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Wien - Der börsenotierte Verpackungshersteller Mayr-Melnhof Karton AG hat nach drei Quartalen 2012 im Vergleich zum Vorjahr leichte Ergebnisrückgänge verzeichnet. Die Umsatzerlöse sanken um 2,1 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um 4 Prozent auf 130 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis um 3,2 Prozent auf 124,2 Millionen Euro, der Periodenüberschuss um 1,1 Prozent auf 90,9 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen mit.
Das dritte Quartal besserte dabei das Ergebnis auf - im Halbjahr war der Gewinn der Firma im Vorjahresvergleich um ein Fünftel eingebrochen, wegen der Werksschließung in Liverpool. Das Betriebsergebnis im 3. Quartal übertraf mit 50,9 Millionen Euro sowohl jenes der Vorjahresperiode (42,7 Millionen Euro), als auch jenes des 2. Quartals heuer (37,0 Millionen Euro). Der Periodenüberschuss lag bei 39,7 Millionen Euro, nach 22,7 Millionen Euro im 2. Quartal heuer und 27,9 Millionen Euro im 3. Quartal 2011.
Nach drei Quartalen belief sich das Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) auf 192,5 Millionen Euro und damit um 1,6 Prozent unter jenem nach drei Quartalen 2011 in Höhe von 195,6 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie beträgt derzeit 4,53 Euro, nach drei Quartalen 2011 waren es 4,58 Euro gewesen. Unterm Strich weist der Konzern einen Nettogewinn (Periodenüberschuss) von 90,9 Millionen Euro aus (minus 1,1 Prozent).
Seinen Hauptabsatzmarkt Europa sieht das Unternehmen von einer anhaltenden Rezession geprägt. Der Mengen- und Preiswettbewerb nehme weiter zu, der Auftragsstand bleibe kurzfristig. Die Nachfrage nach Karton und Faltschachteln sei von einer vorsichtigen Disposition geprägt, heißt es im Unternehmensbericht des Konzerns aus der Steiermark zur abgelaufenen Periode. Der Fokus liege auf Zukunftsmärkten außerhalb Europas.
Der jüngst erfolgte spürbare Rückgang bei Faserstoffpreisen schwinde allerdings wieder und die Kosten für Personal, Energie, Logistik sowie Chemikalien bleibe auf hohem Niveau.
Die Wachstumsstrategie des Unternehmens fokussiert sich auf Zukunftsmärkte außerhalb Westeuropas. Im abgelaufenen Quartal wurde von der Division Packaging beispielsweise der kolumbianische Faltschachtelerzeuger Plegacol mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro erworben. In Kolumbien werde man so zum Marktführer bei Faltschachtelverpackungen. Schon im April hatte man 20 Prozent des größten kolumbianischen Erzeugers Graficas Los Andes S.A mit einem Jahresumsatz von 17 Millionen Euro gekauft, für den Restanteil hält MM Packaging ein Aufgriffsrecht.
Darüber hinaus ergebe sich ein zusätzliches Wachstumspotenzial insbesondere aus den neuen Fabriken in Polen und der Türkei sowie ausgewählten Kartonexportmärkten.
Ebenso gekauft wurde der noch übrige Anteil von knapp 25 Prozent am russischen Faltschachtelerzeuger MM Polygrafoformlenie in St. Petersburg, Russland, wo MM Packaging nun 100 Prozent der Anteile hält.
Das Betriebsergebnis in der MM Packaging stieg verglichen zu den ersten drei Quartalen 2011 um 2,2 Prozent auf 80,4 Millionen Euro, die Umsatzerlöse sanken um ein Prozent auf 842,5 Millionen Euro.
In der Division MM Karton hingegen gab es beim Betriebsergebnis nach drei Quartalen verglichen zu jenen 2011 einen Einbruch von minus 12,5 Prozent auf 49,6 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse sanken im selben Zeitraum um minus 4,1 Prozent auf 703,7 Millionen Euro.
Offenbar gab es beim Karton nur zu Jahresanfang eine Nachfragebelebung; derzeit sei die Nachfrage von Vorsicht und kurzfristiger Disposition gekennzeichnet. Dank der hohen Flexibilität stieg die Auslastung aber auf 98 Prozent - nach 96 Prozent in den ersten drei Quartalen 2011.
Das Hauptaugenmerk beim Karton lag demnach dabei, die durchschnittlichen Verkaufspreise entsprechend der "nachhaltig hohen Inputkosten" für Energie Chemikalien und Logistik bestmöglich zu behaupten. Produziert wurden in den drei Quartalen 1,19 Millionen Tonnen Karton (2011: 1,17 Millionen Tonnen). Verkauft wurde im Vorjahresvergleich aber um 34.000 Tonnen weniger Karton (2011: 1,18 Millionen Tonnen; 2012: 1,15 Millionen Tonnen), wodurch die Umsatzerlöse sanken. (APA, 15.11.2012)
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