Murano-Glas soll gegen Plagiate geschützt werden

Mit dem Slogan "Tausend Jahre Geschichte: Wollen wir sie wegwerfen?" fordert man Touristen auf, Geschäfte zu boykottieren, die chinesische Murano-Glas-Plagiate verkaufen

Die Insel Murano hat eine große Anziehungskraft - sowohl als Touristenattraktion wie auch als Inbegriff für bunte Glaserzeugnisse. Auf der kleinen Insel in der Lagune von Venedig rühmt man sich der 700 Jahre langen Erfahrung in der Herstellung von Glas.

Zwischen Tradition und modernem Design werden in den Glasmanufakturen auf der Insel Vasen, Lampen, Gläser und Schalen entworfen. Doch die Jahrhunderte alte Produktion ist von der Konkurrenz von Billigplagiaten aus China gefährdet. Daher startet das Konsortium "Promovetro", das die Gasmanufakturen der Insel vereint, eine Kampagne zum Schutz des Murano-Glases.

"Tausend Jahre Geschichte: Wollen wir sie wegwerfen?" lautet der Slogan der Kampagne, mit dem man Touristen und Bürger auffordert, Geschäfte zu boykottieren, die Plagiate von Murano-Glas und Ramschsouvenirs verkaufen. "Würde man lediglich Glas aus Murano verkaufen, würde die Wirtschaft der Lagunenstadt stark davon profitieren", meint der Präsident des Konsortiums, Luciano Gambaro.

306 Glasunternehmen sind auf Murano aktiv. Sie beschäftigen etwa 2.000 Personen, bekommen jedoch immer stärker die Konkurrenz von Plagiaten aus China zu spüren. Die Glasunternehmer drängen, dass Murano-Glas von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wird. Damit soll die lange Handwerkertradition besser geschützt werden. Die Stadt Venedig selbst wurde bereits 1987 in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

In den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden neue Betriebe auf Murano, die überlieferte Techniken mit innovativem Design kombinierten und der italienischen Glasindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer weiteren Blüte verhalfen. Doch die Konkurrenz von Ramschprodukten aus China wird immer schärfer. "Wer chinesisches Glas verkauft, zerstört unsere Tradition", warnen die Glasproduzenten Muranos. (APA, 15.11.2012)

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