Ganztagsschule: Spindelegger fordert Mitsprache der Lehrer

  • Spindelegger stärkt den Lehrern den Rücken.
    foto: ronald zak/dapd

    Spindelegger stärkt den Lehrern den Rücken.

Gegen Schmied-Vorstoß, dass nur Eltern entscheiden - Auch AHS-Direktoren und Schüler wollen mitbestimmen

ÖVP-Chef Michael Spindelegger ist gegen ein alleiniges Entscheidungsrecht der Eltern in der Frage der Ganztagsschule. Er will, dass auch die Lehrer mitentscheiden und die Ganztagsschule auch ablehnen können. Das berichtete das Ö1-"Mittagsjournal" am Mittwoch. Eintscheiden solle der jeweilige Schulgemeinschaftsausschuss, in dem Eltern, Lehrer und Schüler vertreten sind, sagte Spindelegger. 

"Skandal, eine Gruppe auszuschließen"

Auch die AHS-Direktoren wehren sich gegen den Vorschlag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (ÖVP), dass die Einführung von verschränkten Ganztagsschulen mit abwechselnder Folge von Unterricht und Freizeitteilen künftig auch ohne Zustimmung von Lehrern möglich sein soll. "Ich halte es für einen Skandal, die Gruppe, die für die pädagogischen Maßnahmen zuständig ist, von der Entscheidung auszuschließen", sagte Willhelm Zillner, Sprecher der AHS-Direktoren. 

Damit eine Klasse beziehungsweise eine Schule als Ganztagsschule in der verschränkten Form geführt werden kann, müssen derzeit jeweils zwei Drittel der Eltern der betroffenen Schüler sowie zwei Drittel der unterrichtenden Lehrer zustimmen. Würden die Lehrer künftig übergangen, werde deren Widerstand zunehmen, sagte Zillner: "Wie auch immer die Lehrer dazu stehen - bei einer solchen Vorgangsweise werden sie dagegen sein."

Zillner: Lehrer nicht schuld an schleppendem Ausbau

Dabei seien Lehrer durchaus nicht generell gegen die verschränkte Ganztagsschule und auch nicht schuld am schleppenden Ausbau ganztägiger Schulformen, so Zillner. Diejenigen, die sich wehren, täten das, "weil die Rahmenbedingungen nicht geklärt sind". So würden derzeit die Rahmenbedingungen nicht mitgedacht, etwa dass für ganztägige Formen auch entsprechende Freizeiträume und Lernzonen nötig seien. Er könne beiden Formen, also Nachmittagsbetreuung und verschränkter Form, etwas abgewinnen. "Aber es braucht dafür eine menschenwürdige Umgebung", so Zillner.

Schüler wollen mitreden

Auch die ÖVP-nahe Schülerunion wehrte sich am Mittwoch in einer Aussendung gegen den Vorschlag, dass künftig die Entscheidung allein bei den Eltern liegen soll. Die Schülervertreter fordern, dass Schüler, Lehrer und Eltern im Rahmen des Schulgemeinschaftsausschuss gemeinsam bestimmen sollen. (APA/red, derStandard.at, 14.11.2012)

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