Affäre Petraeus: Sex, Lügen und IP-Adressen

Kommentar | Christoph Prantner
13. November 2012, 18:06

Petraeus war weder im Weißen Haus noch in der CIA beliebt

Zum Glück findet sich zumindest ein wenig Sex in dieser bizarren Geschichte. Denn die außereheliche Affäre zwischen David Petraeus, Paula Broadwell und der dazugehörigen rätselhaften Dritten, Jill Kelley, ist das einzig einigermaßen "Normale" in dieser Angelegenheit: So etwas kommt quasi in den besten Familien vor, das ist der Stoff, aus dem Romane sind. Dann allerdings hört es sich auch schon auf mit dem Skandal gewöhnlicher Art.

Allein wegen Petraeus' Profession fällt es schwer, daran zu glauben, dass Zufälle in dieser Geschichte tatsächlich Zufälle sind. Das Zweite ist das Timing: Warum wird die Sache, in der das FBI seit Monaten ermittelt, wenige Tage nach der Präsidentschaftswahl öffentlich? Und drittens: Cui bono? Wer könnte etwas davon haben, den CIA-Chef und nebenbei - quasi als amourösen Kollateralschaden - den kommenden Nato-Oberkommandierenden für Europa, John Allen, abzuservieren? Keine dieser Fragen ist bisher auch nur annähernd schlüssig beantwortet.

Faktenlage ist: Petraeus war weder im Weißen Haus noch in der CIA beliebt. Dem Republikaner wurden neben seinen persönlichen Ambitionen auch gute Chancen für eine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur 2016 nachgesagt. Das ist nun alles passé, weil der US-Chefspion nicht in der Lage oder willens war, seine IP-Adresse, seine Spuren im Internet zu verwischen. Dieses "Manuskript" ist - vorerst - so abstrus und eindimensional, dass es jeder Verleger anspruchsvoller Spionagethriller abgelehnt hätte. (Christoph Prantner, DER STANDARD, 14.11.2012)

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23 Postings
Naiver Kommentar

1. IP_Adresse verwischen, wenn Mails wiederholt zwischen 2 Konten ausgetauscht werden, ist aber nicht so einfach ...
Vielleicht weiß der Autor wie's geht.
Tip ?

2. Nur im Film "Airforce 1" beherrscht der Chef das Agentenwerkzeug . Sonst eher nicht.

3. Und wenn der Geheimdienstchef ausserbetrieblich Verschleierungswerkzeuge anwendet, wir er erst recht verdächtig .

...Biographie während laufender Amtszeit - ein Sicherheitsrisiko

CIA ist der amerikanische Auslandsnachrichtendient.

Wieso wird während der laufenden Amtszeit eine Biographie des CIA Chefs veröffentlicht ?

Dies stellt meines Erachtens - unabhängig von dem nunmehr zu Tage getretenen persönlichem Naheverhältnis zur Autorin der Biographie - doch schon alleine ein Sicherheitsrisiko dar. Nach meinem Verständnis müßte jeder Mitarbeiter - umso mehr der Leiter - eines Nachrichtendienstes bemüht sein, die Öffentlichkeit zu meiden.

Wer ohne Sünde ist - der werfe den ersten Stein!

Würden alle Seitensprünge der Politiker am scheinheiligen Maßstab der puritanischen USA gemessen, würde die Politiker-Kaste bald aussterben!

Der eigentliche

Skandal ist ein anderer - siehe "Guardian"

http://m.guardian.co.uk/ms/p/gnm/... iTk.mailto

Oder - Orwell's 1984 wird immer warscheinlicher

Clintons Schweinigeleien

waren unterhaltsamer.

die angeblich allmächtige CIA-Führung strauchelt wegen eines lachhaften Sex-Skandals.

die Anschläge von 9/11 konnte man hingegen - wie VT wissen - seit über 10 Jahren geheimhalten.

http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/11/1... antwortet/

was man jedoch bestimmt auch wieder mit einer VT erklären kann

net schon wieder...

Unsinn bleibt Unsinn, auch wenn ihn Verschwörungstheoretiker wie Sie mantraartig wiederholen...

gladio, peak oil etc.

waren auch einmal "Verschwörungstheorien"...

aber bei der cia gebe ich ihnen recht, die versagertruppe bringt 9/11 nicht zusammen (wie oft wollten die castro schon um die ecke räumen...)

Make love, not war

und auch ists nicht recht,ts ts.

Hier wurde aber beides unzulässigerweise vermengt!

ist das wieder so ein bedauerliches viagraopfer, dieser ältere herr 4sternegeneral

ich selbst bin auch in etwa in dem alter wie p. und weiss sehr gut dass in dem alter die unfähigkeit mit beziehungsschlamasseln souverän umzugehen weit verbreitet ist.

neben all den verschwörungsmöglichkeiten ist das ganze wohl durch einen emotionalen kuddelmuddel so eskaliert.

wen wunderts, dass ein general und cia-chef leichen im keller hat ?

Der hat vor einer Woche seinen 60er gefeiert und ist sehr sportlich und gesund. Der muss nicht zwangsläufig ein Viagra-Opfer sein.

Immer diese Pauschalverunglimpfungen.

Wer fit und gesund ist kann bis hohe Alter.

Na, die Damen sind aber quicklebendig und äußerst agil!

What shalls?!

I.
Jede Gesellschaft - ab jeweils drei Personen - hat ihre Spielregeln. Immer im Gegensatz und im Ausgleich dazu stehen die Freiheiten, aber auch wiederum die Beschränkungen einer individuellen Bindung von nur zwei Menschen aneinander. JEDE(R) Einzelne erleidet lebenslang die Qual der Wahl zwischen diesen beiden ... sagen wir Konformationen (denn die Zweierbeziehung ist streng genommen noch keine Sozialisation), denn jede doch immer wieder unausweichlich werdende Entscheidung zwischen dem einen oder anderen hat Folgen!
That's life! Eremiten ausgenommen.

II.
Nordamerika wurde dereinst von Menschen besiedelt, die Kulturzwängen entrinnen wollten: Seien wir jetzt einmal einfach schadenfroh, weil WIR HEUTE doch in Vielem die Freieren sind!

Ad II: Das ist wirklich spannend - die waren damals tatsächlich deutlich weiter, sind aber gesellschaftspolitisch steckengeblieben (während Good Old Europe auch weiterentwickelt hat), und haben demokratiepolitisch sogar einen spürbaren Rückschritt zu verzeichnen seit der Staatsgründung.

Alles in allem würde die Auswanderung heute wohl in umgekehrter Richtung stattfinden...

Petraeus und Allen - die Löwen vom Hindukusch von eifersüchtigen Frauen zur Strecke gebracht

Wenn das nicht Stoff für Dolchstoßlegenden beim Militär ist!

Chefspion - Chefpilot - CheflokführerIn

"...US-Chefspion nicht in der Lage oder willens war, seine IP-Adresse, seine Spuren im Internet zu verwischen."

wieso ist ein hochdekorierter KarriereSoldat, der zum Leiter einer riesigen Behörde ernannt wird, plötzlich ein Spion ?

Darabosch = Chefpilot?
Verkehrsminister = Oberlokführer?

Und warum sollte ein Mann, der ein Amt leitet, seine Spuren im Internet verwischen können?

Viel schlimmer, wenn er seine echten Spezialisten dafür eingesetzt hätte, die Spuren zu verwischen, oder gar a priori nicht entstehen zu lassen. Das wäre ein echter Skandal.

Das bissl Gspusi-nicht einmal ein Skandälchen.

Zumal die beiden ja noch gewartet haben, bis er den Dienst bei der Armee quittiert hatte, sonst wärs nämlich gegen die Vorschrift gewesen...

korrekt - was noch zu bemerken wäre. warum hätte er seine IP-Adresse "verwischen" sollen. Die Mails kamen von Allen und Petraeus hätte höchstens die Facebook-Einträge und Mails von Fr. Broadwell "verwischen" können.

iwestigatifer schurnalismus hilf!

http://www.washingtonpost.com/blogs/wor... -benghazi/

"Now, I don’t know if a lot of you heard this, but the CIA annex had actually, um, had taken a couple of Libyan militia members prisoner and they think that the attack on the consulate was an effort to try to get these prisoners back..."

http://m.nydailynews.com/1.1200299

“This is about something else entirely, and the truth will come out,” Broadwell’s dad, Paul Krantz, told the Daily News outside his home in Bismarck, N.D.

“There is a lot more that is going to come out,” said Krantz, claiming he was not allowed to elaborate. “You wait and see. There’s a lot more here than meets the eye.”

und vielleicht eben deshalb wahrscheinlich? Wenn Hr. P. unterschwellig andeutet, daß dies von Obama (oder Demokraten) ausgehe, um den Republikaner Petraeus loszukriegen, so muß man sich zwei Dinge vor Augen halten: Niemand hat Obama gezwungen, ihn einzusetzen, und: Obama hätte ihn genauso einfach absetzen können, auch ohne dieses Theater.

Wenn er ihn unbedingt noch VOR den Wahlen hätte loswerden wollen, hätte eine solche Intrige noch Sinn gehabt, aber so ...

Sprich nicht du jetzt auch noch von einer Intrige! Ich muss jetzt ohnedies diesen Cui-bono-Sch*** in den redaktionellen Standard-Kommentaren lesen und meine Hoffnung war, dass wenigstens ein paar Vernüftige das Ganze als das sehen, was es vermutlich ist: schlecht gelaufen.

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