Buchgeld für Finanzlehrlinge

15. November 2012, 09:34
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Die Finanzindustrie hat umfangreiche Möglichkeiten erarbeitet, um Schülern Wissen über Banken, Geld und Co zu bieten

Um das Wissen über Aktien, Fonds und den Umgang mit Geld möglichst breit zu streuen, haben Banken, Fondsgesellschaften und andere Unternehmen einige Maßnahmen erarbeitet. Damit sollen in erster Linie Schüler auf den Geschmack des Finanzwesens gebracht werden. Aber auch andere Zielgruppen werden von den Instituten explizit angesprochen. Im Folgenden ein - nicht vollständiger - Überblick:

Bank Austria: Das Geldhaus setzt auf unterschiedliche Medien. Der Folder "Finanzbildung" erklärt "Banken als Drehscheibe der Wirtschaft". Der Geldkreislauf, die volkswirtschaftlichen Funktionen samt Sparmöglichkeiten werden in einfachen Grafiken dargestellt.

Für Schulen bietet die Bank gemeinsam mit dem Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Gratisworkshops zum Thema Finanzbildung an. Schüler bekommen einen Überblick über die gängigsten Finanzprodukte und können mit einer Haushaltsrechnung die eigene Finanzsituation überprüfen. Die Schulworkshops sind Teil der österreichweiten Initiative "Wissensfabrik - Unternehmen für Österreich", wovon die Bank Austria Gründungsmitglied ist. Heuer werden in 180 Schulworkshops mehr als 3500 Schüler erreicht.

Bawag: Die Bank hat Angebote für unterschiedliche Zielgruppen. Schüler werden mit dem Wettbewerb "Schule macht Wirtschaft" mit Partnerunternehmen zusammengebracht, das Know-how in die Projekte einfließen lässt. Für Studenten werden eigene Lehrinhalte zum Thema Finanz- und Risikomanagement aus dem Bank- und Versicherungswesen vermittelt. Unterrichtet wird dieser Teil vor allem in Handelsakademien. An den Polytechnischen Schulen informieren Bawag-Mitarbeiter zum Thema Schuldenfalle, Sparen und Haushaltsplan.

Beim Wissenstransfer setzt die Bawag auch auf Social Media, um mit Aktionen (etwa "Die Monsterhetz") die für junge Zielgruppen abstrakten Themen Banken und Sparen auf spielerische Art zu vermitteln. Für Kunden gibt es Veranstaltungen zu aktuellen Fragen in den Bawag-Filialen - etwa zum Thema "Bewegte Zeiten - niedrigere Zinsen".

Ecomania ist ein volkswirtschaftliches Planspiel, bei dem in Gruppen die wirtschaftlichen Zusammenhänge simuliert und dadurch erlebbar werden. Wirtschaftstrainer und Spiel-Entwickler Stefan Föger bietet Ecomania vor allem für berufsbildende Schulen oder Workshops an. Zuletzt hätten auch immer öfter Unternehmen angefragt, die das Spiel in ihre Weiterbildung einbauen.

Erste Bank: Die Bank richtet sich mit ihrem Programm ebenfalls an Schüler und Lehrlinge. Themen wie finanzielle Ziele planen, Stolpersteine erkennen und meiden, Erfassung von Einnahmen/Ausgaben, was macht eine Bank; und wozu brauche ich ein Girokonto, stehen dabei im Mittelpunkt. Durch Rollenspiele sollen diese Punkte lebensnah vermittelt werden.

Raiffeisen Capital Management: Die Kapitalanlagegesellschaft nennt ihr Jugendprogramm "all about investments". Jugendliche erhalten Basisinformationen zu den Themen Geldanlage, Investmentfonds und Fondssparen. Im Zentrum steht, wie die finanzielle Zukunft aktiv gestaltet werden kann. Das Projekt reicht von der Unterstützung mit Lehrmitteln über persönliche Vorträge bis hin zu einer Exkursion zur RCM nach Wien.

Wiener Börse: Das heimische Parkett forciert seit 2003 Aktivitäten in Schulen. Mit den Kapitalmarktvorträgen wurden bisher 56.286 Schüler erreicht und 38 Seminare mit 708 Lehrern durchgeführt. 3250 Unterrichtspakete wurden zur Verfügung gestellt. Bestandteile dieses Pakets ist ein Arbeitsbuch für Lehrer, der Schülerfolder als Arbeitsunterlage, Aufgabenblätter, Materialien für Sequenzen im "Offenen Lernen" (sie beinhalten eine Online-Simulation zum Wertpapier-Portfoliomanagement sowie Anleitungen für unterschiedliche Börse-Spiele), Powerpoint-Präsentationen sowie die Broschüren Bundesanleihen und 1 x 1 der Wiener Börse. Zudem gibt es Lehrerseminare zum Thema "Die Wiener Börse und der österreichische Kapitalmarkt". Mit der Website www.borse4me.at soll die junge Zielgruppe angesprochen werden.

Zweite Sparkasse: Diese Institution hat sich auf die Schuldenprävention spezialisiert. Mit ehrenamtlichen Mitarbeitern werden Workshops (etwa I€AN; bis zu drei Monaten) für Lehrlinge bzw. junge Menschen angeboten. Ein Partner ist das Biku-Treff, das als Zielsetzung hat, Menschen mit psychosozialem Förderbedarf in einem geschützten Rahmen auf die (Re-)integration in den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Gedacht wird auch an Minderheiten. So werden etwa afghanische Flüchtlinge zu "Experten" ausgebildet, die ab Jänner selbst Workshops für ihre Community in Wien und Umgebung anbieten. Viele wollen rasch Geld an ihre Familien schicken, heißt es zur Motivation dieses Tools. (Bettina Pfluger, DER STANDARD; 15.11.2012)

  • Von der Theorie zur gelebten Realität: Mit Spielen soll das Wissen über Geld, Wirtschaft und Finanzen in Schulen spielerisch erlernt werden.
    foto: standard/corn

    Von der Theorie zur gelebten Realität: Mit Spielen soll das Wissen über Geld, Wirtschaft und Finanzen in Schulen spielerisch erlernt werden.

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