Okto-Medienquartett: Günstige Reichweite darf für Politik keine Rolle spielen

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Kommunikationswissenschafter Matthias Karmasin erklärt Medienmarktforschung und fordert eine Reform der Presseförderung

Ein schwieriges Thema für ein Diskursformat hat sich das Medienquartett auf Okto Dienstagabend ausgesucht. Mit Kommunikationswissenschafter Matthias Karmasin versuchen Philosophin Herlinde Pauer-Studer, Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, derStandard.at-Bloggerin sowie Herausgeberin von press.freedom.now und "Falter"-Chefredakteur Armin Thurnher Medienmarktforschung aufregend zu machen.

Das Okto-Medienquartett in voller Länge.

Lehrveranstaltung für TV-Publikum

Stellenweise gleicht die Sendung einer Lehrveranstaltung, als Karmasin die Währungen im Medienmarkt und deren Messmethoden erklärt. Zum Beispiel die Kennzahl Tausenderkontaktpreis. Ein Bruch, der sagt, was es kostet, Tausend Leute zu erreichen, erklärt Karmasin. Darum kann ein Medium, das ganz viele Leute erreicht, günstigere Tausenderkontaktpreise anbieten als ein Medium, das weniger Leute erreicht. Deshalb werde auch immer über die Methoden gestritten, sagt Karmasin. Dass es trotzdem nicht immer Sinn mache, Werbung dort zu schalten, wo der Tausenderkontaktpreis am günstigsten sei, beschreibt er beispielhaft an der Zielgruppe der Notare. Wer ein Archivsystem für Notare verkaufe, sei besser beraten, Werbung in der österreichischen Notarzeitschrift zu schalten. Dort sei der TKP zwar hoch, aber man erreiche die gesamte Zielgruppe.

Medienförderung als Qualitätsförderung

Für demokratiepolitisch bedenklich hält es Karmasin, aus Steuergeld refinanzierte Anzeigen in Medien zu schalten, die sich nicht dem Ehrenkodex der österreichischen Presse unterwerfen. Gemeint sind "Krone", "Heute" und "Österreich", die keine Mitglieder des Presserats sind. Für die Politik müssen demokratiepolitische Überlegungen eine Rolle spielen, nicht die günstige Reichweite, mahnt Karmasin. Die Presseförderung müsse weg von einer Vertriebs- und Vielfaltsförderung hin zu einer Qualitätsförderung. "Ich bin ein starker Befürworter einer Medienförderung als Qualitätsförderung", sagt der Kommunikationswissenschafter. Schließlich sei es erste Aufgabe der Presse, kein Geschäft zu sein. (Sabine Bürger, derStandard.at, 14.11.2012)

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3 Postings
Wissenschaft oder Möchtegern

das Dilemma eines Wissenschafters:
- zielgenaue Medienauswahl spart Kosten
- bei den Politikern sollen die Kosten weniger eine Rolle spielen,
Konsequenz:
- spart der Politiker Kosten ist er unmoralisch
- spart der Politiker nicht bei den Kosten verschwendet er Steuergelder
Also Politiker: raus aus der persönlichen Information an den/die BürgerIn ! Die Medien sollen bestimmen, was über Euch zu berichten ist !
Direkte Demokratie ? Ja natürlich ! Aber nur vom Bürger zum Politiker aber NICHT umgekehrt !

in den zeiten von facebook (und dessen nachfolgern) ist es gescheiter, wenn die politik ganz analog bericht erstattet, laufend und interaktiv.
dafür muss sie auch bandbreite bekommen.

karmasin aber hat meine volle zustimmung.

also keine presseförderung für heute und österreich?

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