Im Wehtau zu Berge

Petra Nachbaur
13. November 2012, 17:25
  • Meisterschaft am Instrument trifft Geselligkeit und Groove: Die fünf vom 
Holstuonarmusigbigbandclub stellen ihre neue CD "grüsele live" vor.
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    foto: adolf bereuter

    Meisterschaft am Instrument trifft Geselligkeit und Groove: Die fünf vom Holstuonarmusigbigbandclub stellen ihre neue CD "grüsele live" vor.

Spontan, dynamisch, rauschhaft: Der Holstuonarmusigbigbandclub stellt in Tirol und Vorarlberg seine neue CD vor

Dornbirn - Ein Wanderlied der sehr speziellen Art bereicherte unser aller Jahr 2010: Mit ergreifendem Refrain ("Weh tau, we tau, we tau, d' Füaß himmor weh tau") klagte sich der holstuonarmusigbigbandclub in die Herzen der Trink- und Tippelfreudigen dies- und jenseits der Wasserscheiden. Der aus Post-Absturz-Perspektive gesungenen Erzählung Vo Mello bis ge Schoppernou und dem dazugehörigen Video sei's gedankt, dass den fünf jungen Vollmusikern seither angemessene Aufmerksamkeit zuteil wird.

Gespielt wird, was das Zeug hält, auf Hörnern und Posaunen, Tuben und Trompeten, viele Nummern bleiben instrumental. Gesungen wird in der so innig wie hintersinnig zelebrierten Mundart oder auf Englisch oder in einer wilden, aberwitzigen Mischung, "lyrics" stammen dabei durchaus einmal von Gebhard Wölfle (1848- 1904) oder Ralph Maria Siegel, sehr oft vom auch verbal treffsicheren Akkordeonisten und Sänger Philipp Lingg.

Unbefangen eignet sich das Quintett Liedgut der Popgeschichte ebenso an wie Wälder Weisen, schüttelt Balkan-Sound und Jazz aus dem Ärmel, die fünf Klangkünstler tradieren, variieren, kombinieren, interpolieren und explodieren.

Die musikalische Sozialisation von Andreas Broger, Bartholomäus Natter, Philipp Lingg sowie Johannes und Stefan Bär geschah familiär und dörflich. Stichwort Hausmusik, Blaskapelle, Alpbeschallung. Und alle fünf haben ihrer Spielfreude mit professioneller Ausbildung ein weiteres Fundament gelegt: Meisterschaft am Instrument trifft Geselligkeit im Groove.

Jüngste begrüßenswerte Veröffentlichung ist die CD grüsele live nach einem Konzert im Münchner Volkstheater Anfang dieses Jahres.

Wer "live" nicht bloß wiederholbar, sondern einmalig, mit allem spontanen, dynamischen, rauschhaften Drum und Dran erfahren möchte, mache sich auf die Socken. Und bedenke den Heimweg! (Petra Nachbaur, DER STANDARD, 14.11.2012)

Hören Sie hier ein paar Tracks der Band im Spotify-Stream:

  • 15. 11., Wirtschaft, Dornbirn, 21.00
  • 16. 11.,Altes Kino, Rankweil, 20.00
  • 18. 11., Treibhaus Innsbruck, 20.00
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11 Postings

tja, die nachbaur petra (die 1970 geborene, nicht die mit dem pony - s. http://schreibkraft.adm.at/ausgaben/... reis-gehen ) war doch einmal DIE nachwuchshoffnung der postexperimentellen postavantgarde. und jetzt? schreibt über gsiberger-minderheitenprogramme. arm.

benötigt dieses edle ensemble

noch eine stimmliche background-bereicherung?

(meine wenigkeit stünde - geölte stimmbänder bei fuß - mit freuden hiefür bereit: "triiiiihuuuuljooooh, triiiiihuuuuljooooh, triiiiihuuuuljooooh - immer wiiiieeder triiiiihuuuuljooooh!")

stoahoat und bazwoach nicht vergessen, die machen das schon länger

wtf

"Hören Sie hier ein paar Tracks der Band im Spotify-Stream:"

Wahninns Truppe..

kann ich nur sagen! Hingehen und Zuhören und Staunen!

Bitte liebe Ostösterreicher, versucht es erst gar nicht!

himmor? HIMMOR? Niemand hatte damals einen Hirntumor.

Es heisst einfech "Heamma" (Haben mir) - je nach Ortschaft auch "Hond mir" oder "Hommr"

Da gibt aber nicht mal im ansonsten sehr unterschiedlichen Lustenau ein "i"...

Hoscht di a klä blamiert, jetzt, gea?

An alle Besserwisser

An all jene, die meinen zu wissen, wie der Mundart-Text korrekt lautet: Schaut euch den offiziellen Text der Band an.

http://www.hmbc.at/de/media/... -songtext/

ist aber falsch

Hinterwald = himmor.
und mear resp. ...mor = wir, nicht mir.

hôbeigollàr

echt jetzt, immer muss Lustenau herhalten...

himmorhorig säg i blos

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