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Wien/Prag - Nach einem Kunstraub in Wien-Favoriten, bei dem am 23. Juni 2011 einem Prager Galleristen 13 Bilder im Wert von 270.000 Euro gestohlen wurden, ist am Mittwoch im Straflandesgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen Komplizen des Haupttäters eröffnet worden. Der 39 Jahre alte Mann soll einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass dieser - ein deutscher Kunsthändler - seinem ehemaligen tschechischen Geschäftspartner einen Teil der insgesamt 40 in einem Depot in der Grenzackerstraße eingelagerten Bilder abnötigen konnte.
Der 62-jährige Gallerist war unter einem Vorwand von seinem früheren Partner zum Lager gelockt worden, wo ihn der Deutsche mit vier Begleitern erwartete. Indem der Gallerist bedroht wurde, wobei laut Anklage ein Elektroschock-Gerät zum Einsatz kam, brachte man ihn dazu, Schlüssel und Zugangscode zum Depot herauszurücken.
Der mutmaßliche Komplize des Kunsthändlers - die drei anderen Helfer konnten vorerst nicht ausgeforscht werden - bekannte sich am Mittwoch vor dem Schöffensenat "nicht schuldig". Er habe den Deutschen zwar nach Wien begleitet, aber keine Ahnung von dessen räuberischen Absichten gehabt. "Ich bin dort nur herumgestanden. Ich habe niemanden bedroht", sagte der 39-Jährige.
Der Abtransport der Bilder wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, der deutsche Kunsthändler wanderte in weiterer Folge in U-Haft. Infolge Haftunfähigkeit musste der angeblich schwer herzkranke Mann jedoch nach einigen Wochen auf freien Fuß gesetzt werden. Obwohl gegen ihn seit vergangenem Februar eine Anklage wegen schweren Raubes und Erpressung vorliegt, ist in seinem Fall ein Prozesstermin nicht absehbar: Die zuständige Richterin hat am 23. Oktober einen Sachverständigen bestellt, der den Mann neuerlich auf eine mögliche Verhandlungsfähigkeit untersuchen soll. (APA, 14.11.2011)
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