Xi Jinping ist neuer Parteichef Chinas

15. November 2012, 05:43

Bisheriger Vizepräsident wurde zum Nachfolger Hu Jintaos ernannt - Keine Reformer in seiner engsten Führungsmannschaft

Peking - Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping ist neuer Parteichef Chinas. Auf der Sitzung des Zentralkomitees am Donnerstag in Peking wurde der 59-Jährige zum Nachfolger des aus Altersgründen ausgeschiedenen 69-jährigen Hu Jintao gemacht. Anschließend stellte der neue Parteivorsitzende seine engste Führungsmannschaft der Presse vor, die jedoch junge Reformer vermissen lässt. Der Politiker dürfte mit der Ernennung zum Chef der Kommunistischen Partei Chinas nun auch für das Amt des Staatschefs gesetzt sein.

Jinping betonte bei der Vorstellung der neuen Führung, er wolle an der Politik der Vorgänger festhalten. Der Reformkurs und die Öffnung des Landes würden fortgesetzt. Als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Partei nannte Xi die Bekämpfung der Korruption. Ein Problem sei auch, dass die Partei den Kontakt zur Bevölkerung verloren habe.

Keine Reformer im höchsten Zirkel

Xi Jinping dankte der Partei für das in ihn gesetzte Vertrauen. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurde der stellvertretende Regierungschef Li Keqiang in den innersten Parteizirkel befördert; er dürfte damit den amtierenden Ministerpräsidenten Wen Jiabao beerben. Im mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros, um den heftig gerungen worden war, sind künftig statt neun nur noch sieben Mitglieder.

Li Keqiang soll im März nächsten Jahres neuer Regierungschef werden. Auch Vizepremier Wang Qishan gehört zum Führungszirkel. Der erfahrene Krisenmanager war am Vortag zum neuen Vorsitzenden der Disziplinkommission gemacht worden, die nach den jüngsten Skandalen den Kampf gegen Korruption verstärken soll.

In das Team wurden auch konservative Politiker wie der in Nordkorea studierte Vizepremier Zhang Dejiang oder Propagandachef Liu Yunshan geholt, der für die massive Zensur in den Staatsmedien und die Blockaden im chinesischen Internet verantwortlich ist. Weitere Mitglieder sind der Tianjiner Parteichef Zhang Gaoli sowie der Parteichef von Shanghai, Yu Zhengsheng.

Jüngere Reformer wie der Parteichef der südchinesischen Boomprovinz Guangdong, Wang Yang, schafften es nicht in das höchste Machtorgan. Auch hat der Ständige Ausschuss noch nie eine Frau als Mitglied gehabt.

Oberkommando der Streitkräfte

Xi hat auch umgehend das Oberkommando über die Streitkräfte übernommen. Das Zentralkomitee der chinesischen Kommunisten machte den 59-Jährigen zum neuen Vorsitzenden der Militärkommission, wie Xinhua berichtete. Zuvor hatte sein zehn Jahre älterer Vorgänger Hu Jintao die Position geräumt.

Der sofortige Rückzug von Hu Jintao kam für viele Beobachter überraschend, da spekuliert worden war, ob der 69-jährige von der Position noch weiter Einfluss auf die neue Führung ausüben würde. Beim letzten Generationswechsel 2002 hatte der damals ausgeschiedene Parteichef Jiang Zemin das Amt noch knapp zwei Jahre ausgeübt. (APA, 15.11.2012)

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ad Bild 2:Mit diesem Brillenmodell schafft man es offensichtlich nach ganz oben. Kennt wer die Marke? Oder ist das das kommunistische Einheitsmoell? Dann gefällt es mir um längen besser als das nordkoreanische.

Gefällt mir besser als das Hipster-Einheitsmodell..

Die Gesamtheit.

Ihr solltet lieber man nicht "Gott" in den Details der "Paragraphen" suchen, sondern endlich lernen die Gesamtheit zu betrachten.

Die strategische Kunst und ihre gierige Hinterlist schwirrt mit Sicherheit auch in hungrigen Köpfen.
Das ist nicht schwer!

Schwer ist es die Probleme der Welt ernsthaft anzupacken, denn die Zeit rinnt.

Und hörts mal mit der Suche nach dem "schwarzen Schwan". Ich bin der Meinung etwas ist erst schlecht wenn es sich als herausstellt und nicht umgekehrt.

Aber diese Strategie, dass mein Vorteil mein Vorteil bleiben sollte, steckt wohl in jeden Menschen. Und darum tickt die Uhr!

Sorry für die vielen Fehler...

Wer verstehen will, der wird es verstehen.

Und ich verwende dazu keine Argumente und Wörter, die nur eine begrenzte Zahl an Menschen verstehen können.

Man kann es mit den Drogen auch übertreiben, vor allem wenn man konfus schreibt. Ich habe nichts verstanden.

Und wieso verwenden Sie so viele "!", sind die notwendig um eine Aussage zu machen?

Wenn ER zu uns spricht, die Uhr tickt, und die Zeit rinnt,
dann ist wirklich nicht die Zeit um so pingelig zu sein.

Schämen Sie sich, und für diese Aufforderung verwende ich jetzt, extra, ganz viele Ausrufezeichen!!!!!

Interessant ist, dass China offensichtlich auf Techniker setzt.

Hu ist Wasserbauingenieur, Xi technischer Chemiker. Im "Westen" mit Ausnahme Merkels (Physikerin) sitzen da lauter Politologen, Juristen, ....

sitzen da lauter Politologen, Juristen, .

noch immer besser als zahnärztl. assistentinnen, studienabbrecher, c-beamte der MA-wien, maschinenschlosser,etc.

Man muss bedenken,

...dass China nicht 8 Millionen Menschen verwaltet, auch nicht 80 Millionen, sondern über 1 Millarde.

Da fallen viele durch den Rost.
Auch Umweltpolitisch:
Man nehme "Google Earth" und schaue wo noch Bäume stehen.

Nicht desto trotz weiß der Chinese, dass im seinen Land vieles noch verbessern ist. Und der Chinese setzt da traditionell auf die Praktik.

Und übrigens: Das Kommunistische System ist keine chinesische Erfindung.

Zur Kolonialzeit hatte nicht viel zur Auswahl. Und da wählte er die Seite, die die Waage wieder etwas in dem Mittelpunkt rückt.

Schrieb ich Kolonialzeit...

upsss. Das Friedensprinzip hat man im Westen erst nach der nahen Auslösung vor ca. 50 Jahren in Erwägung gezogen.

Das ist für mich seit langer Zeit einer der Hauptunterschiede zwischen den Systemen, es wundert mich, dass das nicht öfter thematisiert wird.

China wird von Technikern geleitet - im ständigen Ausschuss des Politbüros sitzen glaub ich fast nur Ingenieure.

Im amerikanischen Kongress sitzen dagegen zu 80% Juristen.

Ich denke, die daraus folgenden Unterschiede liegen auf der Hand - Chinas Führung ist auf "Problemlösung" fokussiert - zum Preis, dass im Zweifel drübergefahren wird. Der Westen versteift sich sehr auf Legalität und die Schaffung von Kompromissen - zum Preis der Verwässerung oder ständigen Verschlimmbesserung bis zur Handlungsunfähigkeit.

Aber bei aller Kritik am westlichen System muss ich selber als Ingenieur zugeben, dass mir das chinesische Modell vom Technokraten ohne juristische Kontrolle Bauchweh bereitet.

egal ob juristen techniker - es ist eine parteidiktatur dort - und an repressioen, überwachung eingeschränkter meinungsfreiheit, eingeschränkter künstlerischer freiheit wird sich mit xi jinping nix ändern - leider

Ich habe auch nicht gewertet sondern nur auf den Unterschied

aufmerksam gemacht.

Es sollte meiner Meinung nach auch diskutiert werden. Gibt's dazu irgendwelche Studien/Aufsätze/Links?

Das fällt wohl eher unter Soziologie/Politologie und da bin

ich schwach (bin selbst Techniker). Aber es scheint den unglaublichen Pragmatismus zu erklären.

falls überhaupt

manche sind auch nichts wie unser BK...

In China Jus zu studieren ist glaube ich auch nicht unbedingt sehr ertragreich.

jus wird in China nur in Umerziehungslagern unterrichtet. Für hoffnungslose Querulanten.

Lieber Herr Xi Jiping

wenn Sie ihr Land zur Nummer der Welt machen wollen, dann müssen Sie marktwirtschaftliche Reformen zulassen. Ansonsten wird ihnen der gesteuerte Wechselkurs bald um die Ohren fliegen. Marktpreise kann man nicht wegregulieren...

Der Chinese interessiert...

sich nicht für Zahlen, Wörtern und Nummern, welche strategisch in schlauen Köpfen schlummern.

Was ihn interessiert sind die sättenden Gaben, die auf dem Tisch liegen.

Die sind ehrlich und die sind wahr.

Sie verstehen...

was ich sage. Versuchen Sie die Fehler in meinen Worten zu analysieren.

Sie verstehen was ich sage!

Cuius regio, eius religio

Noch glauben die Chinesen an den Wandel des Westen.

Vielmehr. Sie kopieren sogar das ökonomische Prinzip als auch das gesellschaftliche System (1-Kind-Politik).

Aber das "Land der Mitte" ist ein scharfer Beobachter.

Sobald die "Entschleunigung" sich als Vorwand einer gierigen Verschnaufpause herausstellt, werden die Chinesen das Gaspedal voll durchdrücken, denn irgendwann hört die "Schule des Lebens" und ihre schleppende Sehnsucht nach Harmonie auf.

Auf Grund dessen, was ich über Xi Jinping gelesen habe, setze ich grosse Hoffnungen auf ihn. Dass er die übermässige Bereicherung einiger Weniger eindämmt und es den normalen Arbeitskräften in absehbarer Zeit auch besser geht.

" Laundry song " performed by Peng Liyan :
http://vimeo.com/25211722

Was ist ein Reformer?

Sind das Kräfte, die das Land so dynamisch umkrempeln und in Bewegung halten wie die letzten Jahrzehnte?
Oder meint der Autor damit jene Kräfte, die China filetieren und privatisieren wollen (nach jugoslawischem Vorbild)?

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