Österreichs Wirtschaft leicht geschrumpft

15. November 2012, 09:56
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Im Vergleich zum Vorjahr stagniert die Wirtschaft nach Berechnungen des Wifo im dritten Quartal

Wien - Österreichs Wirtschaft ist im abgelaufenen Vierteljahr geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, und im Jahresabstand stagnierte die Wirtschaft, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in seiner Schnellschätzung zum Zeitraum Juli bis September mit.

Im zweiten Quartal war das BIP im Quartalsabstand real noch um 0,1 Prozent angestiegen, das Plus von Jänner bis März wurde aber jetzt vom Wifo von ursprünglich 0,5 auf 0,3 Prozent nach unten revidiert. Auch Ende 2011 lag der Zuwachs mit 0,1 Prozent etwas unter den bisher errechneten 0,2 Prozent. Im dritten Quartal 2011 hatte es im Quartalsabstand ja sogar ein Nullwachstum gegeben.

Schwäche in allen Bereichen

Im Jahresabstand stand heuer im dritten Quartal im Jahresabstand real eine Null zu Buche, wie das Wifo am Donnerstag weiter mitteilte. Davor, im dritten Quartal, hatte es gegenüber dem Vorjahr noch ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegeben, und das Wachstum im ersten Quartal hatte - wie das Wifo jetzt feststellte - nur 1,8 statt 2,1 Prozent ausgemacht.

Laut Wifo-Konjunkturexperte Marcus Scheiblecker könnte das reale BIP-Wachstum damit im Gesamtjahr nur 0,5 oder 0,4 Prozent ausmachen, statt der zuletzt erwarteten 0,6 Prozent. Die Schwäche zeige sich derzeit in allen Bereichen, verwies Scheiblecker sowohl auf den Beitrag der Außenwirtschaft als auch auf den heimischen Privatkonsum, der praktisch seit Jahresbeginn stagniere. Es sei daher nicht verwunderlich, dass auch die Unternehmen zurückhaltend seien bei den Investitionen.

Auch Deutschland geht die Puste aus

Auch der deutschen Wirtschaft geht immer mehr die Puste aus. Im dritten Quartal 2012 stieg das Bruttoinlandsprodukt laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent. Den minimalen Vorsprung gegenüber Österreich erklärt Wifo-Mann Scheiblecker mit den für Österreich stärkeren Negativ-Effekten aus Italien und Ungarn.

Im ersten Vierteljahr war die Wirtschaft in Deutschland noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. 2011 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,0 Prozent gestiegen.  Bankvolkswirte hatten allerdings noch weniger erwartet und im Schnitt mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gerechnet.

Rezession in Eurozone

Die Eurozone befand sich auch im dritten Quartal des Jahres auf Rezessionskurs. Gegenüber dem zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent. In der EU-27 gab es eine leichte Besserung um 0,1 Prozent, geht aus den jüngsten am Donnerstag präsentierten Zahlen von Eurostat hervor. 

Im Jahresabstand sank das BIP in der Eurozone im dritten Quartal sogar um 0,6 Prozent. In der EU-27 betrug das Minus 0,4 Prozent. Griechenland ist negativer Spitzenreiter mit -7,2 Prozent vor Portugal (-3,4), Italien (-2,4) und Zypern (-2,3). Spanien und Ungarn folgen mit je -1,6 Prozent. Rückgänge verzeichneten auch Tschechien (-1,5), die Niederlande (-1,4), Finnland (-0,8) und Belgien (-0,3). (APA, 15.11.2012)

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    Warm anziehen: Die österreichische Wirtschaft steht still.

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