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Der bayerische Halbleiterkonzern Infineon, der auch in Villach in Kärnten produziert, streicht angesichts schwacher Aussichten seine Kosten zusammen. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 brach der Gewinn des Chipbauers aus fortgeführtem Geschäft binnen Jahresfrist um fast die Hälfte auf 432 Mio. Euro ein. Der Umsatz ging indes nur leicht auf 3,9 Mrd. Euro zurück.
Das neue Geschäftsjahr gibt Infineon-Chef Reinhard Ploss wenig Anlass zur Hoffnung. Der Umsatz werde fünf bis neun Prozent schrumpfen, die operative Rendite mit fünf bis neun Prozent deutlich unter der langfristigen Zielmarke von 15 Prozent liegen. "Der konjunkturelle Gegenwind wird stärker. Und wir sehen nicht, dass er schnell drehen wird", sagte Ploss.
Vor allem die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2012/13 (zum Ende September) werde schwach ausfallen. Während sich das Geschäft mit Chips für Autos, Energie- und Sicherheitstechnik ganz gut halten werde, fielen die Einnahmen mit Komponenten für die Industrie deutlich, prognostizierte der seit sechs Wochen amtierende Manager. Er äußerte sich damit wesentlich skeptischer als der niederländische Rivale NXP, der am Dienstag Zuwächse für das kommende Jahr in Aussicht stellte.
Ploss geht nun die Kosten des Chipherstellers an. Die Investitionen werden um 100 Mio. Euro auf 400 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2012/13 gekürzt, der Personalstand eingefroren, unausgelastete Fertigungsanlagen zeitweise stillgelegt und vereinzelt Kurzarbeit eingeführt, hieß es. Weniger wichtige Entwicklungsprojekte landeten im Müll, Gehaltserhöhungen würden verschoben. Die Einsparungen sollen sich auf 100 Mio. Euro belaufen. Die Aktionäre müssen indes nicht verzichten: Wie im Vorjahr will Infineon eine Dividende von zwölf Cent je Aktie ausschütten.
Trotz der angekündigten Sparpläne wird es im Werk in Villach keine Kurzarbeit geben. Das betonte Unternehmenssprecherin Ingrid Lawicka. Die Prognose gelte "für die kommenden Monate".
Man habe seit Juni in der Fertigung 100 Zeitarbeiter abgebaut, derzeit gebe es 300 Zeitarbeitsverhältnisse in der Fertigung und 200 in anderen Bereichen. Lawicka betonte, Infineon habe auf der anderen Seite in den vergangenen zwei Jahren etwa 200 Zeitarbeitsverhältnisse in reguläre Jobs umgewandelt, diese Mitarbeiter seien jetzt direkt bei Infineon beschäftigt. (APA/Reuters, 14.11.2012)
In Linz sollen rund 400 Mitarbeiter abgebaut werden. In Weiz soll der Personalstand bis 2015 von derzeit 1200 auf rund 970 sinken.
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