Tod im Museum für moderne Kunst

  • Ausgeprägter Stil- und Kompositionswille: Alma Lazarevska. 
    foto: drava-verlag

    Ausgeprägter Stil- und Kompositionswille: Alma Lazarevska. 

Lesung und Gespräch mit Alma Lazarevska auf Bosnisch und Deutsch im Salzburger Literaturhaus

Im April 1992 beginnt im Zuge des Jugoslawienkriegs die Belagerung von Sarajevo. Während der beinahe vier Jahre dauernden Umzingelung der bosnischen Hauptstadt kommen 10.615 Menschen aller Volksgruppen ums Leben. Zu Beginn der Kämpfe ist Alma Lazarevska in ihrer Heimat bereits eine anerkannte Schriftstellerin.

1957 im mazedonischen Veles geboren, kommt sie in jungen Jahren in die multiethnische Metropole Sarajevo. Dort studiert sie Vergleichende Literaturwissenschaft, seit den 1980ern publiziert sie literarische Texte. Als Lazarevska 1996 vom Schriftstellerverband Bosnien-Herzegowinas für das beste Buch des Jahres ausgezeichnet wird, endet beinahe zeitgleich auch die Belagerung. Der Krieg in Ex-Jugoslawien hat seine Spuren in der Literatur der Nachfolgestaaten hinterlassen, das gilt auch für die Bücher von Alma Lazarevska. Drei erschienen zwischen 1992 und 1996: Sarajevski pasijans (1994), U znaku ruze (Im Zeichen der Rose, 1996), and Smrt u muzeju moderne umjetnosti (Tod im Museum für Moderne Kunst, 1996).

Im 2002 auf Deutsch veröffentlichten Roman Im Zeichen der Rose (Drava) erzählt Lazarevska nicht nur vom Leben und Tod der Revolutionärin Rosa Luxemburg, sondern - über drei Generationen und mehrere Städte (Mostar, Berlin, Prag und das belagerte Sarajevo) hinweg - auch die mitteleuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts aus einer weiblichen Perspektive. Souverän verknüpft die Autorin diverse Erzählstränge und Zeitebenen.

Dieser Stil- und Kompositionswille prägt auch den Kurzgeschichtenband Tod im Museum für Moderne Kunst, der in der Übersetzung von Mascha Dabic und Elena Messner jetzt auf Deutsch vorliegt (Drava-Verlag). Obwohl die sechs Geschichten, die lose durch eine Ich-Erzählerin miteinander verknüpft sind, nicht direkt vom Krieg handeln, ist er als bedrohliche Realität immer präsent. Auf chronologische Abfolge verzichtend, erschafft Lazarevska eine eigene, spielerische Poesie voller Assoziationen und Verfremdungselemente. Lesung und Gespräch mit Alma Lazarevska auf Bosnisch und Deutsch. (dog, DER STANDARD, 14.11.2012)

  • Literaturhaus, Salzburg, 0662/42 24 11, 20.00
Share if you care
1 Posting

ich freu mich schon sehr auf die lesung dieser autorin heute!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.