Peugeot/Opel-Deal liegt auf Eis

13. November 2012, 18:26
5 Postings

Rüsselsheim - Die Gespräche des US-Autobauers General Motors mit seinem Partner Peugeot PSA Citroën über eine engere Zusammenarbeit des französischen Autobauers mit der deutschen GM-Tochter Opel sind Kreisen zufolge auf Eis gelegt worden. Grund seien eine verschlechterte Finanzsituation von Peugeot, sowie die jüngst gewährten Garantien des französischen Staates für die Finanzierungssparte Banque PSA.

Durch die von der Regierung in Paris zur Verfügung gestellten sieben Milliarden Euro Staatsgarantien sei die geplante engere Zusammenarbeit von Opel mit Peugeot durchkreuzt worden. Der französische Staat hatte sich im Gegenzug, ebenso wie die Gewerkschaft, Mitspracherechte im Aufsichtsrat gesichert und gefordert, die Pläne für einen Stellenabbau zu überdenken.

Die sich noch in einer frühen Phase befindenden Gespräche der mit Verlusten, Überkapazitäten und Absatzeinbrüchen kämpfenden Autobauer seien gestoppt, hieß es am Mittwoch aus Verhandlungskreisen. Beide Konzerne gingen davon aus, dass eine engere Zusammenarbeit erst nach einer Erholung der Marktsituation und damit nicht vor dem Jahr 2014 wahrscheinlich sei. Denn die Bedingungen der französischen Regierung verhinderten die Streichung von Stellen in Frankreich, daher sei ein schneller Abschluss der Verhandlungen unrealistisch. Es wäre politisch nicht möglich, nur in Deutschland bei Opel Jobs zu kürzen.

Teure Produktion

Peugeot hatte sich nach einer Herabstufung seiner Bonitätsnote durch die Ratingagentur Moody's an die Regierung in Paris um Hilfe gewandt. PSA kämpft besonders stark mit der Auto-Absatzkrise in Europa: Die teure Produktion in Frankreich setzt den Konzern ebenso unter Druck wie einbrechende Verkäufe in den südeuropäischen Krisenstaaten. (Reuters, DER STANDARD, 14.11.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.