Journalist gewinnt Prozess gegen Hypo

14. November 2012, 13:39
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Domagoj Margetic veröffentlichte Dokumente über angebliche Geldwäsche

Zagreb/Klagenfurt - Der kroatische Journalist Domagoj Margetic, der von der Hypo Alpe Adria Bank Kroatien wegen Verletzung des Bankgeheimnisses geklagt wurde, ist vergangene Woche vom Zagreber Gericht für Strafsachen in erster Instanz freigesprochen worden. Das Gericht urteilte, dass Margetic im Zuge seiner journalistischen Arbeit das Bankgeheimnis nicht verletzt habe.

Margetic hatte in zahlreichen Artikeln und Medienauftritten sowie über seine Website "necenzurirano.com" ("unzensuriert") darüber berichtet, wie die Hypo über ihre Töchter in Kroatien Geld gewaschen haben soll, indem sie fiktive Kredite vergeben haben soll.

Wie das Portal "Seebiz", für das der Aufdeckungsjournalist tätig ist, berichtete, hatte Hypo-Kroatien-Chef Markus Ferstl vor Gericht die Richtigkeit der Angaben und Dokumente bestätigt, aber darauf verwiesen, dass Margetic das Bankgeheimnis verletzt habe. Laut der Rechtsabteilung der Hypo sei das Ansehen der Bank beschädigt worden.

Hypo akzeptiert Urteil

In einer Stellungnahme der Hypo hieß es: "Wir nehmen das Urteil an, müssen aber herausstreichen, dass die Veröffentlichung von sensiblen Daten ohne ein schwerwiegendes öffentliches Interesse gegen die Prinzipien der Organisation verstoßen könnten, und somit auch gegen die Interessen der Kunden, Angestellten und des Geschäftsstandorts."

Margetic prangert noch immer an, dass es wegen der Verfehlungen der Hypo in Kroatien zu keinen Anklagen kam, außer gegen ihn und den kroatischen Ex-Premier Ivo Sanader, und dass die Justiz trotz erdrückender Beweise, die er der Staatsanwaltschaft mehrmals zugestellt hatte, keine Schritte unternommen habe.

Margetic geriet auch außer seiner Hypo-Recherchen im Zuge der Prozesse des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag in die Schlagzeilen, wo er im Jahr 2007 zu drei Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden war. Ihm wurde Missachtung des UNO-Gerichtshofes vorgeworfen, weil er die Namen von geschützten Zeugen veröffentlicht hatte. (APA, 14.11.2012)

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