Schweine riechen phänomenal und schmecken wenig

  • Ein weibliches Duroc-Schwein. Diese Zuchtrasse nahmen Forscher zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung des Schweinegenoms.
    foto: l. brian stauffer

    Ein weibliches Duroc-Schwein. Diese Zuchtrasse nahmen Forscher zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung des Schweinegenoms.

Forscher stellen fest: Sowohl Haus- als auch Wildschweine haben mehr Geruchsgene als die meisten anderen Säugetiere

London - Ein internationales Forscherteam hat bei der bisher umfassendsten Analyse des Schweine-Erbguts neue Erkenntnisse zur Schweine-Evolution gewonnen. Sowohl Haus- als auch Wildschweine besitzen mehr Geruchsgene als die meisten anderen Säugetiere: Mehr als 1.300 Gene seien beim Schwein nur für die Funktion der verschiedenen Duftsensoren zuständig. Dies spiegele wieder, wie stark diese Tiere sich bei der Nahrungssuche auf ihren Geruchssinn verlassen, berichten die Wissenschafter im Fachmagazin "Nature".

Der Geschmackssinn allerdings ist bei den Schweinen eher unterentwickelt: Sie besitzen nur wenige Gene für Bittersensoren, und auch süße und herzhafte Aromen nehmen sie wahrscheinlich weniger gut wahr als wir Menschen, wie die Analysen zeigten. "Schweine fressen deshalb problemlos Dinge, die für uns abscheulich schmecken", fasst Studienleiter Lawrence Schook von der University of Illinois die Ergebnisse zusammen. Einem Allesfresser wie dem Schwein ist diese Kombination wie auf den Leib geschneidert: Die Tiere spüren jede Menge Nahrung auf und verschmähen davon wenig.

Die Ursprünge des Haussschweins

Der Erbgut-Vergleich von Wildschweinen aus verschiedenen Regionen ergab zudem, dass sich die Vorfahren der europäischen und asiatischen Wildschweine schon vor einer Million Jahren voneinander trennten. Dementsprechend sind auch domestizierte Rassen im westlichen Eurasien und in Ostasien unabhängig voneinander entstanden.

Für ihre Studie hatten die Forscher das Erbgut eines weiblichen Duroc-Hausschweins sequenziert, einer in den USA gezüchteten Stammrasse vieler heutiger Zuchtschweine. Diese Gensequenz verglichen sie mit dem Erbgut von zehn Wildschweinen aus verschiedenen Gebieten Europas und Asiens sowie mit dem Erbgut anderer Säugetiere. (APA/red, derStandard.at, 15. 11. 2012)

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