Elke Erb erhält Trakl-Preis

Förderpreis an Christian Lorenz Müller

Salzburg/Berlin - Der mit 8.000 Euro dotierte Georg-Trakl-Preis für Lyrik des Landes Salzburg geht heuer an die deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb. Den parallel dazu ausgeschriebenen Georg Trakl-Förderungspreis 2012 erhält der in Salzburg lebende Autor Christian Lorenz Müller. Das gab am Dienstagnachmittag Kulturreferent LHStv. David Brenner bekannt. Die Verleihung erfolgt am 30. November im Rahmen des "Dialoge"-Festivals der Stiftung Mozarteum.

"Erbs Texte lassen ihre Leser(innen) teilhaben an einem vieldimensionalen, unabgeschlossenen Prozess von Denken und Dichten, sie besitzen eine beeindruckende gedankliche Versabilität, die auch nicht davor zurückscheut, eigene Publikationen erneut zur Disposition zu stellen. Immer orientiert am Konkreten, halten sie sich vollkommen frei von Ideologie und verweigern sich trotz ihrer Einladung zur Partizipation jeglicher Vereinnahmung", heißt es in der Begründung der Jury, die aus Uta Degner (Universität Salzburg), Fabjan Hafner (Universität Klagenfurt) und Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt, Berlin) bestand.

Elke Erb wurde 1938 in Scherbach (Eifel) geboren. Im Kindesalter erfolgte die Übersiedlung nach Halle in der DDR. 1963 machte sie ihr Lehrerexamen, 1963 bis 1965 war sie in der Verlagsarbeit tätig, ab 1966 als freiberufliche Autorin. Seither veröffentlicht sie regelmäßig Kurzprosa, Lyrik und prozessuale Texte, vor allem bei Urs Engeler Editor, Basel. Darüber hinaus machte sie sich einen Namen durch zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen vor allem russischer Poesie. Ihr Werk wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Förderpreis

Christian Lorenz Müller wurde 1972 in Rosenheim/Bayern geboren. Er ist gelernter Trompetenmacher und lebt in Salzburg. Müller veröffentlichte in Literaturzeitschriften (u. a. Konzepte, Literatur und Kritik). 2012 erschien der Roman Wilde Jagd bei Hoffmann und Campe.

Der Georg-Trakl-Preis für Lyrik wurde anlässlich der 65. Wiederkehr des Geburtstages des Salzburger Dichters Georg Trakl am 3. Februar 1952 erstmals gestiftet. Seither wird dieser Preis jeweils zu runden oder halbrunden Geburts- und Todestagen (3. Februar 1887 - 3. November 1914) des Dichters - also vier Mal pro Dekade - vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Ernst Jandl (1974), Friederike Mayröcker (1974), Ilse Aichinger (1979), Julian Schutting (1989), Franz Josef Czernin (2007) oder zuletzt Michael Donhauser (2009). (APA, 13.11.2012)

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