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Maria Vassilakou will also im kommenden Frühjahr nicht nur über eine Parkraumbewirtschaftung in Wien, sondern auch über eine Mietobergrenze abstimmen lassen. Teurer als sieben Euro pro Quadratmeter sollen Wohnungen in Wien laut Ankündigung der grünen Vizebürgermeisterin künftig nicht mehr vermietet werden. - Ein zielführender Vorschlag?
Das Neunerhaus bietet wohnungslosen Menschen in Wien seit rund 13 Jahren Obdach und medizinische Versorgung. Wir kennen die Wohnpolitik und ihre Implikationen für Sozial- und Gesundheitspolitik: Wir wissen, dass das Menschenrecht auf Wohnen in einer der wohlhabendsten Städte der Welt leider noch immer nicht flächendeckend gewährleistet ist. Daher schlägt Vassilakou mit ihrer Forderung auch in die richtige Kerbe - die Debatte sollte allerdings dringend im Sinne ihrer Versachlichung ausgeweitet werden. Denn es geht nicht nur um sieben Euro und ein einfaches Ja oder Nein dazu, sondern um eine viel grundsätzlichere Frage: Wie kann man Wohnen leistbarer machen? Also müssen auch die Energie- und sonstigen Betriebskosten - anteilig am jeweiligen Gesamthaushaltseinkommen - mitdiskutiert werden. Wobei der Stadt Wien mehrere zentrale, Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung stünden: Sowohl die Stadtentwicklung als auch die Wohnbauförderung selbst wären etwa geeignete Instrumente.
Jedenfalls alarmieren die aktuellen Zahlen auch die Experten: Mittlerweile muss jeder zweite Euro von Haushalten des untersten Einkommensviertels für Wohnkosten ausgegeben werden. Auch für die Durchschnittsbevölkerung sind die Wohnkosten anteilig am Gesamteinkommen zuletzt auf 23 bis 24 Prozent gestiegen. Das ist nicht nur generell ein fataler Zustand, sondern auch und insbesondere aus Sicht der Schuldnerberatung für alle Betroffenen existenzbedrohend - denn wer über ein Drittel seines Gesamteinkommens für Wohnen ausgibt, ist akut von der Delogierung bedroht: So etwas ist auf Dauer für niemanden leistbar.
Eine städtische Maßnahme, um den Wohnungsverlust und die daraus entstehenden Folgekosten zu verhindern, wäre dementsprechend auch der Ausbau der Delogierungsprävention: 3000 bis 4000 Delogierungen finden jährlich in Wien statt. Viele davon könnten verhindert werden.
Ursache dieses sozial brisanten Problems ist unter anderem auch - und paradoxerweise - die Qualitätsentwicklung am Immobilienmarkt der letzten Jahrzehnte. An schönen Wohnungen ist dabei ja an sich keineswegs etwas auszusetzen. Aber dadurch wurde eine für einkommensschwache Personen fatale Entwicklung in Zement gegossen:
In den letzten 20 Jahren stieg der Wohnraum pro Kopf von 30 auf 43 Quadratmeter, und das zeigt sich auch an den verfügbaren Wohneinheiten. Kleine Wohnungen sind kaum mehr vorhanden. Dabei wären gerade sie dringend notwendig, damit auch Menschen aus einkommensschwachen Schichten billige Wohnungen mieten können.
Apropos Bezug von neuen Wohnungen: Hier müsste vor allem die Wohnbauförderung verstärkt auf den Bereich der Eigenmittel ausgedehnt, beziehungsweise der Einsatz von Eigenmitteln so weit wie möglich verringert werden, statt diese auf Ersatzdarlehen umzulegen und damit die Mietkosten de facto zu erhöhen. Diese Förderungsmaßnahmen sollten auch nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen, sondern ganz gezielt einkommensschwache Personen unterstützen - das ist für all jene, die von einer Delogierung betroffen sind und rasch wieder eigenständig wohnen wollen, eine unumgehbare Maßnahme, wenn Langzeitwohnungslosigkeit frühzeitig und nachhaltig bekämpft werden soll.
Wien hat einen jährlichen Bedarf an rund 10.000 neuen Wohnungen - und auch früher von der Wiener Wohnungslosenhilfe betreute Personen drängen auf den Wohnungsmarkt. Für sie müssten bis zu 700 geförderte Wohnungen jährlich zusätzlich angeboten werden, damit Vereine wie das Neunerhaus ihre Arbeit weiterhin gut abwickeln können.
Zugleich könnte damit die Abwärtsspirale, die bei vielen Menschen mit der Wohnungslosigkeit einsetzt und die ausgeprägteste Form der Armut darstellt, aufgehalten werden. Denn Obdachlosigkeit kann in letzter Konsequenz nur durch flächendeckenden leistbaren Wohnraum verhindert werden. (Markus Reiter, DER STANDARD, 14.11.2012)
Markus Reiter, Jg. 1971, ist Sozialökonom und Geschäftsführer des 2006 gegründeten Obdachlosen-Vereins Neunerhaus in Wien.
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Sind 43m2 pro Person ein Menschenrecht? Das ist mir neu! Verglichen mit dem Rest der Welt leben die Wiener scheinbar im Schlaraffenland!
Die Tatsache, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf in den letzten Jahren von 30 auf43 m2 gestiegen ist, sagt eher aus, dass der Wohnraum sehr billig ist, genauso wie die Tatsache, dass nur 23% des Einkommens fürs Wohnen aufgewendet wird.
Auto und Urlaub zusammen machen sicher mehr aus!
Aber natürlich zahlt jeder lieber weniger als mehr bei mehr Komfort! Und wer kein Einkommen hat, für den ist die billigste Wohnung auch noch zu teuer.
Dafür braucht es aber Förderungen für Bedürftige und nicht Verbilligung von Wohnraum für alle, auch für Gutverdiener, diese leisten sich dann 100m2/Person
Deckeln Sie die Immobilienpreise, nicht die Mieten. Die SNB hat ja auch eine Obergrenze für den Franken eingezogen, um die Spekulation zu stoppen.
Oder erhöhen Sie die Steuer auf Wertzuwächse beim Verkauf von Immobilien.
Dann erledigt sich das Problem der Mietsteigerungen von selbst.
ich finde, sie sind viel zu großzügig!
ein bett, das sich ein tagschichtarbeiter und ein nachtschichtarbeiter teilen, genügt vollkommen als menschenrecht
aber nur wenn die bettmieter dem hausherren dafür auch freiwillig das auto waschen und ihn mit "gnädiger herr" ansprechen
wobei sie ihn natürlich nur auf dessen ausdrückliche veranlassung hin überhaupt ansprechen dürfen, mit zu boden gesenktem haupte und auf den knien
Warum dreht sich die Diskussion wie eine Spirale nur um pro/kontra Mietenregulierung? Warum reguliert man nicht die Einkommen nach oben um die Mieten besser leistbar zu machen und damit den Vermietern das marktgerechte Bewirtschaften von Wohnungen zu ermoeglichen?
Solange z. B. Einzelhandelsketten ihre Mitarbeiter um 1000 - 1200 Euro monatlich beschaeftigen werden sich diese nie eine einigermassen ansprechende Wohnung leisten koennen.
Eine Einkommensanhebung koennte durchaus auf Kosten z. B.der Lebensmittelpreise gehen (die sind durch die Bank zu niedrig). Dies wuerde auch das Bewusstsein fuer den Umgang mit Lebensmitteln schaerfen. Die werden oft, weil planlos und eben billig gekauft, ungenutzt wieder weggeworfen.
Ein erheblicher Teil der Wohnkosten besteht aus staatlich eingetriebenen Abgaben für:
- Müll
- Kanal
- Wasser
- Grundsteuer
etc.
Es wird für Haumeister gekämpft, weil die so toll sind. Dass die Kosten ein Loch in die Haushalte via Wohnbetriebskosten reißt wird ignoriert.
Dringend benötigte Sozialwohnungen sind im (einst dafür vorgesehenen) Gemeindebau nicht mehr zu bekommen, weil man lebenslange Billigstmietverträge unabhängig vom sozialen Bedarf lebenslang vergibt. Schlimmer noch, die Verträge sind sogar VERERBBAR!!
Gemeindebonzen widmen Grundstücke erst auf Bauland um, nachdem ihre Freunderl sie gekauft haben (und machen die damit reich), statt massiv Umwidmungen vorzunehmen und so dem hohen Bevölkerungswachstum gerecht zu werden.
Ehrlich gesagt wird sich das Problem meiner Meinzng nach von selbst lösen - es riecht nach Bubble und fühlt sich nach einer Bubble an. Die Mietsteigerungen ( und Preissteigerungen im Bereich der Eigentumswohnungen noch mehr!) sind nicht mehr gesund und das korrigiert sich irgendwann von selbst.
Sie haben keine Ahnung vom Markt, von den Gesetzlichkeiten, was der Unterschied zb zum us Markt ist usw.
Von einer bubble kann nicht die Rede sein. Allerdings, wenn politisch so viel Einfluss genommen wird, dann sinkt natürlich der Preis, aber nicht, weil er vorher zu hoch war, sondern weil die Politik extensiv auf den Markt einwirkt.
Und das sind zwei Paar Schuhe. Wenn ich eine Investition über Nacht ruiniere, indem ich den Wert durch maximal Vermietkosten, die den wahren Wert der Immobilie nicht einmal im Ansatz reflektieren, zerstöre, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man dann beim Verkauf auch keinen wahren Wert mehr erzielen kann, ausser ich verändere mein Konzept.
Büroimmobilien ausgenommen, davon gibts zu viele.
ich höre immer heraus, das es die Armen in Wien betrifft - aber was ist mit der jungen Mittelschicht hier in Wien, die gute Bildung haben und eine Familie gründen wollen? Hier sind Lösungsansätze gefragt - um den Jungfamilien die Möglichkeit zu geben sich in Wien etwas aufzubauen, die Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sprengen jeglichen Rahmen...sind kaum leistbar und Förderung gibt es hier auch keine...
Sondern kontroproduktiv. Die Folge ist, dass keine Neubauten mehr entstehen und durch die Verknappung eine signifikanter Mietanstieg eintrtt.
So ein Vorschlag hat seine Grundlage in einem weltfremden und indiskutablen Background.
Beruf: Krankenpfleger/med. Berufe
4 Uhr Aufstehen
5 Uhr Gang zum Bahnhof Wörgl
5.15 Uhr Zug nach Innsbruck trifft ein
6.25 Uhr Ankunft in Innsbruck
6.45 Dienstübergabe des Nachtdienstes auf der Klinikstation
7 Uhr Dienstbeginn eines "12er-Rades"
19 Uhr Dienstende und Dienstübergabe an den ND
19.45 Uhr Zug nach Wörgl fährt von Innsbruck ab
20.55 Uhr Ankunft in Wörgl
ca. 21.15 Uhr ist man daheim
wer behauptet, Pendeln sei angenehm und durchaus zumutbar, der ist leider realitätsfremd und soll obigen Tagesablauf nur 1 Monat mitmachen....
was daran privilegiert sein soll, erschließt sich mir nicht ganz? Natürlich gibt es eine Mitarbeiterkantine, aber vielen meiner Kollegen schmeckt der "Kantinenfraß" nicht, und somit müssen sie sich um die Mittagsverpflegung selbst kümmern, bzw. kostet das Kantinenessen mittlerweile auch nicht mehr wenig. Ich nehme an, dass Sie den Ablauf auf der Unfall(station) nicht kennen, und somit keine Ahnung haben, wie es dort zugeht. Die Pflegekräfte kommen manchmal nicht einmal zu Ihrer Mittagspause, speziell bei personellen Engpässen. Wie gesagt, probieren Sie's ein Monat, nach spätestens 14 Tagen werfens eh das Handtuch....
Also, wenn man die Mieten deutlich drücken will, müsste man das Pendeln von und nach Wien ebenso deutlich fördern - was die Grünen genau nicht wollen.
(das Wohnen am Land (ohne Pendeln) ist sowieso schon attraktiv, hier sehe ich wenig Potential).
Die Messlatte liegt hier vermutlich bei 40-50 Minuten Pendelzeit: Arbeitsplatz - Haus am Land. Das ist mit vertretbarem Aufwand nicht generell möglich. Alles andere ist unreflektierter Populismus und Bauerfängerei - sorry dafür an die Bauern.
Wieso kostet ein Ferrari 150.000 Euro? - weil genügend Leute 150.000 zahlen können und wollen.
Detto Mieten.
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