Flashmob gegen Radfahrverbot auf Innsbrucks Prachtstraße

  • Schieben statt radeln, heißt es vielleicht schon bald auf einem 
Teilstück der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. 
    foto: michael bauer / die grünen

    Schieben statt radeln, heißt es vielleicht schon bald auf einem Teilstück der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. 

Gemeinderat will die Maria-Theresien-Straße auf 180 Metern für Radler sperren

Innsbruck - Die Innsbrucker gelten als fleißige Radfahrer im Österreichvergleich. Innsbruck hat damit, laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ), den höchsten Radverkehrsanteil österreichischer Städte. Jeder 4. Weg werde per Rad zurückgelegt. Die Innsbrucker Gemeindepolitiker wollen trotzdem mehrheitlich, dass die Maria-Theresien-Straße zwischen Marktgraben und Anichstraße nicht durchradelt wird. Der Gemeinderat entschied sich mit 26 zu 14 Stimmen für ein Radfahrverbot.

Jetzt wird geprüft, dann noch einmal abgestimmt. Eingebracht wurde der Antrag von der mitregierenden SP und der oppositionellen VP. Die Fußgänger müssten vor "chaotischen Radfahrern" beschützt werden, heißt es von Radgegnern im Gemeinderat. Die Opposition (VP, FP) stimmte geschlossen für den Antrag, auch Vertreter der Regierungskoalition SP und Liste "Für Innsbruck" (FI) waren dafür.

Einzig die Grünen - ebenfalls in der Koalition - stimmten dagegen. Beim einzigen Unfall zulasten eines Fußgängers in der Maria-Theresien-Straße im Jahr 2011 sei dieser von einem Taxi niedergefahren worden, 2012 habe es überhaupt keinen Vorfall gegeben, der zur Anzeige gebracht wurde, ätzt die grüne Klubobfrau Uschi Schwarzl.

Keine neue Diskussion

Die Diskussion um Fahrräder in der Innsbrucker Prachtstraße sind nicht neu. 2011 sollte ein Fahrradparkverbot eingeführt werden. Das war aber nicht möglich. Ein Abstellverbot für Fahrräder verbietet die Straßenverkehrsordnung. Räder sind vielen Innsbrucker Politikern in der Prachtsstraße wohl einfach zu hässlich, meint Schwarzl.

Dabei sei das eigentliche Problem die Neugestaltung der Maria-Theresien-Straße, die laut Schwarzl eigentlich ein Platz ist. Dennoch sei sie als Straße neugestaltet worden, mit Verweilplätzen und Möblierung in der Mitte sowie Fahrmöglichkeiten für Lieferwägen am Rand. Schwarzl nennt den Wiener Stephansplatz als Vergleich: Nur gebe es dort keine Fahrzonen für Lieferverkehr.

Unterdessen regt sich Widerstand. Die Jusos (junge SP) haben - gegen die Abstimmungslinie der eigenen Partei im Gemeinderat - für Freitag um 15 Uhr einen Rad-Flashmob in der Maria-Theresien-Straße angekündigt. In der Innsbrucker Prachtstraße gebe es für unmotorisierte Zweiräder durchaus Platz. (Verena Langegger, DER STANDARD, 15.11.2012)

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ein TAXLER wars!!! "Beim einzigen Unfall zulasten eines Fußgängers in der Maria-Theresien-Straße im Jahr 2011 sei dieser von einem Taxi niedergefahren worden"

"Eingebracht wurde der Antrag von der mitregierenden SP und der oppositionellen VP"

ham die nix besseres zu tun als radler z'pflanzen im tirol?

...hatten da nicht grad agrargemeinschaften 3000km2 land gestohlen und niemand ermittelt?

in dubio libertas!

radfahrer haben in fußgängerzonen nichts zu suchen

es reicht schon, wenn sie illegal auf den gehsteigen daherbrausen und dabei nicht selten fußgeher gefährden. diese anarchos sollten sich erst einmal an die stvo halten...

auch wenn ihre Wortwahl sehr an einen Troll erinnert

will ich darauf hinweisen, dass in dieser Zone bis zum Anfang des Monats das Radfahren legal war

18.11.2012, 16:52
Achso aber Taxis und Fiaker stören nicht?

nein.

17.11.2012, 22:52
Ich werde mich sicher nicht an dieses lächerliche Verbot halten!

Die M-T Strasse ist ca. 30m breit - warum kann man hier nicht einen 3m breiten Radstreifen einrichten.

Vor allem werde ich mein Rad sicher nicht schieben, solange Taxis und Fiaker fahren dürfen.

da bist du sicher nicht alleine, es würde mich auch wundern wenn Radfahrerer gerade hier auf einmal beginnen würden sich an irgendetwas zu halten ...

Kein Unfall mit Fahrrad seit ewig, vor allem...

... seit dem Umbau der Straße. Vorher fuhren sogar die Straßenbahn und die Busse durch...
So what?
Die wenigen, die dennoch glauben, zu Fuß nicht sicher zu sein, können immer noch die x-large Gehsteige zu beiden Seiten benützen.

... kommt der Flashmob auch zur Kletteranlage?

wer fahrräder hässlich findet...

allein schon die ansicht, ein haufen abgestellter fahrräder seien etwas hässliches, zeugt von der hoffnungslos fehlgeleiteten ästethik einiger tiroler kommunalpolitiker.
da ist mir noch jede gazelle lieber als ein benko'scher (gern auch hadid'scher) beton[pracht]bau.

Das Hässlichste/Unnötigste gestern in der Maria-Theresien Straße waren die Tische und Sessel der Lokale.
Werden die im Winter nicht eingelagert?

Wir Radfahrer sind die Zukunft in den Städten & es gibt nichts, absolut NICHTS was ihr dagegen tun könnt :-)

mag sein, aber manche Wildweststyle-Radlfahrer könnten den Tag nicht mehr erleben

Stimmt: Ihr werden assimiliert werden! in 10 Jahren sind die Hälfte der Autoposter hier selber Alltagsradfahrer. Und ihre Kinder!

den aufschrei möchte ich hören,wenn autofahrer 180m gehen müssten.

muss JEDER autofahrer JEDEN tag in JEDER fußgaengerzone...

...so what's the big fuzz?

2810
15.11.2012, 13:52
wenn die Radfahrer

dieses Radfahrverbot genau so ernst nehmen wie rote Ampeln bleibt eh alles beim Alten ...

Flashmob, süß!

Alsob das je was bringen kann. Hier hilft nur Anarchie.

Anarchie lieber gegen die Sparpolitik!

Es gibt wirklich Wichtigeres, gegen das man protestieren könnte. Hätten sich die Radler besser benommen, wäre nie ein Verbot notwendig geworden.

Dachte, da ist nie was passiert?

Steht zumindestens so im Artikel

Wie wärs, wenn man einfach nur die straft, die sich nicht anständig benehmen?

Nach Ihrer Logik müßte man häufige Geschwindigkeitsübertretungen mit dem Auto dann ja auch mit einem Fahrverbot ahnden.

nein, es geht um "gefaehrdung"...

Besseres

Benehmen kann weder von den Innsbrucker noch von den Wiener, noch von generell einer sehr großen Anzahl an Radlern erwartet werden, wie naiv sind SIE denn? Leben Sie am Mond?

Da hast du allerdings nicht ganz Unrecht. Für wild klingelnde Radler, die die Leute in der Fußgängerzpne vor sich her scheuchen, habe ich überhaupt kein Verständnis. Aber ich lasse mich nicht im Kollektiv für die Rowdys bestrafen.

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