Rektoren unzufrieden mit Modell zur Studienplatzfinanzierung

13. November 2012, 15:44
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Kein Zusatz-Geld bereitgestellt - Rektoren warnen neuerlich vor "Verdrängungseffekten"

Wien - Widersprüche und Unklarheiten ortet die Universitätenkonferenz (uniko) bei den Regierungsvorschlägen zur Studienplatzfinanzierung. So gebe es ein "klares Abweichen" von den gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium erarbeiteten Positionen, "die bei manchen Universitäten negative Auswirkungen nach sich ziehen werden", hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

So kritisiert die uniko etwa, dass für die Studienplatzfinanzierung vorerst keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden. In einer Arbeitsgruppe mit dem Ministerium sei berechnet worden, dass in der ersten Ausbaustufe ein zusätzlicher Bedarf von 330 Millionen Euro jährlich nötig sei. "Es ist nicht akzeptabel, dass die Regierung eine Studienplatzfinanzierung einführt, ohne die tatsächlichen Kosten zu benennen", kritisieren die Rektoren.

Verdrängungseffekte

Nach wie vor befürchtet die uniko außerdem "Verdrängungseffekte" durch die Platzbeschränkungen in fünf Studienfeldern (Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften). "Studierende weichen erfahrungsgemäß zu verwandten und ähnlichen Fächern aus, die ebenfalls bereits über der Kapazitätsgrenze liegen und nicht zu den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Anm.)." Konkret befürchten die Rektoren eine Überflutung der verwandten Lehramtsstudien, da diese von den Beschränkungen ausgenommen sind. Auch wenn wie an der Wirtschaftsuniversität (WU) nur für einen von zwei sehr ähnlichen Bachelorstudiengängen Beschränkungen vorgesehen seien (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Anm.) und im anderen nicht (Wirtschaftsrecht, Anm.), "führt dies nur zu einer Verschiebung des Kapazitätsproblems".

Außerdem würden die Unis nur Geld für prüfungsaktive Studenten bekommen, "sind aber gleichzeitig per Gesetz verpflichtet, eine wesentlich höhere Anzahl von Studierenden aufzunehmen und zu betreuen", kritisieren die Rektoren. Schließlich enthalte das Gesetz eine Reihe politischer Zielvorstellungen wie die Erhöhung der Zahl prüfungsaktiver Studierender oder die Senkung der Drop-Out-Quote, "zu denen Universitäten verpflichtet werden, ohne ihnen gesetzliche Instrumente für deren Erreichung in die Hand zu geben".

Lob für Studiengebühren

Begrüßt wird von der uniko unterdessen die Rechtssicherheit bei den Studiengebühren ab dem Sommersemester. Gleichzeitig verlangen die Rektoren, "dass für alle Universitäten rückwirkender Ersatz für die fehlenden Studienbeiträge bereitgestellt wird". (APA, 13.11.2012)

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