Rom will 2.600 Jahre alte Kanalisation restaurieren

An einigen Stellen besteht Einsturzgefahr

Rom - Die römische Cloaca Maxima wird restauriert. Diese Woche begannen die Arbeiten am ältesten Abwassersystem der Stadt, das schon etwa 2.600 Jahre alt ist und damit zu den ältesten Kanalisationen der Welt gehört. Die Restaurierung wird in einer ersten Phase eine 1,5 Kilometer lange Strecke des Kanalisationssystems betreffen, die durch das Stadtzentrum läuft. In den Jahrzehnten haben sich Steine und Geröll angesammelt, die den Durchfluss des Wassers erschweren. An einigen Stellen drohen Teile des Kanalisationssystems einzubrechen, berichtete ein Sprecher der Gemeinde Rom.

Die Stadt hofft, bald die Finanzierungen aufzutreiben, um die gesamte Cloaca Maxima zu restaurieren, die auf Anordnung des fünften Königs von Rom, Tarquinius Priscus, um 600 vor unserer Zeitrechnung erbaut wurde. Es sollte damals das überschüssige Wasser im Tal zwischen den Hügeln Campidoglio und Palatin ableiten. Die Cloaca Maxima verband das Forum Romanum mit dem Tiber. Die Abmessungen der Cloaca Maxima betragen bis zu drei Meter Breite und mehr als vier Meter Höhe.

In gut zweieinhalb Jahrtausenden wurde zwar vieles erneuert, doch das komplexe Kanalisationssystem ist grundsätzlich erhalten geblieben. Wie schon bei den alten Römern werden die Abwässer auch heute noch in die Flüsse Tiber und Aniene geleitet - sehr zum Leidwesen von Naturschützern. Die nationale Umweltorganisation Legambiente verweist auf Studien, nach denen beide Flüsse stark verschmutzt sind. "Die Abwasseraufbereitung lässt noch sehr zu wünschen übrig", beklagt ein Sprecher des Umweltschutzverbands. (APA/red, derStandard.at, 14. 11. 2012)

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