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vergrößern 500x332"Auf eine angezeigte Gewalttat kommen sieben bis acht, die nicht gemeldet werden."
Wien - Am Mittwoch wurden die Ergebnisse der "Taskforce Kinderschutz" in Wien präsentiert. Das Innenministerium hatte die Taskforce ins Leben gerufen, nachdem im Mai 2012 ein Achtjähriger von seinem Vater in einer St. Pöltner Schule erschossen worden war. Künftig soll unter anderem das polizeiliche Betretungsverbot, das bis dato auf Wohnungen beschränkt war, auf Schulen und Kindergärten ausgeweitet werden: "Damit können Kinder bei Fällen von Gewalt in Familien auch an derartigen Orten vor Gewalt geschützt werden", heißt es im Maßnahmenpapier. Voraussetzung dafür sei allerdings die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Weiters schlägt die Task Force vor, dass bei konkreten Gefährdungen von Kindern die Sachverhaltsdarstellung und die erforderlichen Daten umgehend durch die Polizei an die Jugendwohlfahrt übermittelt werden. Diese könne dann rasch handeln und etwaige Maßnahmen zum Schutz der Kinder setzen.
Checkliste für heimische Polizei
Vorgesehen ist auch, dass österreichische Polizistinnen und Polizisten eine standardisierte Checkliste bekommen, um Gefahrensituationen in Familien besser bewerten zu können.
Wer eine vom Gericht verhängte Einstweilige Verfügung oder ein Betretungsverbot missachtet, soll sich künftig strafbar machen. Das heißt, dass die Polizei auch die Möglichkeit einer Festnahme eines Gefährders durchsetzen kann. Gegen den St. Pöltner Familienvater, der seinen Sohn erschossen hat, war zuvor ein Betretungsverbot für die Wohnung der Familie verhängt worden.
"Durch diese Verschärfung können wir die Einstweilige Verfügung zu einem noch effizienteren Instrument zum Schutz der Opfer zu machen", ist Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) überzeugt. Neben der Schaffung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen will das Innenministerium die Bewusstseinsbildung bei Polizistinnen und Polizisten verstärken. Das soll mithilfe vertiefender Schulungen im Bereich des Kinderschutzes geschehen.
Experte beurteilt Checkliste kritisch
Prävention durch Behörden könne nur dort ansetzen, wo die Probleme bekannt geworden sind, sagt der Innsbrucker Psychologe Salvatore Giacomuzzi. Ein Allheilmittel seien Instrumente wie eine Checkliste für die Polizei nicht - denn: "Alles wird man nie abfragen können." Es gehe darum, problematische Konstellationen rechtzeitig zu erkennen und in Risikogruppen einzustufen. "Gewalttaten haben meist eine Spirale, die sich hochschaukelt", so der Psychologe. Fast immer hätten Aufsehen erregende Gewalttaten im Familienverband länger schwelende Konflikte im Hintergrund.
Hohe Dunkelziffer
Gerade bei Gewalt in der Familie sei die Dunkelziffer der nicht dokumentierten Gewalttagen allerdings sehr hoch, viel spiele sich im Verborgenen ab, sagt Giacomuzzi. "Auf eine angezeigte Gewalttat kommen sieben bis acht, die nicht gemeldet werden."
Gemeinsame Sprache für Risikoabschätzung
Die Checkliste für die heimische Polizei hat übrigens Vorbilder: Kanada setzt das Präventionsinstrument schon seit einigen Jahren ein. Die Checkliste dort besteht aus 13 Fragen, die an den Täter oder - falls dieser vermutlich lügt oder die Auskunft verweigert - an das Opfer oder andere Beteiligte gerichtet werden. Erhoben wird etwa, ob der Beschuldigte schon öfter Gewaltausbrüche hatte, ob er ein Alkohol- oder Drogenproblem hat und ob es in der Beziehung Kinder gibt.
Im vergangenen Sommer hat Zürich als erster Schweizer Kanton eine ähnliche Liste eingeführt, die über das Risikopotenzial eines Täters oder einer Täterin Auskunft geben soll. Zum Einsatz kommt sie beispielsweise bei Morddrohungen oder Gewalt innerhalb einer Beziehung. (APA/red, derStandard.at, 14.11.2012)
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"Damit können Kinder bei Fällen von Gewalt in Familien auch an derartigen Orten vor Gewalt geschützt werden"
ein betretungsverbot wird natürlich eine person, die emotional aufgeladen ist und mit einer waffe herumrennt, von der bevorstehenden tat abhalten.
Das Abarbeiten einer Checkliste ist sicher gut zur Rechtfertigung, wenn nachher dennoch etwas passiert - aber zu sonst nichts.
Checklisten sind, wenn sie auch gut gemeint sein sollten, in diesem Fall Schwachsinn, der wohl auf dem Weltbild von Kontrollfreaks beruht.
Es kommt oft genug vor, dass die gefährdete Person den Täter noch in Schutz nimmt oder den Vorfall aus Scham oder auch Angst bis hin zu Todesangst vor dem Täter bagatellisiert oder überhaupt abstreitet.
Hier ist das Einfühlungsvermögen und die professionelle Lagebeurteilung der vor Ort tätigen Polizisten gefragt - keine Checklisten;
meine Meinung dazu.
wenn das ginge bräuchten wir garkeine polizei mehr sondern einfach jeden bürger fragen "haben sie im letzten jahr ein verbrechen begangen" und die justiz brauchts auch nicht mehr, weil man einfach standardstrafen für die angegebene vergehen festlegen könnte.
ernsthaft: warum brauchts eine checkliste mit fragen wie "hatten sie schon öfter gewaltausbrüche?" - ich nahm bis jetzt an, daß solche frauen aus rein logischem verständnis heraus bei einer gewaltfall in der familie von selbst gestellt werden. ich jedenfalls würd dafür keine checkliste brauchen.
"Weiters schlägt die Task Force vor, dass bei konkreten Gefährdungen von Kindern die Sachverhaltsdarstellung und die erforderlichen Daten umgehend durch die Polizei an die Jugendwohlfahrt übermittelt werden. Diese könne dann rasch handeln und etwaige Maßnahmen zum Schutz der Kinder setzen."
Wie darf mich sich das vorstellen? Das JA schickt eine 55kg Kampf-DSA mit Pfefferspray und Shocker als Türsteher zur Schule?
wäre auch nicht schlecht.
sollte aber nicht meinen, dass die idee der checkliste gegen gewalt in familien nicht auch gut ist.
checklisten sollte es gegen jede form von gewalt geben, wenn den listen helfen...
gegendert wird, es aber durchwegs "der Beschuldigte" oder "der Täter" heißt - ganz so, als ob Frauen immun gegen Gewaltausbrüche wären.
Was sagt das jetzt über Vorurteile gegenüber Männern?
Ja, es stimmt, dass an genau vier Stellen im Text der/die Täter/in männlich dargestellt wird. Erst im letzten Absatz wird geschlechtsneutral vom ... Risikopotential eines Täters oder einer Täterin ... gesprochen.
Ich kann allerdings sagen, dass es nach meiner Erfahrung definitiv mein Vater war, der massive Gewalt ausübte. Meine Mutter stärkte ihm aber den Rücken und verteidigte seine Gewaltexzesse.
Bei einer Checklist hätten wohl beide gelogen und behauptet, dass sie nicht gewalttätig sind, schon deshalb, weil es ihnen an jeglicher Einsicht in ihr aggressives und brutales Verhalten fehlte.
Also in meiner Kindheit kamen die hysterischen Prügelattacken, die Watschen bei jeder Kleinigkeit, die halbstündigen Demütigungstiraden und die mit-Töpfen-Brotbretteln-Topfdeckeln-Kochlöffel-usw-Prüfel-Ausflipp-Orgien ausschließlich von der Mutter.
Dass der Vater davon wenig mitbekam, weil er von uns beiden einfach seine Ruhe wollt, hab ich erst viel später begriffen.
Als Gewalt kann jede Form von körperlicher Beeinträchtigung oder deren Androhung bezeichnet werden. Gegen Gewalt zu handeln, setzt einen klaren Gewaltbegriff voraus. Dass man Gewalt benennen, sie von der Aggression bzw. Gewalt von Psychoterror unterscheiden kann, ist sehr wichtig.
Bei der Aggression seien alle Grundebenen der Kommunikation vorhanden; dabei sei der Einzelne mit jemand anderem bzw. mit Anderen in Kontakt und er zeige sich mit seiner Grenze und er gehe bis an „seine“ Grenze. Gewalt löst sich aus der Aggression heraus, unterstreicht der Gewaltpräventionsexperte; sie führe zum Kontaktabbruch und sei eine Grenzüberschreitung.
"Nur auf das, für das ich Verantwortung übernehme, habe ich Einflussmöglichkeiten"...
nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein zu führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges, statt die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. - Albert Schweitzer
hier ein bericht der besagt, dass in paaren gewalt gleichermassen von maennern und frauen ausgeuebt wird.
http://pubpages.unh.edu/~mas2/V70... -11-09.pdf
bei kindern wird's wohl nicht anders sein. oder vielleicht doch - zumal in oesterreich kindererziehung scheinbar noch eher frauensache ist.
aber trotzdem sucht man sich ein bild aus, auf dem der mann als gewalttaeter dargestellt wird. schoen langsam wird's fad...
das ist leicht in der gewaltprävalenzstudie 2011 nachzulesen - da sieht man schön, dass die mär der gewaltlosen frau schwachsinn ist und sie um nichts der männlichen gewalt nachsteht.
täter bei buben (nach häufigkeit, absteigend):
1. Mitschüler
2. eigener Vater
3. Lehrer
4. eigene Mutter
5. Mitschülerin
täter bei mädchen (nach häufigkeit, absteigend):
1. eigene Mutter
2. Mitschülerin
3. eigener Vater
4. Mitschüler
5. Lehrer
in der öffentlichkeit ist es trotzdem der täter, der die vollkommen eingeschüchterte frau samt kind "verliebt, verlobt, verprügelt".
ein unterschied bei der physischen gewalt liegt in der schwere der verletzungen. wenn eine koerperlich unterlegene frau ihren partner attackiert, kann der sich oft leicht dagegen wehren, ohne schwer verletzt zu werden. schlaegt der aber zurueck, dann sind die physischen verletzungen, die die frau erleidet oft schwer und muessen behandelt werden.
di anrueckende polizei tut sich dann natuerlich schwer. wem soll man glauben schenken?
das soll nicht heissen, das maenner nie zuerst zuschlagen.
ist das eine Drohung "Wenn du das nicht machst, lass ich mich scheiden und bekomm laut Österreichischem Recht eh mehr zugesprochen und du kannst Alimente und Unterhalt zahlen".
Oder: "Wenn du nicht 50:50 machst und schon wieder so viel arbeitest, dann lass ich mich scheiden und bekomm laut Österreichischem Recht eh mehr zugesprochen und du kannst Alimente und Unterhalt zahlen".
ja.
das ist fast genauso schlimm wie: wenn du das nicht machst, nehm ich ein messer und ersteche dich.
sie haben recht. ganz genauso schlimm.
vor allem, weil ein kind ja nix mehr kostet, wenns aus den augen ist. deswegen sind alimente einfach eine frechheit. weil das kind isst ja nix mehr und braucht nix mehr zum anziehen, wenn man es nicht besuchen darf. und man sich vor der ehe nicht drüber informieren kann, was der partner arbeitet und verdient, um zu wissen, ob man unterhalt zahlen muss.
hallo, da gehts um den schutz vor leuten, die kinder töten. nicht um den schutz davor, möglicherweise finanziell ein problem zu bekommen.
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