Faulig, wurmig oder schimmlig

  • Der Preis der Maroni lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität zu.
    foto: peter smola/pixelio.de

    Der Preis der Maroni lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität zu.

Nur zwei von zehn Proben wiesen einen Schlechtanteil von unter zehn Prozent auf

Innsbruck - Maroni haben wieder Saison. Beim Kauf der Edelkastanien ist aber Vorsicht geboten. Diesen Schluss lässt zumindest ein Test der Konsumentenschützer der Tiroler Arbeiterkammer (AK) zu, bei dem Ende Oktober stichprobenartig Maroni bei insgesamt zehn Händlern gekauft und durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Innsbruck überprüft wurden. Viele der Proben waren faulig, wurmig oder schimmelig.

Mehr als die Hälfte der getesteten Proben wies einen "relativ hohen" Schlechtanateil von 16 bis 20 Prozent auf, wobei ein Schlechtanteil von zwanzig Prozent noch als "verkehrsfähig" gilt, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Spitzenreiter war eine Probe mit einem Schlechtanteil von 33 Prozent. Diese habe das Labor als "für den Verzehr durch den Menschen inakzeptabel" beurteilt. Im österreichischen Lebensmittelbuch sei für Maroni bei einer Untersuchung von mindestens 100 Stück ein Schlechtanteil von höchstens 20 Prozent kodifiziert.

Pflanzenschutzmittel Bromid

Nur bei zwei Proben blieb der festgestellte Schlechtanteil laut AK unter zehn Prozent - und zwar bei einer Probe von Merkur (9 Prozent) und einer Probe von Obst Niederwieser (ebenfalls 9 Prozent). Die Maroni wurden ferner im Labor auch auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels Bromid (Begasungsmittel, Anm.) getestet. Erfreulich sei, dass nur bei zwei Proben vom Labor Rückstände nachgewiesen wurden, diese hätten jedoch den festgelegten Höchstgehalt nicht überschritten.

Der Preis für ein Kilogramm variierte bei den zehn getesteten Händlern zwischen 6,90 und 9,90 Euro. Der Durchschnittspreis betrug somit 8,32 Euro pro Kilo. Aktionspreise blieben unberücksichtigt. Der Preis allein lasse aber "nicht immer Rückschlüsse auf die Qualität der Produkte" zu.

Die AK betonte, dass der "hohe Preis" für Esskastanien den Anspruch des Verbrauchers auf qualitativ einwandfreie Ware rechtfertige und forderte die Händler auf, auf die Qualität ihrer Produkte zu achten. Wenn nach Kauf verdorbene Produkte festgestellt werden, sollte man den Händler damit konfrontieren und kostenfreien Ersatz verlangen, so die Konsumentenschützer. (APA, 15.11.2012)

Share if you care