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Berlin/Schwechat - Deutschlands zweitgrößte Fluglinie Air Berlin - Mutterkonzern von Niki ("flyniki") - bereitet die Belegschaft angesichts der schwachen Konjunktur und höherer Treibstoffkosten auf spürbare Kürzungen vor. In den kommenden acht Monaten würden die Strukturen und Arbeitsabläufe auf weitere Einsparpotenziale überprüft, schreibt Unternehmenschef Hartmut Mehdorn in dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht. "Einschnitte in den bisherigen Betrieb werden daher nicht mehr ausgeschlossen." Wie die Einschnitte aussehen, steht dem Bericht zufolge noch nicht fest.
Nur so könne Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft nach jahrelangen Verlusten 2013 in die schwarzen Zahlen fliegen. Schnelles Geld verspricht sich die Konzernführung zwischenzeitlich vom Verkauf des Vielfliegerprogramms. Zu einem möglichen Stellenabbau machte Air Berlin keine Angaben.
Mehdorn hatte bereits am Montag angedeutet, dass Personal abgebaut werden müsse. Einen Medienbericht, demzufolge 900 Arbeitsplätze oder jede zehnte Stelle wegfallen soll, hatte das Unternehmen weder bestätigt noch dementiert.
Das Sparprogramm mit dem Namen "Turbine 2013" ergänzt das bereits laufende Programm "Shape & Size", in dessen Zuge Air Berlin die Flotte verkleinert und unrentable Verbindungen gestrichen hat. Weil dies für einen Gewinn nicht ausreicht, will der Vorstand nun die Flugziele, die Flotte, den Bodenservice, die Netzwerkplanung und den IT-Bereich genauer unter die Lupe nehmen. Ziel sei, dass sich die Fluggesellschaft auf ihre Kernkompetenzen konzentriere, hieß es.
Im wichtigen Sommerquartal legte Air Berlin einen deutlichen Gewinnsprung hin. Unter dem Strich verdiente der Lufthansa-Konkurrent von Juli bis September rund 67 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Den Konzernumsatz hielt Air Berlin trotz eines gekürzten Flugangebots bei knapp 1,4 Milliarden Euro stabil.
Der Sommer ist für Fluggesellschaften die wichtigste Zeit im Jahr. In den Monaten Juli bis September fliegen sie üblicherweise den Großteil ihrer Gewinne ein. Bei Air Berlin reichten die schwarzen Zahlen jedoch nicht aus, um den Verlust aus der ersten Jahreshälfte auszugleichen. Nach den ersten neun Monaten stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro. (APA, 15.11.2012)
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