Kartause Mauerbach wird zum Archäologiezentrum

Bundesdenkmalamt bündelt bestehende Einrichtungen an einem Ort

Mauerbach/Wien - Die Kartause Mauerbach wird zum Archäologiezentrum: Mit der Bündelung von Depot, Archiv und digitalem Speicher sowie der bisher in der Hofburg in Wien untergebrachten Fachbibliothek habe das Bundesdenkmalamt (BDA) ein "Zuhause für das archäologische Erbe Österreichs" geschaffen, sagte BDA-Präsidentin Barbara Neubauer bei der Eröffnung.

Archäologie ist beliebt

Die unter einem Dach vereinten Kompetenzen würden auch bessere Arbeitsbedingungen bieten und neue Möglichkeiten bei der Ausbildung von Archäologen schaffen. In dem ehemaligen Kloster im Wienerwald - knapp hinter der westlichen Wiener Stadtgrenze - wird aber nicht nur an Objekten und Dokumenten geforscht und der archäologische Nachwuchs ausgebildet, die Einrichtung steht auch Interessierten offen: Die Resultate der archäologischen Aktivitäten werden zugänglich gemacht - in der Kartause selbst und durch Publikationen. Archäologie sei ein Standbein des BDA, das in der Öffentlichkeit sehr gut "ankomme", so Neubauer.

"14 Stationen der Denkmalforschung" zeigen u.a. den bedeutendsten Römersteinfund aus Wien, der 2003 bei Bauarbeiten in Hernals entdeckt wurde. Bei größeren Erdbewegungen wie etwa Straßenbauprojekten werden Archäologen hellhörig: In vielen Fällen werden dabei bedeutende Funde gemacht, die das Wissen um die Vergangenheit erweitern - so auch aktuell bei der Koralmbahn. Die "Schätze" werden dokumentiert und der hausinternen und universitären Forschung zugänglich gemacht. Bereits seit 1984 sind die Restaurierwerkstätten des BDA in Mauerbach untergebracht.

Zur 50. Ausgabe der "Fundberichte aus Österreich" ist erstmals auch eine E-Book-Version erschienen. Nach Angaben des BDA wird der digitale Speicher, in dem sämtliche bestehenden und neu hinzukommenden Materialien abgelegt werden, derzeit im Archäologiezentrum aufgebaut und umfasst bereits über vier Terabyte Daten. Im Endausbau soll er der Öffentlichkeit online zur Verfügung stehen.

Historischer Hintergrund der Kartause

Die Kartäusermönche lebten in Mauerbach in Einsamkeit und Schweigen von 1314 bis zur Klosteraufhebung durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1782. Später diente das Gebäude lange Zeit als Armenhaus und nach 1945 als Obdachlosenheim für Familien. Jahre des Verfalls endeten, als 1984 unter Anleitung des Bundesdenkmalamtes die schrittweise Instandsetzung begann und die Restaurierwerkstätten des BDA eingerichtet wurden. (APA/red, derStandard.at, 14. 11. 2012)

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