Sexualstraftäter erhält Fußfessel: "Neustart-Bericht" positiv

13. November 2012, 14:34
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Salzburger erhält in nächsten Tagen GPS-Fußfessel - Opfer zeigte Täter gestern wegen "beharrlicher Verfolgung, Nötigung und gefährlicher Drohung" an

Salzburg - Nachdem der Verwaltungsgerichtshof den elektronisch überwachten Hausarrest für einen 51-jährigen Salzburger Sexualstraftäter Ende Oktober letztinstanzlich bewilligt hat, wird der Mann spätestens in der nächsten Woche die Fußfessel erhalten. "Der Erhebungsbericht von Neustart ist eingetroffen. Die gesetzlichen Grundlagen für eine Fußfessel sind erfüllt", sagte Oberst Dietmar Knebel, Leiter der Justizanstalt Salzburg.

Auf Antrag von Knebel wurden die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen für eine Fußfessel wie fester Wohnsitz, aufrechtes Arbeitsverhältnis, Einwilligung der Personen im gemeinsamen Haushalt und Information des Arbeitgebers noch einmal überprüft. Der zu zwei Jahren teilbedingter Haft (letztlich sechs Monate davon unbedingt) verurteilte Salzburger, der 2005 und 2006 ein damals 15- bzw. 16-jähriges Mädchen mehrfach vergewaltigt und sexuell missbraucht hat, erhält eine GPS-integrierte Fußfessel. 

Software wird aktualisiert

"Das Monitoring ist engmaschig. Es wird in kurzen Zeitabständen überprüft, wo sich der Fußfesselträger bewegt", erläuterte Knebel. Verlässt der Mann den festgesetzten Bewegungsradius, wird eine Alarmierung ausgelöst.

Weil der technische Aufwand für die Installierung einer GPS-Fußfessel am Beginn höher sei als für eine herkömmliche, nehme es noch einige Zeit in Anspruch, bis die Software aktualisiert und die Technik hochgefahren sei, erläuterte der Leiter der Justizanstalt. In ein paar Tagen, spätestens nächste Woche, soll der Salzburger die Fußfessel erhalten.

Opfer empört

Das Opfer zeigte sich gegenüber der APA empört. Die mittlerweile 22-Jährige fordert, dass der Sexualstraftäter den unbedingten Teil der Haftstrafe im Gefängnis verbüßen soll. Die junge Frau hat am Montag eine Anzeige bei der Polizei wegen "beharrlicher Verfolgung, Nötigung und gefährlicher Drohung" gegen den Salzburger eingebracht. "Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln. Dann kann man die Fußfessel widerrufen."

Der Salzburger würde sie seit 2006 immer wieder verfolgen, schilderte das Opfer. "Wenn er mich sieht, geht er auf mich zu, und er geht mir auch nach. Heuer im März sind wir uns in Salzburg begegnet. Er sagte zu mir, er bringt mich um." Der Verein Neustart habe sich bei der erneuten Überprüfung nicht mit den Verfolgungen beschäftigt. "Keiner hat die Verfolgungen ernst genommen."

Eine entsprechende Anzeige sei bei der Staatsanwaltschaft im Jahr 2009 eingegangen, doch diese habe die Aussage einer Zeugin ignoriert. "Die Justizministerin könnte jetzt die Weisung geben, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt", meinte die 22-Jährige. Ihren Informationen zufolge soll der Salzburger die Fußfessel übermorgen, Donnerstag, bekommen. (APA, 13.11.2012)

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