Steirerfleisch kauft insolvente Jöbstl auf

Der Mitbewerber übernimmt die marode Firma und plant mittelfristig sogar einen Ausbau

Strass - Für den seit Anfang Oktober insolventen südsteirischen Fleischerzeuger Jöbstl GmbH im südsteirischen Strass gibt es eine Lösung. Die Steirerfleisch mit Sitz in Wolfsberg im Schwarzautal (Bezirk Leibnitz) springt ein: "Nach einigen Wochen der Weiterführung von Jöbstl im Pachtverhältnis haben wir heute den Zuschlag im Gläubigerausschuss erhalten", so die Geschäftsführer von Steirerfleisch, Alois Strohmeier und Karoline Scheucher, am Donnerstag.

Steirerfleisch will Mitarbeiter behalten

Übernehmende Firma ist die Bauerngut GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Steirerfleisch. Über die Höhe der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart, Strohmeier sprach jedoch von einer achtstelligen Euro-Summe. Der Betrieb in Strass werde eigenständig weitergeführt, die rund 250 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Dadurch entsteht eine Unternehmensgruppe mit rund 260 Mio. Euro prognostiziertem Jahresumsatz für 2013. Laut Strohmaier teilte sich dies auf etwa 160 Mio. Euro der Steirerfleisch sowie erwarteten rund 100 Mio. Euro von Jöbstl auf.

Steirerfleisch hatte Mitte Oktober, rund zwei Wochen noch der Insolvenz, den Betrieb in Pacht übernommen, nun wurde der Erwerb vollzogen. Produktion und Vertrieb werden unter eigener Marke fortgesetzt. Die neue Unternehmensgruppe bildet nach eigenen Angaben den "mit Abstand größten Anbieter in den Bereichen Schweinefleisch sowie des AMA-Gütesiegels" und hält rund 20 Prozent Marktanteil in Österreich.

Man wolle den Betrieb weiter ausbauen, so Strohmeier und Scheucher. Mittelfristig sollen zusätzliche Mitarbeiter aufgenommen und neue Geschäftsfelder erschlossen werden, um eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

Insolvenzquote 50 Prozent

Durch die Übernahme wird eine Insolvenzquote von zwischen 50 und 60 Prozent möglich sein, sagte Strohmeier. Die im Familienbesitz befindlich gewesene Rudolf Jöbstl GmbH hatte mit Stichtag Ende April rund 15,3 Mio. Euro Aktiva, die Passiva kamen auf 21 Mio. Euro, woraus sich eine Überschuldung von 5,7 Mio. Euro ergab.

Das 1966 gegründete Familienunternehmen Steirerfleisch hat nach eigenen Angaben derzeit rund 420 Mitarbeiter und peilt für das Jahr 2012 einen Umsatz von rund 160 Mio. Euro an. Die weltweite Exportquote des Unternehmens beträgt rund 40 Prozent, bei Jöbstl waren es rund 35 Prozent. Exportiert werde u.a. nach Japan, Korea, Russland und Kanada. Im Produktportfolio finden sich u.a. gentechnikfreie Erzeugnisse, eine Bio-Linie sowie unter der Marke "Steirerglück" Schweinefleischspezialitäten aus ausschließlich steirischer Herkunft. (APA, 15.11.2012)

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2 Postings

wir essen zu viel fleisch...

Straß schreibt man immer noch mit ß

Die neue Rechtschreibung nimmt ausdrücklich sämtliche Eigennamen und geografischen Bezeichnungen aus.

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