Unterirdische Gasblase angebohrt: Evakuierung und Sperren in Wien-Favoriten

14. November 2012, 14:56
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Drei Einfamilienhäuser geräumt - Feuerwehr: Keine Gefährdung

Wien - Eine leckende Gasblase unter einem Wohnhaus in der Remystraße in Wien-Favoriten hat am Mittwoch Evakuierungen und Straßensperren notwendig gemacht. Die Familie, unter deren Keller sich die bei schon länger zurückliegenden Bohrungen angestochene Gasblase natürlichen Ursprungs befindet, muss zumindest die kommende Nacht auswärts schlafen: Vor Donnerstag wird der Einsatz laut Feuerwehr nicht abgeschlossen.

Der Hausbesitzer hatte feuchte Flecken an den Kellerwänden bemerkt und jene Firma verständigt, die eine Sondierungsbohrung für eine Wärmeanlage durchgeführt hatte, sagte Gerald Schimpf von der Wiener Berufsfeuerwehr. Die Bohrfirma machte eine Zündprobe und stellte fest, dass sich im Keller ein brennbares Gemisch angesammelt hatte: Bei der schon seit Tagen ausströmenden Substanz handelt es sich vor allem um Erdgas, das sich entlang der Bohrstelle schleichend aus gasspeicherndem Gestein unter dem Keller aus etwa 55 Meter Tiefe einen Weg nach oben gebahnt hatte. Dabei wurde Wasser mit hinauf gedrückt, das die nassen Flecken verursacht hat.

Gas soll über Rohr abgeleitet werden

"Es war ein großes Glück, dass die Feuerwehr rechtzeitig verständigt worden ist", meinte Schimpf. Seit den Mittagsstunden belüften die Einsatzkräfte den Keller, um die Gaskonzentration unter der Explosionsgrenze zu halten. Als nächstes soll ein Rohr eingebaut werden, damit das Gas vom Keller über das Dach ins Freie abgeleitet werden kann.

Rund 30 Einsatzkräfte waren am Nachmittag an Ort und Stelle, von der Berufsfeuerwehr und einen Rettungswagen in Bereitschaft über das Gaswerk und die MA29 (Grundbau) bis zum OMV-Experten. Wie lange die Sache dauern wird, stand nicht fest. "Wir stellen uns auf die Nacht hier ein", sagte Schimpf. Mit Glück könne die Familie aber vielleicht schon am Donnerstag ins Haus zurück.

Vorerst bleiben die beiden Nachbarhäuser und das betroffene Einfamilienhaus aber unzugänglich, außerdem sind die Remystraße und die Feßlergasse teilweise gesperrt. Der Einsatzort liegt glücklicherweise am Stadtrand in einem vorwiegend mit Einfamilienhäusern besiedelten Gebiet und wenig Verkehr.

Fälle mit Explosionsgefahr

Selten sind solche Vorfälle nicht: Ende Oktober 2009 war ebenfalls in Favoriten bei Sondierungsbohrungen für die Verlängerung der U1 eine Gasblase angestochen worden. Damals strömte Methan aus dem Boden und fing Feuer, einige Zeit bestand Explosionsgefahr. Mehrere Versiegelungsversuche schlugen fehl, ehe die Gasblase nach mehr als drei Wochen mit Zement verschlossen werden konnte.

Akute Explosionsgefahr bestand im Juli 2011 auch in der Ortschaft Erla bei St. Pantaleon im Bezirk Amstetten, nachdem die Arbeiter auf einer Baustelle bei Tiefenbohrungen für Erdwärme auf eine Gasblase gestoßen waren. Dort konnten die Sicherungsarbeiten bereits am nächsten Tag abgeschlossen werden.

In der Remygasse sei das Gas nicht mit Druck ausgeströmt. Daher sei die Lage nicht so gefährlich wie bei den anderen Vorfällen, sagte Gerald Schimpf. (APA, 14.11.2012)

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