach bis zuletzt kein gutes Einvernehmen mit ihrem Ex-Mann gehabt haben, der als strenggläubiger Moslem ihren westlichen Lebensstil nicht gutgeheißen hatte.

Der Prozess, in dem es für den 45-Jährigen um zehn bis 20 Jahre oder lebenslang geht, wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt. (APA, 15.11.2012)

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