Zellbiologe Michael Sixt erhält Ignaz L. Lieben Preis

15. November 2012, 13:57

Auszeichnung ursprünglich 1863 gestiftet und nach langer Unterbrechung 2004 reaktiviert

Wien - Der Ignaz L. Lieben Preis 2012 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht an den Zellbiologen Michael Sixt (39) vom Institute of Science and Technology Austria (IST Austria). Er wird für seine "außerordentlichen Leistungen bei der Erforschung der Morphodynamik von Immunzellen" mit dem ältesten Preis der Akademie ausgezeichnet, teilte die ÖAW. Der mit 36.000 Dollar (umgerechnet 28.289 Euro) dotierte Preis wird am 20. November gemeinsam mit zwei Auszeichnungen für Nachwuchswissenschafter verliehen.

Sixt ist seit 2010 Assistant Professor am IST Austria und beschäftigt sich mit den molekularen und mechanischen Prinzipien der Zellbeweglichkeit, wobei er sich derzeit vor allem auf die Migration von Leukozyten konzentriert. Der gebürtige Deutsche forscht damit an der Schnittstelle von Zellbiologie, Immunologie und Biophysik, so die ÖAW. Ziel sei die Gewinnung neuer, grundlegender Erkenntnisse über Immunzellwanderung und die Verbesserung des Verständnisses von anderen Zelltypen wie metastatischen Tumorzellen.

Historischer Hintergrund

Der Ignaz L. Lieben-Preis wurde ursprünglich 1863 gestiftet und nach dem Gründer des Bankhauses Lieben benannt. Die Vergabe der Auszeichnung musste 1938 wegen Verfolgung der Stifterfamilie durch die Nationalsozialisten eingestellt werden. Durch finanzielle Unterstützung des amerikanischen Stifter-Ehepaares Isabel und Alfred Bader konnte der Lieben-Preis reaktiviert und im Jahr 2004 erstmals neu ausgeschrieben werden. Die Auszeichnung geht an junge Wissenschafter aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Molekularbiologie, Chemie und Physik.

Zwei weitere ebenfalls vom Ehepaar Bader gestiftete Preise werden für außergewöhnliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftern vergeben: Der Bader-Preis für Kunstgeschichte geht an Matthias Bodenstein für seine Dissertation "Kunst und Zeremoniell in Rom während des Pontifikats Pauls V. (1605-1621)". Johannes Uray erhält für sein Forschungsprojekt "'Antiphlogistik' an der Peripherie" den Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften. Beide Auszeichnungen sind mit je 18.000 Dollar dotiert und sollen jungen Forschern die Ausarbeitung einer Dissertation oder eines Forschungsprojekts ermöglichen. (APA, derStandard.at, 15. 11. 2012)

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