Sechs Dinge, die wir 2012 gelernt haben

Ansichtssache | Tom Schaffer
15. November 2012, 16:48
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foto: ap

Gefunden: Der Stamm

Marcel Kollers Mischung aus einem 4-2-3-1 und einem 4-4-1-1 wird konsequent gespielt. Es wird meist taktisch sinnvoll an den jeweiligen Gegner angepasst, weist keine gravierenden Schwachstellen auf, wird von den Akteuren modern interpretiert und ist entwicklungsfähig. Vor allem die Defensive funktioniert schon gut (dazu gleich noch mehr) und man erwischt Gegner in ihrer Vorwärtsbewegung regelmäßig am falschen Fuß. Hat man das Spiel selbst in der Hand fehlt noch ein ähnlicher Schliff. Diese Arbeit dauert naturgemäß länger. Im Februar könnte man gegen Wales den Fokus darauf legen, ehe man es gegen die Färöer und Irland bereits brauchen wird.

Schon der grundsätzliche Kader wird immer weniger verändert. Personell liegt die konkrete Besetzung des Systems ohne Verletzungen abgesehen von wenigen Positionen je nach Gegner ziemlich auf der Hand. Im Zentrum ist David Alaba der Schlüsselspieler, ohne den die Mannschaft offensiv an Qualität verliert. Wenn er fit ist, wird er immer spielen. Neben ihm gibt es mehrere brauchbare Varianten. Am Besten scheint die mit Julian Baumgartlinger zu funktionieren, der sich mit starken Zweikampfwerten auch in der deutschen Liga längst Respekt erarbeitet hat. Aber auch die Aufstellung von Besiktas-Stammspieler Veli Kavlak kann längst niemanden mehr verwundern. Yasin Pehlivan spielt bei Gaziantespor ebenfalls und wäre eine weitere unproblematische Wahl.

Eine Variante, die Koller noch nicht ausprobiert hat, ist die vermutlich spielstärkste und offensivste mit Alaba und Junuzovic im defensiven Mittelfeld. Ganz abwegig wäre das nicht: Junuzovic spielt ja auch in Bremen aus der Tiefe. Einzige Alternative zu ihm als Spielmacher wäre derzeit aber Andreas Ivanschitz, der die Rolle auch bei seinem Verein spielt, sie aber ein wenig anders anlegt. Am Horizont winkt mit Stuttgarts Neo-Startspieler Raphael Holzhauser eine Zukunftshoffnung, aber hier muss Koller nicht überhastig agieren.

Die offensive Dreier-Achse vor dem defensiven Mittelfeld tendierte 2012 immer wieder zur merkbaren Einseitigkeit. Das kann man darauf zurückführen, dass Flügelspiel von den Außenverteidigern her noch nicht voll ausgereift ist. Dort regiert oft vorsichtige Zurückhaltung mit Vorstößen. Zu selten kommen von ihnen Querpässe oder Flanken von der Seitenlinie. Deshalb funktioniert praktisch immer die Seite am Besten, auf der Marko Arnautovic spielt. Er hat im Sommer einen großen Reifeschritt gemacht. Dank seiner technischen Fähigkeiten lässt er sich auch ohne perfektioniertes Flügelspiel mit Steilpässen aus der Mitte und weiten Bällen über die Seiten am besten anspielen.

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Der Titel

klingt ein bisschen wie vom Guardian geklaut ;)

Aber schönes Format so, würde ich gerne öfters sehen!

spitzenanalyse!

fein argumentiert, informativ und hoffentlich nicht zu optimistisch.

einziger punkt, den ich anders sehe: fuchs hat mich im team zuletzt nicht überzeugt - wirkte teilweise fast isoliert. schaue keine deutschen ligaspiele, aber vl zeichnet sich da eine gewisse formschwäche ab? insofern wohl wirklich aufgrund von fehlenden alternativen immer gesetzt..

offensiv ist der herr fuchs a hammer... hat grad das siegestor in der cl für die schalker gegen olympiakos geschossen.

Janko - 1.Treffer für Trabzonspor - da hat der Schaffer wieder einmal das richtige Näschen gehabt ;)

nicht schlecht ... - aber

beim Sturm gilt leider der Einäugige iust unter den Blinden der König - Janko arbeitet mir zu wenig, rückt dem Mittelfeld zu wenig entgegen ... - müsste auch mal Bälle für andere abprallen, scherzeln etc lassen ... - aber er hat zumindest das eine Auge - Krankl, Polster (in deren Zeiten) hatten 2!!! Manch moderner hat heute nach dieser Rechnung bis zu 4 Augen :-)

Super Zusammenfassung, perfekt auf den Punkt gebracht! Sachlich analysiert und nachvollziehbar argumentiert. Eigenschaften / Vorgehensweisen die viele nie gelernt haben. Offensichtlich.

Der schwerwiegendte Fehler.

Man soll die Situation doch endlich nicht mehr schönreden wie es in diesem Artikel geschieht, ihr müsst der Tatsache ins Auge sehen: Österrreicher können nicht ballestern!!! Und aus!

Da kommen Afrikaner, Malteken, Faröer und Österreich verliert immer gegen die (früher durfte man noch ungestraft "Bloßfüßige"schreiben). Bitte! Gebt es auf und verpulvert nicht auf so dumme Art euer Geld: schafft den blöden Fußball endlich ab, steckt die verhaltensauffälligen Kicker in ein Heim oder ein Gefängnis und spielt Tischfußball. Vielleicht bringt ihr es darin zu irgendwas...

Herzelichst
Ihr Lappe

ich frag mich echt warum die finnische regierung früher aufgerufen hat alte lappen nicht wegzuwerfen. heute sieht man, dass das die vollkomen falsche politik war die, ironischerweise, zu extrem viel müll in foren geführt hat.

was wir nicht gelernt haben :

- für die Quali zu schwach
- Österreich in Europa nur drittklassig;

- Deutschland
- Schweden
- Irland
- Österreich
- Kasachstan
- Tschibuti

- uns fehlt leider die Klasse
- aber brav spielen könnenn wir
- viel Glück weiterhin
- ich drück die Daumen

Treffend erkannt!

Ich spreche es ähnlich aus - vergleichen Sie men Posting über Ihrem...

Herzelichst
Ihr Lappe

- Zur Abwechslung hat das Groß der Fußballfans weniger Ahnung als der Teamchef .. war ja schon mal Anders rum.

beleg mal einen Deutschkurs!
es heißt "das Gros der Fußballfans"

Französischkurs

in diesem Falle

ot

ivanschitz morgen zu gast im zdf-sportstudio!

Ich glaube aus unserer Liga sind jetzt mal alle halbwegs guten Österreicher weg, und deshalb sinkt jetzt das Niveau.
Vielmehr scheint der Weg früher ins Ausland zu gehen der der Zukunft zu sein (also nie in Österreich in der Ersten zu spielen), und somit wird die Liga natürlich noch schlechter; gleichzeitig wird dann die Nationalmannschaft stärker. Ich würde behaupten man konnte Ähnliches in Tschechien, Slowenien, Kroatien etc. sehen (wenn auch nicht ident).
Eigentlich schafft nur das Niederland beides auf recht hohen Niveau.
Klein, Suttner, Leitgeb, Burgstaller vielleicht wären in der Lage noch was im Ausland zu reissen (einige andere natürlich auch), aber dann hat man halt wieder ein Loch und die Lücke wird größer, ...

das nivo

der niederländischen liga sinkt aber auch kontinuierlich - sieht man an den cl-auftritten von ajax, etc...liegt aber nicht nur am abgang heimischer talente (das war in den nl immer schon) sondern am finanzielleen grössenwahn von resteuropa! das einzige was die heimische liga retten kann und doch gleichzeitig eine starke nationalmannschaft ermöglicht ist eine wiedereinführung der legionärsbeschränkung - die besten würden trotzdem ins ausland gehn und dennoch hätte die eigene liga noch einen pool an vielen guten spielen, wiederum ergänzt eben durch legionäre, bei denen man sich dreimal überlegt ob man sie holt!

Generell bin ich dafür, aber mir kommt vor so wenig Legionäre wie im Moment waren eh schon lange nicht mehr da - wenn ich an Rapid denke würde ich mir mehr wünschen ,-D
Das mit dem Größenwahn stimmt definitiv.

legionärsbeschränkung

mein ich natürlich europaweit - sonst hätts für unsere liga auch keinen sinn....

Gute geschichte-leider sprechen sie das tormannproblem nicht an.hier müsste koller intensiver probieren –özcan- oder vielleicht schon den einen oder anderen u21 goalie hochziehen.
Den rv könnte j.schmidt von freiburg bringen ,warum der öfb hier nicht intensiver arbeitet verstehe wer anderer?

zum thema schmid hab ich bisher wenig in erfahrung gebracht... im februar 2012 ein interview von koller in dem er sagt er beobachtet ihn weiter, lässt ihn aber sicher nicht spielen nur weil er dann einen österreichischen pass hätte, die rv die er zur zeit hat haben genug qualität, er müsste sich aufdrängen.

krone interview vom august 2012 mit schmid: er will noch immer für ö spielen, hat noch immer keinen pass bekommen, seit dem antrag nix von behören gehört.

je nach seite auf die man schaut ist er entweder als franzose oder doppelstaatsbürger gelistet. schwer zu sagen was der derzeitige stand der dinge ist.

Größtes Problem: Goalie! Da kannst die besten Feldspieler haben, ohne erstklassigen Keeper gewinnt man nix. Siehe England (und auch Hart ist völlig überbewertet). Im Gegensatz dazu kann ein super Tormann mit tollen Paraden seine Vordermänner zu Sonderleistungen motivieren (Bsp. Kahn bei der WM2002). Auch Ö. war immer nur dann gut, wenn ein Weltklassekeeper im Team war.

super-artikel.

die zu schwache heimische liga fällt eklatant auf.

leitgeb war gegen CIV das erste mal zu bemerken, als er vor dem ersten tor ziemlich hilflos an seinem gegenspieler gehangen ist, den pass aber nicht verhindern konnte.
garics macht derzeit pro match einen riesenpatzer hinten raus, ist aber immer noch die um häuser stärkere besetzung rechts. denn klein ist gegen teams, deren klasse er von spielen gegen wiener neustadt oder innsbruck kennt (kasachstan, färoer) zwar offensiv aktiver, gegen stärkere aber nicht mehr anspielbar. und wenn doch, dann braucht er drei ballkontakte voller gefuchtel, bis er die orientierung wieder gefunden hat.
suttner ist nach hinten brav und nach vorne inexistent. und brav ist die kleine schwester von schasig.

Sechs Dinge...

1. wir sind nur europäisches mittelmaß
(unteres)

2. ein Alaba ist zu wenig

3. die österreichische liga ist zu schwach

4. nur weil wir gegen kasachstan 4:0 gewinnen heisst das nicht, daß wir die Elfenbeinküste putzen

5. mir der koller jetzt schon leid tut, weil er nach 2 jahren weg ist und seine arbeit für umsonst ist

6. unsere "Fussballspezialisten" überhaupt keinen tau haben!

nur meine meinung.. hätte noch mehr punkte :-P

Aha...

...ad
1) hat irgendwer was anderes behauptet?

2) wofuer?

3) wofuer?

4) hat das jemand geglaubt?

5) Hellsehen koennen Sie auch

6) wer sind die?

Ersparen Sie uns weitere Punkte...

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