Dax schließt erneut im Minus

14. November 2012, 19:02
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Schuldenkrise belastet - Infineon an DAX-Spitze

Frankfurt am Main - Die Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone hat bei deutschen Aktien am Mittwoch für weitere Verluste gesorgt. Enttäuscht aufgenommene Aussagen des EU-Währungskommissars Olli Rehn drückten den DAX am Nachmittag deutlich ins Minus. Der Leitindex ging 0,94 Prozent tiefer bei 7.101,92 Punkten über die Zielline.

Der MDAX verlor 0,44 Prozent auf 11.246,85 Punkte und der TecDAX fiel um 0,35 Prozent auf 802,55 Punkte. Zuvor schon hatte es schon für Unsicherheit gesorgt, dass der Streit unter den internationalen Geldgebern um die Schuldentragfähigkeit Griechenlands auch am Mittwoch anhielt.

Keine Neuigkeiten zu Spanien

Ein Händler sagte, die Aussagen von Rehn hätten nicht die zuvor am Markt erhofften Neuigkeiten im Hinblick auf Spanien gebracht. Dieser hatte am Nachmittag zwar in Brüssel gesagt, dass das Land Fortschritte mit seinen Finanzen mache. Er hatte zugleich aber betont, er wolle konkrete Details zum Defizit im Jahr 2014 sehen. Die Sorgen über die Verschlechterung der Finanzsituation in Europa machten es schwierig, optimistisch zu bleiben, sagte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets. Für Unsicherheit sorgte weiterhin der Streit über den weiteren Sanierungskurs Griechenlands. Hinzu kamen schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und den USA als zusätzliche Belastung.

Insgesamt sorgte die allmählich auf ihr Ende zusteuernde Berichtssaison nochmals für Aufsehen. An der DAX-Spitze waren die Infineon-Titel der größte unter lediglich vier Gewinnern. Sie kletterten um fast sechs Prozent auf 5,55 Euro, obwohl sich der Halbleiterkonzern für härtere Zeiten rüstet und nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr Kurzarbeit ankündigte. Börsianer sprachen von einer Erholungsbewegung bei den Aktien. Einige Analysten werteten es positiv, dass mit den geplanten Einsparungen die Margen abgesichert werden sollen.

RWE mit hauchdünnem Plus

Die Aktien von RWE sind am Mittwoch mit einem hauchdünnen Plus von 0,03 Prozent aus dem Handel gegangen. Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern blickt nach Gewinnsteigerungen in den ersten neun Monaten etwas optimistischer auf das Jahresende. Getrübt wurde die Stimmung im Sektor aber weiterhin vom Konkurrenten E.ON: Nach einer Flut an negativen Analystenkommentaren setzten dessen Titel ihre Talfahrt am DAX-Ende mit einem Minus von mehr als drei Prozent fort. Auch Aktien von K+S knüpften mit Abgaben von zweieinhalb Prozent an ihre deutlichen Vortagsverluste an.

Im MDAX sorgten Sky Deutschland und Bilfinger nach Zahlen mit kräftigen Kursgewinnen von 8,94 und 4,24 Prozent für Aufsehen. Zur Schwäche neigten dagegen die Papiere von Deutsche Euroshop mit Einbußen von mehr als drei Prozent. Als Belastung verwiesen Händler nicht auf die vorgelegten Resultate, sondern auf durchgeführte Kapitalmaßnahmen des Betreibers von Einkaufszentren.

Im TecDAX stürzten die Aktien von Solarworld um mehr als zehn Prozent ab. Der Solarzellenhersteller war im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht und erwartet auf Jahressicht einen hohen operativen Verlust. (APA, 14.11.2012)

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