Kultusgemeinde: Koalition steht, Oskar Deutsch bleibt Präsident

Herausforderer Engelberg verliert Kampf um den Vorsitz

Wien - Die erwartet langen Koalitionsgespräche sind ausgeblieben, die Entscheidung kommt überraschend schnell: Oskar Deutsch bleibt auch nach der Wahl in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) am Sonntag deren Präsident. Dies, obwohl seine Liste "Atid" gleich einen Verlust von drei Mandaten (jetzt: sieben statt zehn) hinnehmen musste.

"Atid" hat sich mit fünf anderen Parteien (Vertreter der Einwanderer aus der Ex-Sowjetunion und der Religiösen) auf ein Koalitionsabkommen geeinigt, Großer Verlierer im Kampf um den Vorsitz ist sein Herausforderer, der Psychoanalytiker und Consulter Martin Engelberg, der mit seiner Liste "Chaj-Jüdisches Leben" auf Anhieb drei Mandate im Vorstand erreicht hatte.

Während die "alten" Listen die Koalition bilden, stellen die neuen die Opposition: Dass Engelbergs Liste nicht Teil der Koalition ist, überrascht nicht. Mit der "Initiative Respekt" ist auch die zweite Gruppierung, die das erste Mal angetreten ist und jetzt zwei Mandate stellt, nicht mit dabei.

Insgesamt haben sich nun 19 von 24 Mitgliedern des Kultusvorstandes laut IKG für Deutsch als Präsidenten ausgesprochen. Die entsprechende Wahl ist allerdings erst in der ersten Dezemberhälfte vorgesehen. Deutsch hatte das Präsidentenamt bereits Anfang des Jahres von Ariel Muzicant (ebenfalls Liste "Atid") übernommen. Als wichtige Bereiche in der nächsten Amtszeit werden in einer Aussendung der IKG die "Erhaltung der Einheitsgemeinde, die Absicherung eines stabilen Budgets sowie die Themenschwerpunkte Bildung und Soziales" aufgelistet. (APA, pm, DER STANDARD, 15.11.2012)

 

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2 Postings

Gott sei Dank. Jetzt kann ich endlich ruhig schlafen. Team Oskar Deutsch stellt den Präsidenten.

Knesset II

<"Atid" hat sich mit fünf anderen Parteien (Vertreter der Einwanderer aus der Ex-Sowjetunion und der Religiösen) auf ein Koalitionsabkommen geeinigt>. Alle Achtung -das klingt ja spannend. Wenn die DEN Spagat hinkriegen, dann schicken wir sie anschliessend in den nahen Osten auf Friedensmission...

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