"Wir haben uns ineinander verknallt"

Interview | Thomas Klein
13. November 2012, 18:44
  • Journalistin Luisa Rey kommt 1973 einem Killer in die Quere: Halle Berry in "Cloud Atlas" von Tom Tykwer und Lana und Andy 
Wachowski.
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    Journalistin Luisa Rey kommt 1973 einem Killer in die Quere: Halle Berry in "Cloud Atlas" von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski.

  • Tom Tykwer (47) wurde als Regisseur von "Lola rennt" (1998) international 
bekannt, zuletzt veröffentlichte er den Thriller "The International" und die 
Beziehungstragikomödie "Drei".
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    Tom Tykwer (47) wurde als Regisseur von "Lola rennt" (1998) international bekannt, zuletzt veröffentlichte er den Thriller "The International" und die Beziehungstragikomödie "Drei".

Tom Tykwer hat "Cloud Atlas" mit den Geschwistern Wachowski ("Matrix") inszeniert. Der deutsche Filmemacher übers Regieführen zu dritt im 24. Jahrhundert

Wien - David Mitchells Roman Der Wolkenatlas ist keine leichte Lektüre. Der Autor wählt für die sechs zwischen 1849 und 2321 angesiedelten Episoden verschiedene literarische Stilformen und die Sprache der jeweiligen Epoche. Der schwierige Stoff bildet die Grundlage für das 104-Millionen-Dollar-Epos Cloud Atlas von Regisseur Tom Tykwer und seinen US-Kollegen und Matrix-Machern Lana und Andy Wachowski.

Mit einem in allen Epochen in unterschiedlichen Rollen wiederkehrenden Ensemble, darunter Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Ben Whishaw, Hugh Grant und Jim Sturgess, gelingt es dem Film, die sprunghaft montierten Einzelszenen zu einem großen Ganzen zu verbinden. Leider bleibt bei dem fast dreistündigen erzählerischen Experiment die Schlüsselidee wie schon im Roman eher Behauptung: Den Beweis, dass alles miteinander verbunden ist und Liebe, Kreativität und Freiheitsdrang über die Jahrhunderte hinweg wirken, bleibt auch der handwerklich bemerkenswerte Film letztlich schuldig.

STANDARD: Warum haben Sie "Cloud Atlas" mit den Wachowski-Geschwistern gemacht?

Tykwer: Wir waren schon eine Weile auf der Suche nach einem Projekt, das wir zusammen machen können. Als unsere Freundschaft begann, merkten wir bald, dass die sich nicht so einfach pflegen lässt. Andy und Lana drehten sogar zwei Filme in Babelsberg, auch weil sie hofften, wir könnten uns dann öfter sehen - aber jedes Mal bin ich am Tag ihrer Ankunft ins Flugzeug gestiegen, zu einem Dreh geflogen und war ein halbes Jahr einfach weg.

STANDARD: Wie haben Sie sich kennengelernt?

Tykwer: Unser erstes Rendezvous - und so muss man das nennen, wir haben uns ja quasi ineinander verknallt - fand 2002 in Los Angeles statt. Andy und Lana arbeiteten an den Matrix-Fortsetzungen, ich war wegen Heaven da. Wir hatten uns zuvor schon Nachrichten zukommen lassen, weil ich von Matrix und sie von Lola rennt so begeistert waren - beide Filme kamen in den USA im gleichen Monat in die Kinos. Wir gingen in ein Restaurant und hörten nicht mehr auf zu reden, bis man uns um fünf Uhr rauswarf. Am nächsten Morgen haben sie mir Blumen geschickt und ich ihnen einen Liebesbrief. Wir waren alle drei an einem etwas erschöpften, ausgelaugten Punkt in unserem Verhältnis zur Arbeit, und die Begegnung war wie eine Wiederbelebung.

STANDARD: Woher kam die Idee, David Mitchells Roman zu verfilmen?

Tykwer: Der ursprüngliche Impuls kam von einer gemeinsamen Freundin, Natalie Portman. Und dann gab es so etwas wie einen Domino-Effekt: Wir lasen den Roman nacheinander, riefen uns an und jubelten uns ins Ohr, wie verrückt und genial das ist.

STANDARD: Von der erzählerischen Anordnung der Vorlage, bei der die jeweiligen Epochen erst zur Hälfte und chronologisch fortlaufend, ab Buch-Mitte dann zeitlich rückwärts und zu Ende erzählt werden, haben Sie sich aber getrennt.

Tykwer: Wir waren der Meinung, dass man im Film nicht nach 90 Minuten ein völlig neues Kapitel aufschlagen kann. Mitchell hat uns erst kürzlich schockierenderweise gestanden, wie er zur Struktur des Buchs gefunden hat: Er hat alle Geschichten einzeln und als Ganzes geschrieben und die ersten fünf ganz zum Schluss, als alles fertig war, in der Mitte durchgeschnitten. Wir haben gefragt, wie lang er für diese Aufteilung gebraucht hat. Er meinte: "Ach, so 20 Minuten."

STANDARD: "Cloud Atlas" ist eine sehr aufwändige Produktion - war es ein Vorteil, dass sie fast vollständig in Babelsberg entstanden ist?

Tykwer: Projektiert hatten wir 120 Drehtage, das ist schon sehr lang, für diese Zeit hätten wir die Schauspieler nicht bekommen. Also haben wir 60 Drehtage daraus gemacht, indem wir mit zwei Haupt-Kamerateams arbeiteten. Wir sprangen einfach hin und her, das war in Babelsberg kein Problem; man geht durch eine Tür und kommt vom 19. ins 24. Jahrhundert. In einem Set saß ich, im anderen Lana und Andy, das war schon sehr miteinander verstrickt.

STANDARD: Sie haben die Episoden gedreht, die 1936, 1973 und 2012 spielen, die Wachowskis jene von 1849, 2144 und 2321. Wie kam es zu dieser Aufteilung?

Tykwer: Wir haben nicht sehr lange darüber diskutiert, wer welche Epoche drehen würde. Das ergab sich aus einem notwendigen Aufteilungsvorgang: Wir haben jedes Wort zusammen geschrieben, alle Designs, jedes Set gemeinsam besprochen, natürlich immer auch mit unseren Leuten, das war ein sehr starker Gruppenprozess. Uli Hanisch und Hugh Bateup, die Produktionsdesigner, haben sich natürlich über alle möglichen gestalterischen und technischen Details ausgetauscht; Uli hat ein Set für 1936 gebaut, Hugh hat es in eines fürs 21. Jahrhundert verwandelt. Das war toll, selbst bestimmte Raumformen tauchen immer wieder auf, auch wenn man das nur unterbewusst registriert.

STANDARD: Auch die Darsteller kehren in allen Epochen wieder.

Tykwer: Irgendwann gab es einen großen Klick und wir haben gesagt: Ein und dasselbe Ensemble führt durch alle Geschichten. Das entsprach unserem Wunsch, das Gefühl zu erzeugen, dass man ein singuläres Narrativ hat. Die Schauspieler waren begeistert, weil sie ja nicht sechs verschiedene Figuren spielen, sondern einem genetischen, charakterlichen Strang folgen - ob als Evolution oder Devolution, moralisch geht es ja nicht nur bergauf. Wenn man es spiritueller formulieren will: Sie spielen jeweils eine Seele. Man spürt im Film, mit welcher Lust und Wollust sich die Schauspieler auf ihre Figuren gestürzt haben. (Thomas Klein, DER STANDARD, 14.11.2012) 

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Also,
die drei Episoden der Wachowskis (wobei die in Korea mMn mit Abstand die beste ist) fand ich gelungen!
Die von Tykwer eher "mau", naja, irgendwie nicht überaschend. Unterhaltsam war er allemal, aber auch kein "grosser Wurf".

bin total verstört nach dem Film aus dem Kino raus!! Skurriler Mix von inhaltslosen Kurzgeschichten - totale Zeitverschwendung

nachtrag: mein Glaube an die Wiedergeburt wurde vernichtet!!

Ein richtiger "Hollywood" "Schmonzes"!Paßtt gu("a")t zu den Ami's!"Wer sich an's Absurde gewöhnt,findet sich in dieser Welt, gut zurecht"!"New's"??

erinnert mich ein wenig an the fountain http://de.wikipedia.org/wiki/The_Fountain

bin gespannt wie sie es umgesetzt haben

Ja, daran dachte ich auch. Nur war mir der etwas zu ersoterisch verklärt, auch wenn ich sonst Darren Aronofsky (Pi, Requiem for a dream, Black Swan) sehr mag.

...und die werbemaschiene läuft und läuft...für dieses amimissssst!

das mist?

“ami“?

Tom Tykwer? Babelsberg?

“mist“?

Schon gesehen?

hab´s gerade gesehen...

Wenn man von den beeindruckenden Einzelleistungen der Schauspieler absieht, bleibt eigentlich nur eine erdrückende Masse von Filmzitaten in Erinnerung: (5th Element, Matrix, Shaft...) Ich hätte mir zumindest erwartet, dass alle Handlungsfäden und Zeitebenen in einer grandiosen, überraschenden Schlusswendung aufgelöst werden: aber nein, leider.
Schade um 104 Millionen Dollar. Und Schade um meine 10 Euro.

Danke für die Info.
Hattest du zuvor das Buch gekannt?

So ganz ausser Kontext ..

jetzt wo Halle Berry älter wird .. wird ihr Gesicht erst wirklich interessant und ausdrucksstark.

aber geil werd i nimmer bei ihr.

Kongruenz Bild - Text:

Text: "Wir haben uns ineinander verknallt"
Bild: Halle Berry

In die Frau Berry

verliebe ich mich jedesmal, wenn ich sie sehe.
Sie etwa nicht?

Der Mitchel hat wohl Assassin's Creed gezockt

"The International" war geil.

Ich fand das nicht, ich habe nie das Gefühl abgeschüttelt,

zwei Stunden meines Lebens aktiv zu vergeuden. Lola rennt war m.E. der letzte gute Tykwer-Film.

david mitchell ist GENIAL!!!!!!!!!!!

Die Wachovskis haben auch "V for Vendetta" gemacht

noch ein Kultfilm nach Matrix!

Der Film ist wie ein

mit den Mitteln der Gegenwart aufgemotzter "Graf von Monte Christo".
Ich kann den Unterhaltungswert solcher Filme durchaus schätzen,aber wie man sie wirklich ernst nehmen kann, wird mir ein Rätsel bleiben.

Wirst scho sehen wenn wir in Wien mit Fawkes-Masken aufmarschieren, das Parlament sprengen & uns befreien - du wirst uns ernst nehmen :-)

Nicht, wenn man den Comic kennt. Im Vergleich dazu ist der Film ein Machwerk. Der Autor hat den Film so schlecht gefunden, daß er darauf bestanden hat, nicht im Vorspann genannt zu werden.
Vom selben Autor (Alan Moore) stammt übrigens auch der Comic "Watchmen". Für diese Verfilmung hat er sogar die Kohle abgelehnt und alles dem Zeichner überwiesen.

Ich finde beide Filme grottenschlecht - kann aber was damit zu tun haben, daß ich die Comics so großartig finde.

KEnne beides, finde beides gut.

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