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Dass Beaujolais nouveau übrigens als das unaufregendste Produkt einer Weingegend, zum bekanntesten und - zumindest damals - auch zum beliebtesten wurde, ist schlicht Marketing.
Erinnert sich noch irgendjemand an Beaujolais nouveau? Genau. Jener blässliche, leicht spritzige Rotwein mit den farbenfrohen Etiketten im Art-déco-Stil, die alle irgendwie an Toulouse-Lautrec-Poster erinnerten. Ausgeliefert wurde er stets am dritten Donnerstag im November, was Anlass für allerlei Feste und Feiern around the globe war, die unter dem Generalmotto "Wer trinkt ihn zuerst?" abliefen. Was im Paris der 1970er begann, nämlich sich den Wein noch am Tag der Auslieferung schönzutrinken, verbreitete sich zunächst in Europa und dann weltweit. Teil des Mythenmarketings war auch, dass Händler und Gastronomen, die ihn vor Mitternacht verkauften, ordentlich Strafe zu zahlen hatten. In Japan, so sagt man, halte der Hype bis heute an. Ein ordentlicher Teil der Produktion ging auch nach Deutschland und in die USA, wo er anscheinend unauffällig versickerte.
In Österreich wurde ihm die Schneid zunächst vom Steirischen Junker abgekauft, einer Jungweinmarke unter der spritzige weiße Steirerweine zusammengefasst werden. Der Junge Österreicher, in Erweiterung des Jungweinspektrums, gab dem Beaujolais nouveau den Rest. Doch auch hierzulande wird man das Gefühl nicht los, dass der Jungweinhype am Abklingen ist.
Dass Beaujolais nouveau übrigens als das unaufregendste Produkt einer Weingegend, zum bekanntesten und - zumindest damals - auch zum beliebtesten wurde, ist schlicht Marketing. Um den fixen Fertigstellungstermin halten zu können, wurst ob es der Jahrgang zulässt oder nicht, ist eine spezielle Vergärungstechnik (macération carbonique) und einiger technischer Aufwand notwendig.
Als der Stern des Beaujolais nouveau Anfang der 1990er zu sinken begann, riss er allerdings auch alles mit, was den Namen Beaujolais trug. Leider zu Unrecht, denn der Weinstil an sich - fruchtbetonte, leichte, easy zu trinkende Rotweine - hat speziell als Essensbegleiter durchaus Anziehungskraft. Allein wenn man das "nouveau" weglässt und sich unter den AOC-Beaujolais-, -Village- und -Lagenweinen umtut, findet man ansprechende, animierende Weine, die weit mehr können, als bloß hip zu sein.
Den leichten Rotweinstil können wir übrigens mittlerweile auch selbst recht gut. Nur dass es sich mit dem Fertigwerden auf Biegen und Brechen um Mitte November herum nicht immer ausgeht. Aber das macht eigentlich gar nichts. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 16.11.2012)
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Also ich hab diese schöne Tradition vor 3 Jahren in Frankreich kennengelernt. Seither ist der 3. Donnerstag im November immer fixtermin in einer Winstub um die Ecke bei mir in F. Vom Patron gibts zur Flasche Beaujolais/12€ Charcuterie, Käse und Baguette spendiert! Heuer war er extrem spritzig und sehr süffig! Hab leider in Ö noch nie davon gehört!
Schädelweh natürlich im Preis inkludiert, ist aber Gott sei Dank heuer ausgeblieben!
es wird einige solche geben, die nur auf den namen schauen, aber wenn ich am WE im nördl. waldviertel in den altglascontainer schaue, dann sehe ich da hauptsächlich 2 euro supermarktweine. ich würde eher sagen 80% der weintrinker sind günstigtrinker. außerdem ärgert mich dieser beißreflex einiger poster, wenn der redakteur nicht zu 100% deutsche wörter verwendet.
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