Klaus Allofs zu den "Wölfen"

14. November 2012, 10:42
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Wechsel des Bremen-Managers zu Ligakonkurrent Wolfsburg unter Dach und Fach

Der Wechsel von Manager Klaus Allofs zum Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg ist perfekt. Der 55-Jährige verlässt den Liga-Konkurrenten Werder Bremen nach Informationen von kicker-online mit sofortiger Wirkung und soll am Donnerstag in Wolfsburg vorgestellt werden.

Beide Parteien einigten sich angeblich in der vergangenen Nacht. "Wir sind zu einer guten Einigung mit Werder gekommen", sagte VW-Kommunikationschef und Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem. Allofs soll einen Vertrag bis 2016 erhalten und Geschäftsführer Sport bei den Niedersachsen werden.

Der Managerposten beim Meister von 2009 war seit der Entlassung von Magath, der als Trainer und Manager in Personalunion gearbeitet hatte, vakant. Die VfL-Klubführung hatte bereits früh nach der Trennung beschlossen, beide Funktionen künftig wieder zu trennen.

Allofs leitete seit 13 Jahren die Geschicke bei Werder. Seine Arbeit wurde dort aber zuletzt auch kritisch betrachtet, da der Klub im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 13,9 Millionen Euro zu verzeichnen hatte. 

Spekulationen über Nachfolger

Als Topkandidat für die Nachfolge wird in Bremen neben dem Ex-Profi Frank Baumann, der bisher in der Scouting-Abteilung arbeitete und ab sofort Trainer Thomas Schaaf unterstützt, auch Dietmar Beiersdorfer gehandelt. Der frühere Chef der Fußball-Abteilung von Red Bull Salzburg ist derzeit als Sportdirektor bei Zenit St. Petersburg engagiert. "Dazu möchte ich mich nicht äußern", antwortete Beiersdorfer am Mittwoch auf die Frage nach seinen Kontakten zu Werder.

Der Wechsel von Allofs kostet die Wolfsburger mehrere Millionen. "Wir wollten eine viel bessere Lösung, und die haben wir nicht gekriegt", sagte Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke zu den Verhandlungen: "Die Wolfsburger wollten nicht soviel ausgeben und sind auch unglücklich, weil sie mehr ausgeben mussten als sie wollten." Lemke wurde nach eigenen Angaben vom Allofs-Wechsel "kalt erwischt".

Allofs erklärte seinen Abschied mit der Suche nach einer neuen Herausforderung. "Der Grund ist nicht Unzufriedenheit, Querelen oder fehlende Perspektive", sagte Allofs: "Es war einfach die Gelegenheit." Es habe schon häufiger in der langen Zeit bei Werder Anfragen anderer Clubs gegeben, aber "dieses Mal war ich bereit. Das ist auch eine Sache des Gefühls. Die Zeichen stehen auf Veränderung". In Wolfsburg soll Allofs einen Vertrag bis 2016 erhalten und am Donnerstag vorgestellt werden. Der 55-Jährige hat unbestätigten Berichten zufolge sein Gehalt auf rund drei Millionen Euro pro Jahr verdoppelt und zudem bei Transfers mehr Geld als in Bremen zur Verfügung.

Dass Werder-Trainer Thomas Schaaf seinem langjährigen Kollegen zum VfL folgt, gilt als unwahrscheinlich. "Wir haben dort einen Trainer, der sehr gut ist", sagte Allofs mit Verweis auf den Interimscoach Lorenz-Günther Köstner. Er schränkte jedoch ein: "Ich sage nicht leichtfertig, dass das für alle Zeiten ausgeschlossen ist, auch wenn das jetzt überhaupt nicht auf dem Programm steht." (sid/APA, 14.11.2012)

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    Klaus Allofs wird nicht wie ursprünglich erwartet in der Winterpause sondern ab sofort nach Wolfsburg wechseln.

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