Keine Einigung bei Handels-KV

13. November 2012, 19:33
4 Postings

Arbeitgeber bieten 2,65 Prozent, Gewerkschaft winkt ab

Wien - Die über 500.000 Beschäftigten im Handel müssen weiter auf ihren Gehaltsabschluss warten. Auch in der dritten Kollektivvertragsrunde wurden sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nicht einig. Weiter verhandelt wird heute in einer Woche (20. November). Die Arbeitgeber haben etwas nachgelegt und bieten nun eine Gehaltserhöhung von 2,65 Prozent (zuletzt 2,45 Prozent). Der Gewerkschaft ist das zu wenig, weil das nur die Inflation abdecken würde, erfuhr die APA nach Abbruch von den Chefverhandlern beider Seiten.

Etwas mehr bekommen sollen Berufseinsteiger und Lehrlinge. Für Lehrlinge steht ein Plus von 3 Prozent im Raum, für Berufseinsteiger in den ersten drei Jahren werden 3,7 Prozent angeboten. Das würde einem Mindestgehalt von 1.400 Euro brutto entsprechen. Gewerkschafts-Chefverhandler Franz Georg Brantner stellte klar, in allen Gruppen eine deutliche Reallohnerhöhung zu fordern.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, sollen kommenden Montag (19. November) in allen Bundesländern Betriebsrätekonferenzen stattfinden. Bereits heute fand im Vorfeld der Verhandlung vor der Wirtschaftskammer in der Wiedner Hauptstraße eine Kundgebung statt, an der nach Gewerkschaftsangaben rund 300 Betriebsräte und Betriebsrätinnen aus ganz Österreich teilgenommen haben.

Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller schließt einen Abschluss nächste Woche nicht aus: "Beide Seiten werden noch ein bisschen nachgeben müssen", signalisierte er die Bereitschaft, noch nachzubessern.

Rahmenrechtliches wurde in den bisherigen Runden kaum besprochen. Die Gewerkschaft fordert hier vor allem das Erleben der sechsten Urlaubswoche. Momentan bekommen Beschäftigte die sechste Urlaubswoche nur dann, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Themen wie die Zuschlagsregelung und die Bestimmungen der Samstagsarbeit wurden gleich zu Beginn des Verhandlungsreigens in eigene Arbeitsgruppen ausgelagert. Eine solche tagt morgen. (APA, 13.11.2012)

Share if you care.